Umfrage

Jeder zweite Deutsche erwartet erneute Flüchtlingskrise

+
Asylsuchende werden im Oktober 2015 von der Polizei in Niederbayern nahe der österreichischen Grenze zu einer Notunterkunft geführt. Foto: Armin Weigel

Köln (dpa) - SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat mit seiner Warnung vor einer erneuten Zuspitzung der Flüchtlingskrise in Europa einer Befragung zufolge den Nerv der Deutschen getroffen.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov schätzt knapp die Hälfte der Befragten, dass sich der Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland ähnlich wie 2015 erneut krisenhaft zuspitzen wird. 83 Prozent seien zudem davon überzeugt, dass die Zahl der in Europa ankommenden Flüchtlinge dieses Jahr weiter steigt.

"Die Deutschen bewerten die Flüchtlingssituation differenziert. Sie finden es notwendig, das Thema zu diskutieren", erklärte Peter Mannott von YouGov Deutschland. Das sehe jeder zweite Bundesbürger so.

Schulz hatte vor einer dramatischen Lage wegen der vielen nach Italien kommenden Mittelmeer-Flüchtlinge gewarnt. Am Donnerstag war er dorthin gereist, um sich einen Überblick zu verschaffen. Dabei warb er für eine gerechte Verteilung von Flüchtlingen in Europa.

Laut der Umfrage erachtet aber knapp die Hälfte der Deutschen (46 Prozent) die Kritik des SPD-Spitzenkandidaten für nicht oder wenig glaubwürdig. Jeder zweite Befragte halte sie sogar für populistisch. 70 Prozent hätten sie als Wahlkampftaktik eingeordnet.

Befragung

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Trump begnadigt seinen ersten Truthahn - mit Seitenhieb auf Obama

Zum ersten Mal in hat US-Präsident Donald Trump die traditionelle Truthahn-Begnadigung zu Thanksgiving im Weißen Haus geleitet.
Trump begnadigt seinen ersten Truthahn - mit Seitenhieb auf Obama

Simbabwes Präsident Robert Mugabe zurückgetreten

Bis zuletzt hat Robert Mugabe sich an die Macht geklammert. Doch Ein Militärputsch leitete seinen Niedergang ein. Das verarmte Simbabwe steht nach fast vier Jahrzehnten …
Simbabwes Präsident Robert Mugabe zurückgetreten

Kremlchef Putin: Militäreinsatz in Syrien endet

Russland ist neben dem Iran wichtigster Verbündeter Syriens. Vor allem von ihnen hängt es ab, ob eine politische Lösung im Bürgerkrieg möglich ist. Wird ein Dreiergipfel …
Kremlchef Putin: Militäreinsatz in Syrien endet

Aufnahme Nordkoreas in US-Terrorliste

Die USA erhöhen den Druck auf Nordkorea. Nach fast zehn Jahren setzt Washington Nordkorea wieder auf seine Liste der Terrorismus-Unterstützerstaaten. In Tokio, Peking …
Aufnahme Nordkoreas in US-Terrorliste

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.