„Jeder Zweite zählt“

Mit den Lombardis, FKK und Hitler: Böhmermann & Co. verulken Trump

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Teil des deutschen Bewerbungsvideos von Jan Böhmermann: die Lombardis, hier noch in love.

Berlin - Die USA sind laut Donald Trump die beste Nation der Welt. Aber wer schafft es auf den zweiten Platz? Einige Länder haben sich schon beworben. Auch Deutschland - mit Jan Böhmermann.

Der blasse, dünne Junge hat es wieder getan. Er hat einen internationalen Machthaber auf die Schippe genommen. Diesmal an der Reihe: Donald Trump. Jan Böhmermann, seit Donnerstag Doppelgewinner des Deutschen Fernsehpreises, ist Teil der Kampagne „Every Second Counts“ (zu deutsch: „Jeder Zweite zählt“), in der sich EU-Staaten um den Platz hinter den USA als zweittollstes Land der Welt bewerben. Mit dabei: Belgien, Dänemark, die Schweiz, Böhmi für Deutschland und andere. Sogar Ostfriesland schickt eine eigene Bewerbung ins Rennen. 

Launige Trump-Kritik

Die länderübergreifende Trump-„Verarsche“ ist natürlich eine Kritik am neuen US-Präsidenten und dessen „America first“-Politik. Auslöser für die Kampagne war ein Bewerbungsvideo aus dem niederländischen Fernsehen, das vor einiger Zeit im Netz viral gegangen war. Das konnten Böhmermann und seine Kollegen vom Neo Magazin Royale nicht auf sich sitzen lassen - und veröffentlichten ihrerseits eines.

Böhmermanns Bewerbungsvideo spart nicht mit Klischees. Erst mal über die Niederländer - natürlich, weil sie die großartige Idee mit der Bewerbung zuerst hatten. Dann erklärt Böhmi, warum wir Deutschen das großartigste Volk der Welt haben. Da wären zu nennen: die Lombardis (“he‘s a normal person and she is a bitch“), Culcha Candela (“German culture is the best culture in the world“), das Oktoberfest, FKK statt KKK (“Pussies everywhere“) und natürlich Adolf Hitler (“Great hair“).

Ach, schauen Sie einfach selbst:  

Nachahmen erwünscht

Weil die Niederländer das schon so schön gemacht haben, beschlossen auch Komiker aus anderen Ländern, sich zu bewerben. Herausgekommen ist eine bunte Ansammlung ultra-komischer Bewerbungsvideos aus vielen EU-Ländern. Auf einer eigens angelegten Seite können Trump (und interessierte Bürger) bequem durch einen Klick auf das jeweilige Land das Bewerbungsvideo anschauen.

Eidgenossen heimlicher Favorit

Heimlicher Star der bisher hochgeladenen Videos ist die Schweiz. Tenor der Schweizer-Bewerbung (abgegeben vom SRF): Die Schweiz ist so, wie Trump die USA gerne hätte. Die Eidgenossen untedrücken Minderheiten, zündeln gerne, behandeln Frauen schlecht (“We grab them by the civil rights“) und sind noch nicht einmal auf US-Geld angewiesen (weil sie extrem reich sind). Und - vielleicht am wichtigsten - sie haben DJ Bobo. Ein Land also, das ganz nach Trumps Geschmack sein dürfte. Abgerundet werden die Bewerbungsvideos übrigens von einem Sprecher, der nicht nur klingt wie Donald himself, sondern auch die gleiche simple Sprache benutzt. Terrific!

Sogar Ostfriesland bewirbt sich als zweittollstes „Land“ der Welt

Selbstironisch erklären die Macher, dass sie morgens Moin sagen und den Rest des Tages nicht mehr viel. Und sie behaupten: „Wir haben mehr Windmühlen als die Holländer. Das ist wahr“ und „Wir sind die Besten in Sachen Windenergie. Die anderen Länder: Totales Desaster“.  

mae

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