Nach Missbrauchsskandal

Epstein-Skandal: Verfügbarkeiten von Frauen und Mädchen in Computerdatenbank - Jüngste war elf

Jeffrey Epstein
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Jeffrey Epstein

Die Polizei von London will im Fall um den toten US-Milliardär Jeffrey Epstein auf Strafermittlungen verzichten. Währenddessen sind in der Haftanstalt entscheidende Beweismittel verschwunden.

  • Jeffrey Epstein saß wegen Missbrauchs minderjähriger Mädchen im Gefängnis
  • Im August 2019 nahm er sich das Leben
  • Zahlreiche Unregelmäßigkeiten in der Haftanstalt wurden beklagt 

Update vom 27. Januar 2020: Im Missbrauchsskandal um den US-Millionär Jeffrey Epstein wollen die US-Ermittlungsbehörden den britischenPrinzen Andrew befragen. Das FBI habe Andrews Anwälte kontaktiert, aber noch keine Antwort bekommen, sagte US-Staatsanwalt Geoffrey Berman am Montag in New York, wie US-Medien berichteten.

Epstein-Skandal: Verfügbarkeiten von Frauen und Mädchen in Computerdatenbank - Jüngste war elf

Update vom 16. Januar 2020: Der Missbrauchsskandal um den verstorbenen US-Geschäftsmann Jeffrey Epstein hat laut einer neuen Zivilklage größere Ausmaße als bisher bekannt. Die Generalstaatsanwaltschaft der amerikanischen Jungferninseln wirft Epstein vor, bis mindestens 2018 auf seiner Privatinsel Little St. James Mädchen und junge Frauen missbraucht zu haben, wie US-Medien am Mittwoch (Ortszeit) berichteten. Die jüngsten sollen gerade einmal elf Jahre alt gewesen sein. Die örtliche Regierung will nun den Besitz des Geschäftsmanns auf den Karibikinseln beschlagnahmen.

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand der Behörden in New York, wo Epstein im vergangenen Juli wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt worden war, hatte es zunächst keine Hinweise auf Taten nach 2005 gegeben. In dem Fall ging es lediglich um Missbrauchsfälle, die von 2002 bis 2005 in seinen Häusern in Manhattan und Palm Beach im US-Bundesstaat Florida stattgefunden haben sollen. Epstein hatte sich im vergangen August in seiner Gefängniszelle in Manhattan erhängt.

Video: Auch Prinz Andrew wird Missbrauch vorgeworfen

Epstein-Skandal: Verfügbarkeiten von Frauen und Mädchen in Computerdatenbank festgehalten - die jüngste war elf

Der Geschäftsmann habe auf den Jungferninseln „ein Netzwerk von Firmen und Einzelpersonen“ geschaffen, das zu Frauenhandel, sexuellem Missbrauch und Kindesmissbrauch beigetragen habe, heißt es laut Berichten in der neuen Klage. Dafür fordere das US-Außengebiet nun die Beschlagnahmung seines Besitzes auf den Inseln im Wert von geschätzt 86 Millionen Dollar (77 Mio Euro). Epstein gehörten den Berichten zufolge unter anderem die beiden benachbarten Karibikinseln Great St. James und Little St. James sowie mehrere Briefkastenfirmen, die er für seine kriminellen Machenschaften genutzt haben soll.

Von 2001 bis 2018 habe Epstein seine teils minderjährigen Opfer mit Privatjets und Booten nach Little St. James gebracht und sie dort unter falschen Vorwänden zu Sexsklavinnen gemacht und „zu sexuellen Handlungen gezwungen“, zitierten US-Medien weiter aus der Klageschrift. Die Mädchen und jungen Frauen seien auch genötigt worden, für Geld Sex mit anderen Männern zu haben. In einer Computerdatenbank habe der Geschäftsmann die Aufenthaltsorte und Verfügbarkeiten der Opfer festgehalten.

Skandal um US-Milliardär Epstein: Beweismittel verschwunden

Update vom 10. Januar 2020: Bei den Ermittlungen um den Missbrauchsfall Jeffrey Epstein ist nach Angaben der Behörden ein Beweisstück verschwunden. Ein Überwachungsvideo, das im Juli während eines mutmaßlichen Selbstmordversuchs des US-Geschäftsmanns vor seiner Gefängniszelle aufgenommen wurde, wurde wohl versehentlich gelöscht. Stattdessen wurde ein anderes Video aufbewahrt. Das Video ist wohl bereist seit August aufgrund eines technischen Fehlers nicht mehr auffindbar. 

Der Verlust des Videos zeigt, dass die Abläufe in der New Yorker Haftanstalt vielerorts verbesserungswürdig sind. Justizminister William Barr hatte bereits nach Epsteins Tod „zahlreiche Unregelmäßigkeiten“ in der Einrichtung beklagt.

Epstein war wegen Missbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagt worden. Im Juli 2019 hatte man ihn dann verletzt in seiner Zelle gefunden, bevor er sich im August das Leben nahm.

Skandal um US-Milliardär Epstein: Londoner Polizei verzichtet auf Ermittlungen

Update vom 28. November 2019: Die britische Polizei hat am Donnerstag bekräftigt, auf Strafermittlungen im Zusammenhang mit dem Fall des verurteilten US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein zu verzichten. Die Londoner Polizeibehörde teilte mit, bereits vor drei Jahren seien die Beamten bei der Überprüfung von Sexhandel-Vorwürfen gegen Epstein und eine britische Frau zu dem Schluss gelangt, dass die Polizeibehörde nicht für weitere Ermittlungen zuständig sei. Diese Entscheidung sei nach dem mutmaßlichen Suizid Epsteins im August nochmals überprüft worden. "Unsere Position hat sich nicht geändert", teilte die Behörde mit.

Die Londoner Polizei hatte nach eigenen Angaben 2015 eine Beschwerde gegen Epstein wegen eines "länger zurückliegenden Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung" erhalten. Dabei ging es den Angaben zufolge um mehrere Vorfälle in London sowie im nichtbritischen Ausland im Jahr 2001.

Fall Epstein: „Verfügbare Indizien“ wurden überprüft

Beamte hätten die "verfügbaren Indizien" überprüft, die Beschwerdeführerin befragt und Rechtsauskunft bei der Staatsanwaltschaft eingeholt, erklärte die Polizeibehörde. Dabei sei klar geworden, dass mögliche "Ermittlungen von Menschenhandel größtenteils auf Aktivitäten und Beziehungen außerhalb des Vereinten Königreichs gerichtet" wären. Auf dieser Grundlage sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Londoner Behörde nicht die "geeignete Behörde" für Ermittlungen "unter diesen Bedingungen" sei.

Die US-Bürgerin Virginia Roberts hatte Epstein vorgeworfen, sie im Jahr 2001 nach London gebracht und zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen zu haben. Roberts war damals 17 Jahre alt und gibt an, zu zwei weiteren Gelegenheiten zum Sex mit dem Sohn von Königin Elizabeth II. gezwungen worden zu sein.

Prinz Andrew weist schwere Vorwürfe von sich 

In einem umstrittenen Interview mit der BBC vor knapp zwei Wochen wies Prinz Andrew die Vorwürfe zurück. Der 59-Jährige steht in Großbritannien seit langem wegen seiner Bekanntschaft zum Multimillionär Epstein in der Kritik. Wegen der anhaltenden Kritik legte der Prinz vor rund einer Woche bis auf Weiteres alle öffentlichen Ämter nieder.

Epstein war im August in seiner New Yorker Gefängniszelle tot aufgefunden worden, er beging nach offiziellen Angaben Suizid. Ermittler werfen ihm vor, über Jahre hinweg minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben. Epstein hatte gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten, darunter auch dem heutigen US-Präsidenten Donald Trump.

US-Milliardär Epstein in Zelle ermordet? Privat engagierter Pathologe zweifelt an Suizid

Update vom 30. Oktober 2019: Knapp drei Monate nach dem Tod des US-Millionärs Jeffrey Epstein werden erneut Zweifel an seinem offiziell erklärten Suizid laut. Die Beweise deuteten eher darauf hin, dass der Investmentbanker in seiner Gefängniszelle ermordet worden sei, sagte ein von Epsteins Bruder engagierter Pathologe am Mittwoch dem Sender Fox News. Damit widersprach Michael Baden dem offiziellen Befund der Behörden, wonach Epstein sich im August in einem New Yorker Hochsicherheitsgefängnis erhängt habe.

Epsteins Verletzungen deuteten auf einen Tod durch Erwürgen hin, sagte der frühere New Yorker Gerichtsmediziner, der bei der Autopsie anwesend war. Mehrere Brüche in Epsteins Hals, insbesondere des Zungenbeins und des Schildknorpels, seien "sehr ungewöhnlich für Selbstmord".

Die Chefin der New Yorker Gerichtsmedizin, Barbara Sampson, blieb am Mittwoch bei ihrer Einschätzung. Die gerichtsmedizinische Untersuchung sei "gründlich und vollständig" gewesen, erklärte sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. "Es gibt keinen Grund für eine zweite medizinische Untersuchung durch unsere Behörde."

Direkt nach seinem Tod wurden bereits Zweifel an einem Suizid laut. So wurde spekuliert, er sei ermordet worden, damit er keine kompromittierenden Informationen über einige seiner prominenten Bekannten preisgeben konnte.

US-Milliardär Epstein schwer verletzt in Haftzelle gefunden - Ermittler haben Verdacht

New York - Der wegen Missbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagte US-Unternehmer Jeffrey Epstein ist laut Medienberichten verletzt in seiner Gefängniszelle in New York gefunden worden. 

USA: Epstein verletzt in Haftzelle gefunden - nach Missbrauchsskandal

Der 66-Jährige habe am Mittwoch (Ortszeit) halb bewusstlos mit Spuren an seinem Hals auf dem Zellenboden der Haftanstalt in Manhattan gelegen, berichteten US-Medien wie die „New York Post“ unter Berufung auf nicht genauer genannte Quellen aus dem Umfeld der Ermittlungen. Gefängniswärter des Metropolitan Correctional Center hätten ihn demnach so vorgefunden.

Wie er sich die Verletzungen zugezogen habe, war noch unklar. Anwälte für den Geschäftsmann wollten sich laut Medienberichten zunächst nicht zu der Sache äußern.

Die Ermittler gehen demnach davon aus, dass er sie sich selbst zugefügt hat – absichtlich oder als Trick, um dem Gefängnis entkommen zu können. Es sei den Informanten zufolge ebenfalls möglich, dass Epstein von einem anderen Häftling angegriffen wurde.

Epstein wegen Missbrauch Minderjähriger beschuldigt

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hatte vorzwei Wochen neue Vorwürfe gegen Epstein erhoben. Sie beschuldigt ihn, zwischen 2002 und 2005 Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Epstein plädierte auf nicht schuldig. Der 66-Jährige muss bis zum Beginn seines Prozesses im Gefängnis bleiben.

Video: Epstein-Affäre - Trumps Minister unter Druck

In Texas hat die US-Polizei unterdess mit Rassismus-Vorwürfen zu kämpfen: Berittene Polizisten hatten einen schwarzen Verdächtigen an einem Strick durch die Straßen geführt.

dpa

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