Jetzt auch Streit um CSU-Vorsitz

Vize Weber meldet intern Anspruch an – Landesgruppenchef Dobrindt widerspricht

+
Manfred Weber.

Der Machtkampf in der CSU weitet sich erneut aus. Nach Informationen des Münchner Merkur (Freitagsausgabe) gibt es neben dem Kampf um die Spitzenkandidatur 2018 nun auch einen Wettstreit, wer die Partei künftig führen soll.

München – Der bisherige Parteivize Manfred Weber, Chef der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, meldet Ambitionen an – stößt aber auf Widerstand.

Offen zutage trat der Wettstreit am Montag beim Treffen führender Mitglieder unter Leitung von Horst Seehofer. Wie auf merkur.de* berichtet wurde in dieser Runde Joachim Herrmann gebeten, gegen Markus Söder für das Amt des Spitzenkandidaten 2018 zu kandidieren. Doch nach Informationen des Merkur ging es auch um den Parteivorsitz: Weber meldete klar seinen Anspruch an, die Partei in die Nach-Seehofer-Ära zu führen. Dafür erntete er allerdings umgehend Widerspruch von Alexander Dobrindt. Der Vorsitzende der Berliner Landesgruppe pochte darauf, dass Seehofer das Amt behalten solle. Dieser habe sich aber auch in diesem kleinen Kreis nicht abschließend über seine Zukunftspläne geäußert.

Kurs von Merkel-freundlichem Manfred Weber nicht unumstritten

Weber gilt, anders als Dobrindt und Söder, als Vertreter des liberalen Flügels der CSU. Sein Merkel-freundlicher Kurs ist nicht unumstritten. Führende Parteimitglieder bezweifeln, ob sich die Partei von Brüssel aus führen lässt. Zuletzt war auch über eine Doppelspitze Dobrindt (Partei) und Söder (Ministerpräsident) spekuliert worden.

Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Alexander Dobrindt.

In einer Umfrage (GMS für Sat1 Bayern) sprachen sich nur 21 Prozent der Befragten für einen Verbleib Seehofers in allen Ämtern aus. 47 % rieten, er solle als Ministerpräsident aufhören und Parteichef bleiben. 26 % dringen auf einen kompletten Amtsverzicht. In der Sonntagsfrage für die Landtagswahl stürzt die CSU auf 37 Prozent – vier Punkte weniger als in der Erhebung vom 19. Oktober. Ihr folgen SPD (15, unverändert), AfD (14, plus 1), Grüne (10, minus 1), FDP (8, plus 1), Freie Wähler (7, plus 1) und die Linke mit 3 Prozent. Im Landtag hätte eine schwarz-gelbe Koalition damit keine Mehrheit. Um weiterregieren zu können, müsste die CSU ein Dreierbündnis mit Freien Wählern und FDP oder eine Große Koalition mit der SPD anstreben.

Auch interessant: Duell Söder gegen Herrmann schreckt die CSU auf*.

geo/mik/cd

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Merkel spricht mit Jordaniens König über Flüchtlingspolitik

Amman (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft heute im Rahmen ihrer zweitägigen Nahostreise den jordanischen König Abdullah II.. Vor dem Hintergrund des Asylstreits …
Merkel spricht mit Jordaniens König über Flüchtlingspolitik

EuGH entscheidet über Nitrat-Klage gegen Deutschland

Luxemburg (dpa) - Der Europäische Gerichtshof entscheidet heute über eine Klage gegen Deutschland wegen zu hoher Nitratwerte im Grundwasser. Das Verfahren ist von …
EuGH entscheidet über Nitrat-Klage gegen Deutschland

Visegrad-Staaten beraten mit Kurz über Flüchtlingspolitik

Budapest (dpa) - Die Regierungschefs der Visegrad-Vier-Staaten, Viktor Orban (Ungarn), Mateusz Morawiecki (Polen), Andrej Babis (Tschechien) und Peter Pellegrini …
Visegrad-Staaten beraten mit Kurz über Flüchtlingspolitik

Asyl-Streit: „Eine Absurdität“ - Polizisten rügen große Lücke in Seehofers Plan

Die Asyl-Krise zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer spitzt sich zu. Zwei Wochen hat die Kanzlerin nun Zeit, um einen Bruch abzuwenden. Alle Entwicklungen rund um …
Asyl-Streit: „Eine Absurdität“ - Polizisten rügen große Lücke in Seehofers Plan

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.