Lohnniveau gesunken

Johanniter warnen vor Dumpingpreisen für Rettungseinsätze

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Die Johanniter verlören Aufträge an Mitbewerber, die ihren Mitarbeitern weniger zahlten, so der Bundesvorstand Jörg Lüssem. Das Foto: Tobias Hase/Archiv

Gesunkene Löhne und Fachkräftemangel - auf diese Probleme im Rettungsdienst macht die Johanniter-Unfall-Hilfe aufmerksam.

Dresden (dpa) - Die Johanniter-Unfall-Hilfe hat vor Dumpingpreisen bei Rettungseinsätzen gewarnt. "Da zu mehr als 80 Prozent Personalkosten den Hauptanteil ausmachen, hat sich das Lohnniveau teilweise spürbar nach unten entwickelt".

Das sagte Bundesvorstand Jörg Lüssem am Rande der Fachmesse "Florian" für Feuerwehr, Zivil- und Katastrophenschutz in Deutschland der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Die Johanniter verlören mit ihrer angemessenen Vergütung Aufträge an Mitbewerber, die ihren Mitarbeitern weniger zahlten.

Zudem forderte Lüssem mehr Engagement der Länder bei der Ausbildung von Notfallassistenten. Die Kosten für die Ausbildung müssten sich in der Vergütung der Leistungen durch Kommunen und Kostenträger niederschlagen. Dies sei noch nicht in allen Ländern der Fall.

Lüssem verwies auch auf den drohenden Fachkräftemangel. Die Alterspyramide im Rettungsdienst sei vergleichbar mit anderen Berufsfeldern. In den kommenden Jahren würden viele ältere Mitarbeiter ausscheiden.

Noch sei die Attraktivität des Berufs so gut, dass die Johanniter ihren geplanten Bedarf ausbilden könnten, wenn die Kosten dafür refinanziert seien. Künftig aber werde der Wettbewerb um Auszubildende zunehmen.

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