Polizeigewalt

1. Mai-Demo: Faustschlag ins Gesicht - Polizist soll Fernsehjournalistin verletzt haben

Polizeiaufgebot am 1. Mai in Berlin. In Kreuzberg wurde eine Fernsehjournalistin verletzt.
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Polizeiaufgebot am 1. Mai in Berlin. In Kreuzberg wurde eine Fernsehjournalistin verletzt.

Eine Fernsehjournalistin soll am 1. Mai in Berlin von einem Polizisten verletzt worden sein. Ihr sei mit der Faust „gezielt“ ins Gesicht geschlagen worden.

  • 1.-Mai-Demo in Berlin mit Tausend Leuten.
  • In Kreuzberg kommt es zu einem Polizeieinsatz.
  • Eine Fernsehjournalistin soll von einem Polizisten verletzt worden sein.

Traditionell gingen am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg einige Tausend Menschen auf die Straße. Während eines Polizeieinsatzes vor Ort soll die Fernsehjournalistin Lea L. von einem Polizisten verletzt worden sein. Auf Twitter teilte die Berliner Polizei am Montag mit, dass die 22-Jährige Anzeige erstattet habe und ein Fachkommissariat für Beamtendelikte wegen Körperverletzung im Amt ermittele.

Berlin: Polizist soll Fernsehjournalistin am 1. Mai geschlagen haben

Im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau rekonstruiert Lea L. (Name der Redaktion bekannt) die Ereignisse am 1. Mai. Demnach war sie und ihr Team am Rande der Demonstration zu Dreharbeiten vor Ort, als diese in Kreuzberg / Oranienstraße zu Ende ging. Das Fernsehteam sollte Bilder für eine Nachrichtenagentur erstellen. Aufgrund der Tonangel und diverser Technik sei sie eindeutig als Teil des Fernsehteams erkennbar gewesen.

Wie Lea L. berichtet, habe sie gerade die Straße überquert, um weitere Schnittbilder einzufangen, als die 15. Einsatzschaft der Berliner Polizei „völlig unerwartet“ eine Festnahme vornahm. Sie habe sich dann plötzlich einem Polizisten gegenüber gesehen, der sie mit einem „gezielten Faustschlag“ ins Gesicht geschlagen habe. Der Polizist hatte verstärkte Handschuhe getragen. 

Zwei Frontzähne seien abgebrochen, auch ein dritter Zahn sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Lea L. hat Gesichtsprellungen davon getragen und leidet unter starken Schmerzen. Wie es ihr nach dem Vorfall gehe? „Psychisch ist das fast am schlimmsten“, sagt sie der FR. Aktuell beschäftige sich das LKA mit dem Fall.

DJV fordert Aufklärung nach möglicher Polizeigewalt am 1. Mai in Berlin gegen Journalistin

In einem Video, das die FR einsehen konnte, ist der Hergang festgehalten. Während einige Leute auf der Straße stehen, die Stimmung scheint ruhig, geht ein Polizisten-Trupp zunächst gezielt von hinten gegen einen jungen Mann vor. Im Anschluss ist eine Rangelei zu erkennen, die Rufe „Presse, Presse“ sind deutlich zu vernehmen. Schließlich sieht man eine junge Frau am Boden sitzen. 

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in Verdi Berlin-Brandenburg fordert jetzt schnelle Aufklärung des Falles und disziplinarische Konsequenzen. „Die Polizei hat die Presse, die eine öffentliche Aufgabe erfüllt, zu unterstützen und vor Übergriffen zu schützen und nicht niederzuschlagen“, sagte die Landesvorsitzende Renate Gensch einer Mitteilung zufolge.

Der Sprecher der Berliner Polizei, Thilo Cablitz, bestätigte gegenüber dem „Tagesspiegel“, dass R. den Vorfall geschildert habe und nun die Hintergründe der mutmaßlichen Körperverletzung aufgeklärt würden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, tue es ihm aufrichtig leid, wird Calbitz von der Zeitung zitiert.

Von Katja Thorwarth

Lesen Sie hier einen Fall von einem Polizeiübergriff im Kontext einer Demonstration in Frankfurt am Main. 

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