„Vorauseilender Gehorsam“

Julia Klöckner kritisiert Burkini-Verleih auf Gymnasium in Herne

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Eine Frau in Burkini spielt in einem Hallenbad mit Kindern.

CDU-Vizechefin Julia Klöckner hat sich verwundert über die Anschaffung und den kostenlosen Verleih von Burkinis an einem Gymnasium im nordrhein-westfälischen Herne gezeigt.

Mainz - CDU-Vizechefin Julia Klöckner hat sich verwundert über die Anschaffung und den kostenlosen Verleih von Burkinis an einem Gymnasium im nordrhein-westfälischen Herne gezeigt. "Damit zementiert eine Schule ein frauendiskriminierendes Rollenverständnis an einem Ort, an dem Kinder und Jugendliche gerade das Gegenteil lernen und sich frei entfalten sollten", kritisierte Klöckner am Dienstag in Mainz.

Über den Burkini-Vorstoß des Gymnasiums in Herne hatte zuvor die Westdeutsche Allgemeine Zeitung berichtet. Demnach schaffte das Pestalozzi-Gymnasium in der Ruhrgebietsstadt 20 Burkinis für den Schwimmunterricht mit muslimischen Schülern an.

Klöckner beklagt ein „voraufklärerisches, patriarchalisches Verständnis von der Rolle der Frau“

"Damit hat keiner mehr eine Ausrede, nicht am Unterricht teilzunehmen", sagte Schulleiter Volker Gößling der Zeitung. 15 Schülerinnen hätten das kostenlose Angebot bereits genutzt. Ohne den figurumhüllenden Burkini wären sie wohl nicht mit den männlichen Mitschülern ins Becken gestiegen, hieß es laut "WAZ".

Klöckner hob hingegen hervor, hinter der Vorstellung, dass Mädchen ihren Körper bedecken sollten, stecke "ein voraufklärerisches, patriarchalisches Verständnis von der Rolle der Frau - der weibliche Körper sei Grund des öffentlichen Anstoßes. "Das setzt gerade auch noch aufgeklärte muslimische Mädchen und deren Familien unter Druck, sich angeblich so anständig zu verhalten wie diejenigen, die nur gänzlich bedeckt zum Schwimmunterricht gehen."

Dies sei "vorauseilender Gehorsam und ein Einknicken vor fundamentalistischen Elternhäusern", fügte die CDU-Bundesvize hinzu. Es handle sich um ein "Einknicken auf dem Rücken der Mädchen, die schlichtweg erfahren müssen, dass es Pech und Unglück ist, nicht als Junge geboren zu sein".

AFP

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