Jahrelange Ischias-Probleme

Juncker: Alkoholvorwürfe haben mich am Anfang sehr gestört

+
Ischias-Probleme haben dem scheidenden EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker jahrelang Gerüchte über Alkoholmissbraucdh eingebracht. Foto: Jean-Francois Badias/AP/dpa

Brüssel (dpa) - Den scheidenden EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker haben Alkoholvorwürfe gegen ihn nach eigener Aussage zunächst getroffen. "Am Anfang hat mich das sehr gestört", sagte Juncker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Dienstag.

"Mittlerweile interessiere ich mich nicht mehr für solche Behauptungen", sagte er weiter. Juncker hatte in der Vergangenheit mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Beim Nato-Gipfel 2018 etwa wankte und taumelte er, mehrere Staats- und Regierungschefs mussten ihn stützen.

Die EU-Kommission erklärte dazu, er habe Ischias-Probleme gehabt. Mutmaßungen über etwaigen Alkoholkonsum verbat Juncker sich. Politiker der AfD und der österreichischen rechten FPÖ forderten damals Junckers Rücktritt.

Auch bei anderen Gelegenheiten verwies Juncker in der Vergangenheit auf seine Ischias-Probleme, etwa bei einem Auftritt im irischen Parlament, wo er beim Treppensteigen wackelig wirkte und sagte: "Ich habe einige Probleme beim Laufen. Ich bin nicht betrunken. Ich habe Ischias-Probleme. Ich wäre lieber betrunken. Hah!" Der Ischias ist ein Nerv auf Hüfthöhe, Reizungen können ins Bein ausstrahlen.

"Man kann nicht Trump in die Knie zwingen, wenn man betrunken ins Weiße Haus geht", sagte Juncker nun. Er hatte dem US-Präsidenten im vergangenen Jahr den vorläufigen Verzicht auf Zölle auf EU-Autoimporte abgerungen.

Juncker ist seit 2014 EU-Kommissionschef, davor prägte er als luxemburgischer Premier- und Finanzminister sowie als Eurogruppenchef jahrzehntelang die europäische Politik. Seine Amtszeit endete ursprünglich am 31. Oktober, die neue EU-Kommission von Ursula von der Leyen kann wegen Verzögerungen bei den Kommissarsnominierungen allerdings erst verspätet starten.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

„Pfleger und Ärztinnen werden mit ihrem Leben bezahlen“ - ARD-Mann übt vernichtende Kritik an Spahn

Abrechnung mit Gesundheitsminister Jens Spahn: Bei den ARD-Tagesthemen nahm Redakteur Detlef Flintz sein Corona-Krisenmanagement heftig in die Kritik. 
„Pfleger und Ärztinnen werden mit ihrem Leben bezahlen“ - ARD-Mann übt vernichtende Kritik an Spahn

Anne Will: Scholz fegt Söders Idee gegen Corona-Krise einfach weg

Die Ausgangsbeschränkungen in Deutschland wurden zuletzt verlängert. Zeigen sie Wirkung? „Wo steht Deutschland im Kampf gegen Corona?“ Darüber spricht Anne Will in ihrem …
Anne Will: Scholz fegt Söders Idee gegen Corona-Krise einfach weg

Trotz europaweiter Corona-Krise: Ein Land unternimmt nahezu nichts - Präsident sagt: „Gibt hier kein Virus“

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie sind in ganz Europa spürbar. Ein Land will von Covid-19 jedoch überhaupt nichts wissen. Die autokratische Regierung von …
Trotz europaweiter Corona-Krise: Ein Land unternimmt nahezu nichts - Präsident sagt: „Gibt hier kein Virus“

Jemen: Saudisches Militärbündnis kündigt Waffenruhe an

Der Bürgerkrieg im Jemen tobt auch in Zeiten des Coronavirus weiter. Nun kündigt das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis dort eine einseitige Waffenruhe an - als …
Jemen: Saudisches Militärbündnis kündigt Waffenruhe an

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.