In Strafanstalt

Rätselhafter Mordanschlag: Kennedy-Mörder mit Messer attackiert – Hintergründe unklar 

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Kennedy-Mörder Sirhan Bishara Sirhan 1969 in der Strafanstalt St. Quentin.

Der Kennedy-Mörder Sirhan Bishara Sirhan musste mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. 

San Diego/New York - Die Kennedy-Saga hat jetzt noch eine Episode mehr: Der Mörder des US-Senators Robert F. Kennedy soll in einem Gefängnis in Kalifornien von einem Mitinsassen mit einem Messer verletzt worden. Der 75-jährige Sirhan Bishara Sirhan befinde sich in einem Krankenhaus und sein Zustand sei stabil, berichtete die New York Times unter Berufung auf die Gefängnisbehörde. Der Hintergrund des Vorfalls war zunächst unklar.

Der britische Guardian zitiert die Gefängnisbehörde Kalifornien mit einem Statement zu dem Vorfall: „Die Beamten reagierten schnell und fanden den Insassen mit Stichwunden. Er wurde zur medizinischen Versorgung in ein externes Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist stabil.“

Kennedy-Mörder war gegen dessen pro-israelische Haltung

Sirhan, ein in Jerusalem geborener Palästinenser, hatte Kennedy am 5. Juni 1968 in Los Angeles erschossen, Stunden, nachdem dieser die Vorwahlen in Kalifornien zur Kür des demokratischen Präsidentschaftskandidaten gewonnen hatte. Sirhan habe damit gegen Kennedys pro-israelische Haltung protestiert, hieß es damals.

Fünf Zuschauer wurde beim Mord Robert F. Kennedys ebenfalls verletzt. Am Tatort brach Chaos aus. Dem damaligen Profi-Fußballer Rosey Grier, dem damalige Leichtathlet Rafer Lewis Johnson (Olympia 1960) und weiteren Helfern gelang es, dem Mörder die Waffe zu entreißen.

Lebenslange Haft statt Todesurteil für Kennedy-Mörder

Im Verlauf der Jahre behauptet Sirhan, sich weder an die Schießerei, noch an sein Protestbekenntnis erinnern zu können. Als prominenten Insassen brachte man ihn zunächst in einem besonders gesicherten Teil des kalifornischen „Corcoran State Prison“ unter, das nur männliche Häftlinge aufnimmt, erinnert der Guardian aus diesem Anlass.

Vor mehreren Jahren erklärte Sirhan den zuständigen Behörden, dass er lieber auf gewöhnliche Art inhaftiert werden wolle. Anschließend verlegte man ihn in die staatliche Haftanstalt „Richard J. Donovan Correctional Facility“ in Nordkalifornien. 

Ursprünglich war Sirhan zum Tode verurteilt worden. Das Urteil wurde 1972 in lebenslange Haft umgewandelt. Er ist bereits 15 Mal mit Gnadengesuchen gescheitert. Die nächste Anhörung ist 2021 geplant.

John F. Kennedy: Legende und Schwerennöter

Fünf Jahre vor Robert F. Kennedys Mord war sein Bruder, Präsident John F. Kennedy, in Dallas (Texas) erschossen worden. John F. Kennedy wird nach wie vor verehrt – galt aber schon zu Lebzeiten als Schürzenjäger. Wie ein Buch enthüllt,soll er nicht einmal vor der Schwester seiner Frau Jackie die Finger gelassen haben. Erst dieses Jahr ist die Enkelin von Robert F. Kennedy im Familienanwesen tot aufgefunden worden. Sie wurde nur 22 Jahre alt

frs/dpa

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