Stadt zu 40 Prozent vom IS befreit

Kampf um Mossul: 400.000 Menschen eingeschlossen

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Ein Bild aus dem befreiten Westteil Mossuls

Genf - Im Irak tobt weiter der Kampf gegen die Terrormiliz IS. In der Stadt Mossul sind laut UN 400.000 Menschen eingekesselt. Der IS verhindert angeblich ihre Flucht.

Die irakische Armee hat im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach UN-Schätzungen etwa 40 Prozent des westlichen Teils der Stadt Mossul befreit. Damit schwelle auch der Flüchtlingsstrom deutlich an, berichtete Bruno Geddo, Einsatzleiter des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, am Donnerstag aus dem Auffanglager Hammam al-Alil rund 20 Kilometer südlich der Stadt. Etwa 8.000 bis 12.000 Menschen kämen inzwischen täglich von Panik gekennzeichnet in dem Lager an.

IS-Kämpfer drohten in ihrer einstigen Hochburg jedem, der die Flucht wage, mit Erschießung. Nur aus befreiten Gegenden sei die Flucht wirklich möglich. In der Altstadt seien 400.000 Menschen eingekesselt und würden von IS-Kämpfern eingeschüchtert. Sie hätten kaum zu essen und müssten Möbel und Kleidung verbrennen, um bei heftigem Regen und in kühlen Nachtstunden zu überleben.

Neue Fluchtwelle aus Mossul erwartet

Die Menschen können sich von dort höchstens im Morgennebel, in der Nacht oder während des Gebets davonstehlen, wie Gedda sagte. „Viele riskieren lieber den Tod auf der Flucht als den Tod, wenn sie bleiben“, sagte Gedda.

Insgesamt seien noch etwa 600.000 Menschen in Westmossul, 158.000 seien seit Beginn der Offensive der irakischen Armee im Februar geflüchtet. Zudem seien noch gut 110.000 Menschen aus dem bereits befreiten Ostmossul in den Lagern. Dort hatte die Offensive im Oktober begonnen. 72.000 seien bereits nach Ostmossul zurückgekehrt. Das UNHCR eröffnete drei neue Camps für rund 100.000 Menschen. „Das schlimmste kommt erst noch, die Menschen werden fliehen, wenn die Altstadt befreit wird.“

Mossul gilt als letzte IS-Hochburg im Irak. Erst am Mittwoch hatte die US-geführte Militärkoalition ihren Willen zur „Eliminierung“ der Terrormiliz bekräftigt.

dpa/fn

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