Fraktionschef Brinkhaus

Kampfkandidatur um CDU-Vorsitz "durchaus vorstellbar"

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Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der Unions-Bundestagsfraktion, wünscht sich an der Spitze der CDU einen "Teamplayer, der auch anderen die Sonne gönnt". Foto: Kay Nietfeld/dpa

Berlin (dpa) - Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hält eine Kampfkandidatur um den CDU-Vorsitz für möglich und keinen der erwarteten Bewerber für bar jeden Makels.

"Alle vier haben ihre Qualitäten. Aber keiner ist perfekt", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". "Das spricht dafür, dass man auch langfristig zusammenarbeitet und nicht ein Alpha-Tier alles bestimmt."

Bisher hat nur Norbert Röttgen seine Kandidatur offiziell angekündigt. Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn gelten als aussichtsreiche Mitbewerber, haben aber noch nicht öffentlich erklärt, ob sie kandidieren.

Mit Blick auf die künftige Führungsphilosophie an der Parteispitze wünscht sich Brinkhaus einen "Teamplayer, der auch anderen die Sonne gönnt". Im Idealfall werde in einem fairen Verfahren geklärt, wer die Nachfolge der scheidenden Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer antritt. "Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es zu Kampfkandidaturen kommen wird", sagte Brinkhaus.

Der Fraktionsvorsitzende formulierte auch eine klaren Appell an seine Parteifreunde: "Wenn wir nicht lernen, mit unserer Führungsperson loyal umzugehen - auch wenn sie uns nicht gefällt -, dann haben wir keine Chance", sagte er. Und es dürfe "nicht passieren, dass die Zeit zwischen Wahl des Parteichefs und Entscheidung über die Kanzlerkandidatur wieder dafür genutzt wird, den Parteivorsitzenden mürbe zu machen". Flügelkämpfe und verletzende Auseinandersetzungen gelte es zu vermeiden. "Politiker scheitern letztlich auch immer an den eigenen Truppen", mahnte Brinkhaus.

Ferner legt er seiner Partei ans Herz, mehr wichtige Positionen mit Frauen zu besetzen. "Mit einem reinen Männerbund können wir nicht erfolgreich sein", sagte Brinkhaus. Außerdem fehle es besonders in der ersten Reihe der CDU an jungen Leuten und Politikern mit Migrationshintergrund.

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