Problem wegen "Make America Great Again" 

Kanadischer Richter muss sich wegen Trump-Kappe verantworten

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Donald Trump 2016 im Wahlkampf 

In Ontario hat am Mittwoch ein Disziplinarverfahren gegen einen Richter begonnen, der am Tag nach dem Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump mit einer "Make America Great Again"-Kappe zur Arbeit erschienen war.

In Kanada dürfen Richter keine parteipolitischen Ansichten ausdrücken. Das soll ihre Unabhängigkeit demonstrieren.

Nachdem der Richter Bernd Zabel die Kappe im November vergangenen Jahres getragen hatte, waren 81 Beschwerden eingegangen - von Rechtsorganisationen, Juraprofessoren, Anwälten und aus der Öffentlichkeit. So viele Beschwerden waren in der kanadischen Geschichte noch nie wegen des Verhaltens eines Richters eingegangen.

Zabel erklärte, er habe die rote Kappe als ironischen Seitenhieb gegen Kollegen getragen, die Trumps Konkurrentin Hillary Clinton unterstützt hätten. Er nannte das Tragen der Kappe einen "unangebrachten Versuch, einen geschichtsträchtigen Moment humorvoll bei Gericht hervorzuheben".

Laut dem Fernsehsender CBC sagte sein Verteidiger, Zabel bedauere sein Verhalten und schließe sich absolut nicht dem Gedankengut von "Frauenfeindlichkeit, Fanatismus oder Rassismus" an. "Er wird diese Mütze nie wieder bei Gericht tragen", versicherte der Anwalt.

Das zuständige Gremium kann die Beschwerden entweder abschmettern, den Richter verwarnen oder auch suspendieren. Sie können alternativ dem Generalstaatsanwalt die Empfehlung aussprechen, dem Richter zu kündigen.

AFP

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