Kandidat fürs Außenministerium?

Trump trifft seinen scharfen Kritiker Romney

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Händeschütteln mit dem neuen Außenminister? Trump begrüßt Mitt Romney, rechts der künftige Vize-Präsident Mike Pence.

Bedminster - Bietet der künftige US-Präsident Donald Trump seinem schärfsten innerparteilichen Kritiker Mitt Romney das Amt des Außenministers an? Beide Republikaner haben sich am Samstag getroffen.

Nach der Nominierung von mehreren Hardlinern für wichtige Regierungsposten erwägt Donald Trump die Berufung des gemäßigten Mitt Romney zum Außenminister. Noch vor kurzem war er sein wohl schärfster innerparteilicher Kritiker. Der künftige Präsident ziehe das „aktiv und ernsthaft“ in Betracht, sagte sein Vize Mike Pence am Sonntag dem Sender CBS. Trump und Romney hatten sich zuvor getroffen und ihr Kriegsbeil begraben. Der Multimilliardär beschrieb ihr knapp eineinhalbstündiges Gespräch als „extrem positiv und produktiv“.

Trump setzte am Sonntag in seinem Golfclub in Bedminster (New Jersey) seine Regierungsbildung mit einer neuen Serie von Gesprächen fort. So hatte er auch ein Treffen mit dem früheren New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani geplant, der ebenfalls als Kandidat für den Außenminister-Posten genannt wird und zu den loyalsten Gefolgsleuten Trumps zählt.

Als aussichtsreichster Anwärter auf das Amt des Verteidigungsministers kristallisierte sich am Wochenende der pensionierte General James Mattis heraus. Der Marineinfanterist war früher Chef des US-Zentralkommandos und verfügt über Kriegserfahrungen im Irak und Afghanistan. Trump hatte nach eigenen Angaben am Samstag ein „unglaublich tiefgehendes“ Gespräch mit ihm.

Romney hatte Trump vor der Wahl unter anderem als „Schwindler“, „Betrüger“, „raffgierig“ und „schikanös“ charakterisiert. Trump nannte den gescheiterten Präsidentschaftskandidaten von 2012 und Ex-Gouverneur von Massachsuetts einen „Versager“.

Eine Nominierung des 69-Jährigen würde sich stark von Trumps bisherigen Personalentscheidungen abheben. So will der gewählte neue Präsident Senator Jeff Sessions zu seinem Justizminister machen, den ehemaligen General Michael Flynn zum nationalen Sicherheitsberater und den Abgeordneten Mike Pompeo zum CIA-Direktor. Alle sind äußerst konservativ, und ihre Nominierung hatte bei den Demokraten und Bürgerrechtlern heftige Kritik ausgelöst.

Sessions ist ein Falke, der 1986 nicht Richter werden durfte, weil ein Senatskomitee ihn für zu rassistisch hielt. Flynn wird vor allem seine radikale Islamkritik vorgehalten. Er hält den Islam für eine politische Ideologie, nicht für eine Religion. Pompeo kritisierte als Abgeordneter die Entscheidung Obamas, illegale CIA-Gefängnisse zu schließen. Auch wandte er sich gegen die Vorschrift, wonach alle Verhöre strikt nach Anti-Folter-Gesetzen ablaufen müssen.

Streit um „Trump University“ beigelegt

Der designierte Präsident legte unterdessen einen Rechtsstreit um dubiose Geschäftspraktiken seiner „Trump University“ mit einem Millionenvergleich bei. Er erklärte sich zu einer Zahlung von 25 Millionen US-Dollar bereit, wie der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman mitteilte. Trump selber twitterte am Samstag, er habe sich dazu entschieden, „weil ich mich als Präsident ganz auf unser Land konzentrieren muss“.

Trump wurde in Sammelklagen und einem von Schneiderman angestrengten Verfahren beschuldigt, mehr als 6000 Studenten mit falschen Versprechen geprellt und um 40 Millionen Dollar gebracht zu haben. Trump selbst habe daran fünf Millionen Dollar verdient, so der Vorwurf Schneidermans. Die „Trump University“ warb damit, Studenten zu erfolgreichen Immobilienprofis und Geschäftsleuten auszubilden. Es handelte sich aber nicht um eine echte Universität mit anerkannten Abschlüssen, weshalb der Name geändert werden musste.

dpa

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