Afghanistan-Einsatz

Kanzlerin dankt der Bundeswehr für Luftbrücke aus Kabul

Merkel in Seedorf
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Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Truppenbesuch in Seedorf.

Vier Tage vor der Bundestagswahl hat Angela Merkel eine Kaserne von Fallschirmjägern besucht, die in Afghanistan im Einsatz waren - für die scheidende Regierungschefin wohl eine der letzten Begegnungen mit der Bundeswehr.

Seedorf - Unter dramatischen Umständen hat die Bundeswehr schutzbedürftige Menschen aus Afghanistan ausgeflogen - zum Dank haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (beide CDU) die beteiligten Soldaten und Soldatinnen besucht.

Sie nahmen am Mittwoch an einem Rückkehrerappell beim Fallschirmjägerregiment 31 in Seedorf in Niedersachsen teil. Die scheidende Kanzlerin schritt bei einem ihrer absehbar letzten Truppenbesuche die Front der Soldaten ab. Gemeinsam mit der Verteidigungsministerin zeichnete sie besonders verdiente Teilnehmer der Evakuierungsmission vom August aus.

Mit einer rasch eingerichteten Luftbrücke hatte die Bundeswehr in elf Tagen mehr als 5300 Deutsche, andere Ausländer und afghanische Ortskräfte aus Kabul ausgeflogen. Sie wurden vor den militant-islamistischen Taliban in Sicherheit gebracht, die binnen weniger Wochen wieder die Kontrolle in dem asiatischen Land übernommen hatten.

„Das alles passierte unter ständiger großer Gefahr“, sagte Kramp-Karrenbauer. „In Kabul wurde geschossen.“ Der Pilot eines Militärtransporters Airbus A400M berichtete der dpa vom ersten nächtlichen Anflug auf den Flughafen der afghanischen Hauptstadt. „Da war komplett alles dunkel“, sagte der Luftwaffenmajor. Neben der Landebahn hätten sich Fahrzeuge und Fußgänger gedrängt.

„Die Lage war extrem unübersichtlich“, sagte auch ein Feldjäger. Aufgabe des Oberleutnants war, Pässe und Gepäck der Auszufliegenden zu kontrollieren. Gelegentlich habe er im Gedränge vor dem Flughafen versuchen müssen, die versprengten Mitglieder von Familien wieder zusammenzuholen. „Wir hatten ständig mit Beschusslärm zu tun.“

Kramp-Karrenbauer rechtfertigte vor den Soldaten den fast 20 Jahre langen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Der frühere SPD-Verteidigungsminister Peter Struck habe recht gehabt, dass Deutschlands Sicherheit auch am Hindukusch verteidigt werde. „Es war für unsere eigene Sicherheit wichtig, dass Afghanistan kein sicherer Rückzugsort für den islamistischen Terrorismus bleibt“, sagte die Ministerin.

Zugleich müsse nach dem Ende des Einsatzes „offen und ehrlich“ Bilanz gezogen werden. Als eine Lehre nannte Kramp-Karrenbauer, dass die militärische Zusammenarbeit in Europa und der europäische Pfeiler der Nato gestärkt werden müssten.

Nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 hatte Deutschland sich als Bündnispartner an Nato-geführten Einsätzen in Afghanistan beteiligt. Die Bundeswehr sicherte das Land gegen die von der Macht vertriebenen Taliban und half beim zivilen Wiederaufbau. Im Laufe des Einsatzes wurden 59 Soldaten getötet. Am schwersten Gefecht zu Karfreitag 2010 waren die Fallschirmjäger aus Seedorf beteiligt. Damals wurden drei Soldaten getötet und acht verletzt. dpa

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