News-Ticker aus der Türkei

Ermordeter Journalist Khashoggi: Audio-Mitschnitt von Telefonat enthüllt eiskalte Worte des Killer-Kommandos

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Der saudische Journalist Jamal Khashoggi wurde Anfang Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul von saudiarabischen Agenten getötet.

Im Fall des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi ergaben Audio-Mitschnitte eines Telefonats die eiskalten Worte eines Mitglieds des Killer-Kommandos. Außerdem wurden Khashoggis letzte Worte bekannt. Der News-Ticker.

  •  Knapp drei Wochen nach dem Verschwinden des Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul hat Saudi-Arabien die Tötung des Mannes bestätigt.
  • Am Montag hat der türkische Präsident Erdogan den neuen Flughafen in Istanbul eingeweiht. Er soll der größte Flughafen der Welt werden.
  • Vor einigen Tagen haben Berichte über die angebliche Ausweisung eines türkischen Journalisten aus Deutschland für Verwirrung gesorgt.
  • Die News der vergangenen Tage aus der Türkei lesen Sie hier

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10.35 Uhr: Spritzen, Defibrillatoren, Funkgeräte, Tacker, Scheren und einen Störsender soll das Kommando aus Saudi-Arabien im Gepäck gehabt haben, das den saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi im Konsulat seines Landes in Istanbul getötet haben soll. Dies berichtete am Dienstag die türkische Zeitung "Sabah" und veröffentlichte Scans, die den Inhalt der Koffer des Kommandos zeigen sollen. Demnach waren auch zehn Telefone in den Koffern.

Fall Khashoggi: Eiskalte Worte des Killer-Kommandos

7.25 Uhr: Im Fall des getöteten Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi gibt es laut einem Zeitungsbericht starke Hinweise auf eine Verwicklung des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Ein Mitglied des Kommandos, das Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul umgebracht habe, habe kurz nach der Tat Anfang Oktober einem Vorgesetzten am Telefon gesagt, er möge „seinem Chef“ folgendes ausrichten: „Das Werk ist vollbracht“, schrieb die New York Times (Dienstag). Eiskalte Worte wenn man bedenkt, welch grausame Tat hinter der Tötung Khashoggis steckt. Amerikanische Geheimdienstler glaubten, dass mit dem „Chef“ Salman gemeint sei, auch wenn dieser nicht namentlich genannt wurde.

Khashoggi, ein Kritiker Salmans, hatte am 2. Oktober das Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul betreten, um Dokumente für die Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abzuholen. Er tauchte nie wieder auf. Saudi-Arabien bestritt lange, mit seinem Verschwinden etwas zu tun zu haben. Auf internationalen Druck gab Riad eine offizielle Erklärung, wonach es zwischen Khashoggi und mehreren Personen zu einer Schlägerei mit tödlichem Ausgang gekommen sei.

Das waren die News vom 12. November 2018

21.24 Uhr: 

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hat bestätigt, dass die kanadischen Geheimdienste türkische Aufnahmen im Zusammenhang mit der Tötung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi gehört haben. „Ja“ antwortete Trudeau am Montag auf einer Pressekonferenz in Paris auf eine entsprechende Frage, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. „Kanadas Geheimdienste haben sehr eng mit den türkischen Diensten zusammengearbeitet und sind vollständig über das informiert worden, was die Türkei zu teilen hatte“, sagte Truedau.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Samstag erklärt, die Türkei habe unter anderem Tonaufnahmen mit einigen Ländern geteilt, darunter Deutschland, die USA, Frankreich, Großbritannien und Saudi-Arabien. „Sie haben die (aufgezeichneten) Gespräche gehört und kennen sie“, sagte Erdogan.

Die Bundesregierung wollte das weder bestätigen noch dementieren und sprach von nachrichtendienstlichem Austausch. Der französische Außenminister Jean-Yves le Drian bestritt Erdogans Aussagen dagegen. Wenn Erdogan Informationen für Frankreich habe, solle er sie geben, sagte Le Drian am Montag im Fernsehen (France2). „Bisher weiß ich nichts davon.“

Erdogan bestätigte Existenz der Aufnahmen zu Khashoggi-Tod - Deutsche Geheimdienste im Bilde

12.41 Uhr:

Deutschland hat sich mit der Türkei über den Tod des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi ausgetauscht. "Ich kann Ihnen sagen, dass es da einen nachrichtendienstlichen Austausch gegeben hat", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Details wollte er allerdings nicht nennen. "Wie bei allen Fragen der operativen Tätigkeit der Nachrichtendienste geben wir dazu in der Öffentlichkeit keine Auskunft", sagte er.

Am Wochenende hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erstmals die Existenz von Tonaufnahmen der Ermordung Khashoggis bestätigt. Sein Land habe diese Aufnahmen Deutschland, den USA, Frankreich, Saudi-Arabien und Großbritannien zur Verfügung gestellt, sagte Erdogan am Samstag in einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. "Sie haben die Gespräche gehört, die hier stattfanden. Sie wissen Bescheid."

10.55 Uhr:

Nach dem Untergang eines Flüchtlingsboots werden vor der türkischen Küste zehn Menschen vermisst. Wie die türkische Küstenwache mitteilte, hatten sich nach dem Unglück vor der Küste von Izmir im Westen der Türkei am Montagmorgen zwei Flüchtlinge schwimmend ans Ufer gerettet. Sie alarmierten in der Stadt Dikili die Behörden, die eine Such- und Rettungsaktion starteten. Nach Angaben der beiden Überlebenden waren insgesamt zwölf Menschen auf dem Boot.

Im Nordwesten der Türkei wurden unterdessen 73 Flüchtlinge festgenommen. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, wurden die Menschen aus dem Irak, Iran, Afghanistan und Pakistan in der Provinz Kirklareli an der Grenze zu Bulgarien aufgegriffen. 21 weitere Flüchtlinge, darunter Syrer, Palästinenser und Somalier, wurden demnach in Mugla im Südwesten der Türkei festgenommen. Sie wollten demnach mit einem Boot in die Europäische Union gelangen.

Jetzt sind die letzten Worte Khashoggis bekannt

10.26 Uhr: Er wurde erstickt, zerstückelt und in Säure aufgelöst. Nun sind offenbar die letzten Worte des  saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi (59) laut Bild bekannt. „Ich ersticke! Nimm diese Tüte von meinem Kopf, ich habe Platzangst!“ Nazif Karaman, Reporter der türkischen Zeitung „Sabah“, zufolge stammen die letzten Worte Khashoggis aus einer Audioaufnahme aus dem saudischen Konsulat in Istanbul. Sie dokumentieren seinen qualvollen Tod.

Den Tonaufnahmen zufolge habe die Ermordung etwa sieben Minuten gedauert. Danach legte das Spezialteam die Botschaft mit weiteren Plastiktüten aus, um Khashoggis Leiche zu zerstückeln. 15 Minuten lang zerteilte Salah Muhammed A. Tubaigy (47), der Chef forensischer Beweisaufnahme des saudischen Innenministeriums, den leblosen Körper mit einer Knochensäge.

Das waren die News zu Erdogan und Khashoggis Mord in der Türkei vom 11.11.2018

22.56 Uhr: Im Fall des ermordeten saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi wollen die USA alle Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Das kündigte US-Außenminister Mike Pompeo am Sonntag in einem Telefonat mit dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman an, wie Außenamtssprecherin Heather Nauert mitteilte. Pompeo habe "betont, dass die USA alle, die an der Tötung von Jamal Khashoggi beteiligt waren, zur Rechenschaft ziehen, und dass Saudi-Arabien dasselbe tun muss", erklärte Nauert.

Pompeo hatte bereits zuvor gesagt, dass der Mord an dem Journalisten gegen "internationale Rechtsnormen" verstoße und die USA Sanktionen gegen Verantwortliche in dem Fall in Erwägung zögen.

11. November, 11.40 Uhr: Bei der Explosion sind nach neusten Informationen sieben Soldaten getötet und etwa 25 weitere verletzt worden. Gestern ging man noch von vier Toten aus. Wie Präsident Recep Tayyip Erdogan am Samstag in einer Fernsehansprache mitteilte, ereignete sich die Detonation am Freitag im Stützpunkt Süngü Tepe in der Provinz Hakkari. Ein Expertenteam befinde sich vor Ort. Verteidigungsminister Hulusi Akar und Armeechef Yasar Güler begaben sich noch am Freitag zum Militärstützpunkt.

Der Stützpunkt Süngü Tepe liegt in einem bergigen und schwer zugänglichen Gebiet im Dreiländereck mit dem Iran und dem Irak. Dort kommt es immer wieder zu Feuergefechten zwischen den türkischen Streitkräften und Kämpfern der von Ankara und seinen Nato-Verbündeten als "terroristisch" eingestuften Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Die Türkei bombardiert zudem von dort aus immer wieder mutmaßliche Stellungen der PKK im Nordirak.

Das waren die News zu Erdogan aus der Türkei vom 10.11.2018

14.45 Uhr: Bei einer Explosion auf einem Stützpunkt der türkischen Armee im Südosten des Landes sind vier Soldaten getötet und etwa 20 weitere verletzt worden. Bei der Explosion im Munitionslager der Basis seien vier Soldaten als "Märtyrer" gefallen, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Samstag in einer Fernsehansprache. Unklar war, ob die Ursache der Explosion im Zusammenhang mit den Kampf der türkischen Armee gegen die kurdische Rebellengruppe PKK stand oder ob es sich um einen Unfall handelte.

Das Verteidigungsministerium hatte am Freitag berichtet, ein Artilleriegeschoss sei "versehentlich" detoniert. Es ließ dabei offen, ob die Artilleriegranate während einer Übung oder eines Kampfeinsatzes explodiert war.

13.45 Uhr: Die Türkei hat Aufnahmen im Zusammenhang mit der Tötung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi mit einer Reihe von Ländern geteilt - darunter auch Deutschland. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Samstag in Ankara, die Informationen seien auch an Saudi-Arabien, die USA, Frankreich und Großbritannien weitergegeben worden. „Sie haben die (aufgezeichneten) Gespräche gehört und kennen sie“, sagte Erdogan vor einer Reise nach Paris.

1 0. November, 11.27 Uhr: Die Leiche des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi ist einem türkischen Medienbericht zufolge in Säure aufgelöst und in die Kanalisation geschüttet worden. Wie die regierungsnahe Zeitung "Sabah" am Samstag berichtete, wurden in Proben aus der Abwasserleitung der Residenz des saudiarabischen Konsuls in Istanbul Spuren von Säure gefunden. Die türkischen Ermittler vermuteten daher, dass die verflüssigte Leiche über die Kanalisation entsorgt wurde.

Unter internationalem Druck gab Saudi-Arabien nach wochenlangen Dementis die Tötung des 59-jährigen "Washington Post"-Kolumnisten zu. Bisher ist aber ungeklärt, was mit der Leiche Khashoggis geschah.

News zu Erdogan, Türkei und Khashoggi - die Meldungen bis einschließlich 9. November

06.05 Uhr: Die Bundesregierung hat eine Einflussnahme türkischer Sicherheitsbehörden auf die Planung der Pressekonferenz anlässlich des Staatsbesuchs von Präsident Recep Tayyip Erdogan in Deutschland abermals vehement bestritten. In einer der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Antwort des Bundespresseamts auf eine Anfrage der Linken heißt es, die türkische Seite sei weder an der Vergabe von Akkreditierungen, noch an den Einlasskontrollen im Bundeskanzleramt oder an Sicherheitsüberprüfungen beteiligt gewesen.

Erdogan war Ende September auf Staatsbesuch in Deutschland gewesen. Für Aufsehen sorgte der Ablauf einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Zu den akkreditierten Journalisten zählte auch der im Exil in Deutschland lebende türkische Journalist und Regierungskritiker Can Dündar. Er sagte seine Teilnahme jedoch kurzfristig ab, nachdem bekannt wurde, dass Erdogan seinetwegen mit einer Absage der Pressekonferenz gedroht haben soll.

4.52 Uhr: Der Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan Ende September kostet das Auswärtige Amt mehr als 160.000 Euro. Das teilte der Haushaltsausschuss nach Angaben der „Bild-Zeitung“ (Mittwoch) mit. Zu diesen Kosten gehöre etwa das Staatsbankett in Berlin, bestätigte eine Sprecherin des Bundespräsidenten der Zeitung. Die Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen würden derzeit im Bundesfinanzministerium ermittelt, hieß es. Allein in Berlin waren laut dem Bericht 4.200 Beamte der Bundespolizei im Einsatz.

Eklat um Erdogan-Bild in Deutschland - Künstler sollte Ausstellung stoppen

2.53 Uhr: Eklat um ein künstlerisches Werk, das den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit einer Brille zeigt, in der sich ein weinendes Kind als Symbol für den Krieg und ein inhaftierter Oppositionspolitiker spiegeln. In der Hand hält Erdogan ein heiliges Buch mit seinem Fingerabdruck. Das Werk steht in einer Ausstellung in Linz am Rhein. Die türkische Generalkonsulin in Mainz, Sibel Müderrisoglu, habe die Stadt Linz dringend ersucht, das Bild des kurdischen Künstlers Ali Zülfikar nicht zu zeigen, weil es ehrverletzend und herabwürdigend für Erdogan und die Türkei sei, sagte der Linzer Bürgermeister Hans Georg Faust (CDU), lautWelt.

Eklat um Erdogan-Zeichnung: Eine kritische Zeichnung des des kurdischen Künstlers Ali Zülfikar, die den türkischen Präsidenten Erdogan zeigt, hat in einer Ausstellung in der Stadthalle Linz am Rhein einen Eklat ausgelöst. Das Kunstwerk zeigt Erdogan mit einer Brille, in der sich ein weinendes Kind als Symbol für den Krieg und ein inhaftierter Oppositionspolitiker spiegeln. In der Hand hält Erdogan ein heiliges Buch mit seinem Fingerabdruck.

Wegen rechtlicher Bedenken und aus Sorge um mögliche Konflikte zwischen Erdogan-Gegnern und -Anhängern habe er den Kölner Künstler gebeten, sein Werk vorerst nicht zu präsentieren. Das sei bei der Vernissage am vergangenen Sonntag in der Linzer Stadthalle auf Kritik gestoßen. Tatsächlich hatte der Künstler offenbar mitgeteilt, das Werk sei an der Wand umgedreht worden – auf der Rückseite habe er den Vermerk „Zensiert von der Stadt Linz“ angebracht. Das berichtet die Welt unter Bezug auf die „Rhein-Zeitung“.

Nach Einschätzungen des Auswärtigen Amtes sowie von Juristen und der Polizei könne die Zeichnung jedoch wieder gezeigt werden, erklärte Faust. Die Ausstellung endet am 18. November.

Das waren die News vom Dienstag zu Erdogan und der Türkei

23.12 Uhr: Die USA bieten Millionen von Dollar für Hinweise zu den Aufenthaltsorten dreier führender Vertreter der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Gesucht würden die drei PKK-Kommandeure Murat Karayilan, Cemil Bayik und Duran Kalkan, erklärte der Vertreter des US-Außenministeriums, Matthew Palmer, am Dienstag nach einem Besuch in Ankara. Er fügte hinzu, die USA schätzten ihre Zusammenarbeit mit ihrem Nato-Partner Türkei im Kampf gegen den Terrorismus.

Der Schritt könnte zu einem Abbau der Spannungen zwischen den USA und der Türkei führen, die ihre westlichen Verbündeten schon seit längerem zu einer härteren Haltung gegenüber der PKK aufruft. Der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan reagierte allerdings "zurückhaltend" auf die Ankündigung der USA. Ankara lasse sich nicht täuschen, sollten die USA mit dem Schritt versuchen, einen Unterschied zwischen der PKK und den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) herzustellen, sagte er dem Fernsehsender HaberTürk.

16.01 Uhr: Die Türkei hat angekündigt, weitere „bestimmte Beweise“ im Fall des getöteten saudischen Journalisten Jamal Kashoggi der Öffentlichkeit vorzulegen. Sobald die Untersuchungen abgeschlossen seien, werde dies geschehen, kündigte Außenminister Mevlut Cavusoglu am Dienstag an. Laut Informationen der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu wurden die Beweise der saudischen Regierung und anderen Staaten vorgelegt, die sie untersuchten wollten.

Fall Kashoggi - Saudi-Arabien macht Versprechen - die News vom 5. November 2018

15.53 Uhr: Während der Fall Khashoggi weiter die Gemüter erhitzt stehen in den USA die wichtigen Midterm-Wahlen an. Verfolgen Sie die für Donald Trump möglicherweise schicksalhafte Wahl in unserem Ticker.

14.43 Uhr: Fünf Wochen nach der Tötung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi haben zahlreiche Staaten Saudi-Arabien vor dem UN-Menschenrechtsrat zur Aufklärung aufgefordert. „Wir sind zutiefst erschüttert über das Schicksal von Jamal Khashoggi und wir rufen Saudi-Arabien dazu auf, eine detaillierte und vollständige Erklärung in diesem Fall zu liefern“, hieß es von der deutschen Delegation. Kroatien empfahl den Saudis, die Umstände aufzuklären und die Täter „eines solch abscheulichen Verbrechens“ zur Rechenschaft zu ziehen.

Mehrere Länder forderten Saudi-Arabien zudem dazu auf, die Vollstreckung der Todesstrafe auszusetzen und die Presse- und Meinungsfreiheit zu garantieren. Auch die Kriegsführung des saudischen Militärs im Konflikt im Jemen wurde scharf kritisiert.

10.54 Uhr: Mehr als einen Monat nach der Tötung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat Saudi-Arabien vor dem UN-Menschenrechtsrat Aufklärung versprochen. „König Salman hat Anweisungen erteilt und die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen in diesem Fall eingeleitet, um alle Wahrheiten zu erlangen und alle Angeklagten vor Gericht zu stellen und die nachgewiesenen Schuldigen zu verurteilen“, sagte Bandar al-Aiban, der Vorsitzende der saudischen Menschenrechtskommission, am Montag. Bei der Verlesung eines Berichts Saudi-Arabiens zur Lage der Menschenrechte in der absoluten Monarchie betonte er, dass die Führung des Königreichs bereits früher ihren Schmerz angesichts des Mordes ausgedrückt habe.

In der Kritik: Der Präsident der saudi-arabischen Menschenrechtskommission, Bandar bin Mohammed Al-Aiban, bei einer Rede vor dem UN-Menschenrechtsrat am Montag in Genf.

Türkei: Lira-Crash lässt Inflation weiter steigen

08.53 Uhr: Der Absturz der türkischen Landeswährung Lira hat die Inflation in der Türkei weiter steigen lassen (alle Infos zur Lage in der Türkei im News-Ticker). Wie das nationale Statistikamt am Montag mitteilte, lagen die Verbraucherpreise im Oktober 25,24 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Im Vormonat hatte die Teuerungsrate 24,52 Prozent betragen. Der Preisanstieg im Oktober ist der stärkste seit Mitte 2003, also seit gut 15 Jahren.

Fall Khashoggi - Söhne fordern von Saudi-Arabien Leichnam ihres Vaters - News aus der Türkei

5. November, 07.16 Uhr: Die Söhne des getöteten saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi haben Riad aufgefordert, ihnen den Leichnam ihres Vaters zu übergeben. Sie wollten ihren Vater auf einem Friedhof im saudiarabischen Medina beisetzen, auf dem auch andere Familienangehörige bestattet sind, sagte Salah Khashoggi dem US-Nachrichtensender CNN in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview. „Ich habe darüber mit den saudiarabischen Behörden gesprochen und ich hoffe, dass es bald passiert."

Salahs Bruder Abdullah sagte CNN, er hoffe, sein Vater sei „ohne Schmerz oder schnell" gestorben. „Oder dass er einen friedlichen Tod hatte." 

Nach türkischen Angaben wurde die Leiche des Regierungskritikers anschließend zerstückelt. Der türkische Präsidentenberater Yasin Aktay sagte kürzlich zudem, die Leichenteile seien mit Säure zersetzt worden, um alle Spuren zu verwischen. Die Tötung Khashoggi hat international Entsetzen und empörte Reaktionen hervorgerufen.

Fall Khashoggi - Erdogan fordert Aufklärung: „Identität der Marionettenspieler offenlegen“ - die News vom 3. November

3. November, 19.55 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan macht die saudische Regierung für die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi verantwortlich. Der Befehl, Khashoggi zu töten, sei von den „höchsten Ebenen“ der saudischen Regierung gekommen, schrieb Erdogan in einem am Freitag veröffentlichten Gastkommentar der „Washington Post“. Erdogan fügte hinzu, dass in dem Fall noch wichtige Fragen offen seien, etwa was mit der Leiche des Journalisten passiert sei. „Bedauerlicherweise haben die saudischen Behörden diese Fragen nicht beantwortet.“

„Als verantwortungsbewusste Mitglieder der internationalen Gemeinschaft müssen wir die Identität der Marionettenspieler hinter Khashoggis Tötung offenlegen und diejenigen finden, die immer noch versuchen, den Mord zu vertuschen", so der türkische Präsident laut t-online.de weiter.

Rund einen Monat nach der Tat verurteilte auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Freitag die Tat. Gleichzeitig verwies er aber auch auf eine entscheidende Rolle Saudi-Arabiens im Kampf gegen den Iran. „Was im Istanbuler Konsulat geschehen ist, ist fürchterlich, und damit sollte gebührend umgegangen werden“, sagte Netanjahu. Doch zur gleichen Zeit sei es „sehr wichtig für die Stabilität in der Region und der Welt, dass Saudi-Arabien stabil bleibt“.

Die News aus der Türkei vom 2. November 2018: Khashoggis Leiche wohl in Säure aufgelöst - Woher kam Befehl zur Tötung?

21.00 Uhr: Die Tötung des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi ist nach Einschätzung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip von höchster Regierungsebene in Riad angeordnet worden. In einem Gastbeitrag für die "Washington Post" vom Freitag schrieb Erdogan: "Wir wissen, dass sich die Täter unter den 18 in Saudi-Arabien festgenommenen Verdächtigen befinden. Wir wissen auch, dass sie kamen, um ihre Befehle auszuführen: Khashoggi töten und abhauen."

"Schließlich wissen wir, dass der Befehl zur Tötung Khashoggis von den höchsten Ebenen der saudiarabischen Regierung kam", fügte Erdogan hinzu. Zugleich glaube er "nicht eine Sekunde lang", dass der saudiarabische König Salman den Befehl erteilt habe.

19.50 Uhr: "Wir wissen jetzt, dass sie seine Leiche nicht nur zerstückelt haben", sagte der türkische Präsidentenberater Yasin Aktay am Freitag der Zeitung "Hürriyet". Vielmehr sei sie zusätzlich mit Säure zersetzt worden, um alle Spuren zu verwischen.

Aktay bestätigte damit einen Bericht der "Washington Post", wonach die Ermittler im Garten des saudiarabischen Konsulats in Istanbul "biologische Beweise" gefunden haben, die diese These stützten. Türkischen Medienberichten zufolge durften die türkischen Ermittler einen Brunnen im Garten des Konsulats nicht untersuchen, doch wurde ihnen Wasserproben genehmigt.

15.15 Uhr: Die Türkei und die USA haben ihre Sanktionen gegen Minister des jeweils anderen Landes aufgehoben. Das teilte das türkische Außenministerium am Freitag in Ankara mit. Während das US-Finanzministerium entschieden habe, die Sanktionen gegen den türkischen Justizminister Abdulhamit Gül und Innenminister Süleyman Soylu aufzuheben, habe das türkische Außenministerium die Strafmaßnahmen gegen US-Justizminister Jeff Sessions und die Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen aufgehoben.

Die Sanktionen waren wegen des Streits um den mittlerweile freigelassenen US-Pastor Andrew Brunson verhängt worden. Brunson saß seit Oktober 2016 unter dem Vorwurf der Spionage und der Unterstützung einer Terrororganisation in türkischer U-Haft und später im Hausarrest. Mitte Oktober wurde er freigelassen und kehrte in die USA zurück.

Türkischen Medienberichten zufolge durften die türkischen Ermittler einen Brunnen im Garten des Konsulats nicht untersuchen, doch wurde ihnen Wasserproben genehmigt.

14.50 Uhr: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat rund einen Monat nach dem gewaltsamen Tod des Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul die Tat verurteilt. Gleichzeitig verwies er aber auch auf eine entscheidende Rolle Saudi-Arabiens im Kampf gegen den Iran. „Was im Istanbuler Konsulat geschehen ist, ist fürchterlich, und damit sollte gebührend umgegangen werden“, sagte Netanjahu am Freitag nach Angaben seines Büros. Doch zur gleichen Zeit sei es „sehr wichtig für die Stabilität in der Region und der Welt, dass Saudi-Arabien stabil bleibt“.

Bisher hatte sich der israelische Regierungschef nicht zu der Tat geäußert. „Ich denke, es muss ein Weg gefunden werden, um beide Ziele zu erreichen“, sagte Netanjahu, „weil der Iran das größere Problem ist“.

Fall Khashoggi: Leiche zerstückelt und in Säure aufgelöst? Neue Enthüllungen aus der Türkei

12.07 Uhr: Die Leiche des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi ist nach Angaben eines Beraters des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zunächst zerstückelt und dann in Säure aufgelöst worden. "Sie sind den Leichnam losgeworden, indem sie ihn aufgelöst haben", sagte Yasin Aktay der Zeitung Hürriyet am Freitag. Seine Aussage deckt sich mit einem Bericht der  Washington Post, für die Khashoggi geschrieben hatte.

Neuesten Informationen zufolge "haben sie die Leiche zerstückelt, damit sie sich einfacher auflösen lässt", sagte Aktay. "Sie wollten sichergehen, dass nichts von der Leiche übrigbleibt." Die Washington Post zitierte eine türkische Quelle, wonach "biologische Beweise" im Garten des saudiarabischen Konsulats in Istanbul gefunden worden seien.

Fall Khashoggi: Saudischer Kronprinz soll ihn „Islamist“ genannt haben - was wusste Trump?

10.46 Uhr: Brisante Infos zum Fall Khashoggi: Wie die Washington Post und die New York Times unter Berufung auf Insider berichten, hatte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman Khashoggi in einem Gespräch mit US-Präsident als „gefährlichen Islamisten“ tituliert und als Mitglied der Muslimbruderschaft bezeichnet. Das Telefonat soll sich wenige Tage vor dem Verschwinden des Journalisten zugetragen haben.

Damit habe die Trump-Administration frühzeitig von einem möglichen Mordmotiv der saudischen Führung gewusst, schlussfolgert die Times. Dennoch sei die US-Regierung - auch unter dem Einfluss anderer Verbündeter wie Israel und Ägypten - zu dem Schluss gekommen, Salmans Macht auch nach dem mutmaßlichen Mord nicht sinnvoll begrenzen zu können oder wollen. Stattdessen wolle man von einer Schwächung des Kronprinzen profitieren.

Saudia-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman.

In späteren offiziellen Statements sprach Saudi-Arabien von Khashoggi als einem „Freund“, der „einen großen Teil seines Lebens dem Dienst an seinem Land gewidmet habe“, wie die Washington Post notiert. Die Familie des früheren Post-Journalisten dementierte gegenüber der Zeitung die Darstellung Khashoggi sei Islamist gewesen: „Jamal Khashoggi war kein Mitglied der Muslimbruderschaft“, erklärten die Familie in einem Statement. „Jamal Khashoggi war in keinster Weise ein gefährlicher Mensch. Etwas anderes zu behaupten wäre lächerlich.“

Ausgerechnet Orban hilft Türkei und Erdogan in Sachen Justiz

10.44 Uhr: Das EU-Land Ungarn hilft der Türkei unter ihrem zusehends autoritären Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bei der Reform des Justizwesens. „Ungarn verfügt über die Expertise, mit deren Hilfe es bei der Stärkung des Vertrauens in die Justiz Hilfe leisten kann“, sagte der ungarische Justizminister Laszlo Trocsanyi am Donnerstagabend in Ankara der ungarischen staatlichen Nachrichtenagentur MTI. Ungarn wolle seine Erfahrungen zur Verfügung stellen. Wie das konkret aussehen soll, führte er nicht aus. Innerhalb der EU steht Ungarn wegen Eingriffen der Regierung in die Justiz selbst in der Kritik.

6.46 Uhr: Die von Kurdenmilizen geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben ihren Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien vorerst ausgesetzt. Grund seien die neuerlichen Angriffe aus der Türkei, hieß es in einer Mitteilung. Die Fortsetzung der Angriffe werde auch den Kampf gegen den IS für eine längere Zeit zum Stillstand bringen.

Zuvor hatte die türkische Armee zum zweiten Mal binnen einer Woche Stellungen der Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien beschossen. Die Region Kobane sei getroffen worden, meldete die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch. Dabei seien vier YPG-Kämpfer getötet und sechs weitere verletzt worden. Die YPG bestätigte den Artilleriebeschuss aus der Türkei, nannte jedoch keine Opferzahlen.

Erdogan und Trump telefonieren wegen Syrien - News-Ticker

06.00 Uhr: Der türkische Armee teilte am Donnerstag mit, sie habe gemeinsame Patrouillen mit den USA in der nordsyrischen Region Manbidsch begonnen. Bislang hatten türkische und amerikanische Soldaten unabhängig voneinander patrouilliert.

Das Büro des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan teilte am Donnerstag mit, dieser habe mit US-Präsident Donald Trump telefoniert und unter anderem über Manbidsch (Syrien) gesprochen. Die beiden hätten sich zudem darauf verständigt, die Beziehungen der beiden Länder zu stärken.

Die gemeinsamen Militäreinsätze in Manbidsch waren im Juni vereinbart worden. Sie sollen unter anderem helfen, Spannungen zwischen der Türkei und den USA zu reduzieren sowie Kämpfe verschiedener Aufständischengruppen in der Gegend zu verhindern. Die YPG hatte Manbidsch im August 2016 von der Terrormiliz IS befreit. Im Juni hatte die YPG-Führung mitgeteilt, dass sie die Ausbildung lokaler Kräfte abgeschlossen und „Militärberater“ aus Manbidsch abgezogen habe.

Das waren die News aus Erdogans Türkei vom Donnerstag

16.00 Uhr: Angesichts einer drohenden Eskalation zwischen der Türkei und den syrischen Kurden will sich die internationale Koalition gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) als Vermittler einbringen. "Wir stehen im Kontakt mit der Türkei und den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF), um eine Deeskalation der Situation zu erreichen", erklärte der Sprecher des US-geführten Bündnisses, Oberst Sean Ryan, am Donnerstag. Die US-Regierung hatte sich zuvor besorgt über türkische Angriffe auf kurdische Stellungen geäußert.

Die SDF sind ein kurdisch-arabisches Bündnis, dessen Rückgrat die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bilden. Nach dem Beschuss von YPG-Stellungen nahe der nordsyrischen Grenzstadt Kobane durch die Türkei erklärte das SDF-Bündnis, ihre Offensive gegen die IS-Miliz im Osten Syriens auszusetzen. Die von den USA unterstützte Allianz belagert seit Wochen die IS-Bastion Hadschin, erlitt dort aber kürzlich einen schweren Rückschlag.

09.12 Uhr: US-Präsident Donald Trump fühlt sich im Fall des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi nicht von Saudi-Arabien betrogen. „Sie haben mich nicht betrogen. Ich meine, vielleicht haben sie sich selbst betrogen“, sagte Trump am Mittwoch auf die Frage von Journalisten. „Wir müssen sehen, wie sich alles entwickelt“, fügte er hinzu. Es gebe viele Fakten, die sich die USA nun anschauen müssten.

15.06 Uhr: Der saudiarabische Journalist Jamal Khashoggi ist nach Erkenntnissen der türkischen Justiz kurz nach Betreten des Konsulats seines Landes in Istanbul erwürgt worden. Anschließend sei der 59-jährige Regierungskritiker zerstückelt und die Körperteile seien fortgeschafft worden, erklärte die Istanbuler Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Demnach erfolgte die Tötung und die Beseitigung der Leiche gemäß einem "vorgefassten Plan".

Die Gespräche mit dem saudiarabischen Generalstaatsanwalt Saud bin Abdullah al-Muadschab zu dem Fall hätten in den vergangenen Tagen "trotz unserer guten Absichten, die Wahrheit zu enthüllen, keine konkreten Ergebnisse ergeben", hieß es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft. Demnach wurde der Istanbuler Staatsanwalt nach Saudi-Arabien eingeladen.

Jamal Khashoggi.

Khashoggi war am 2. Oktober ins Istanbuler Konsulat seines Landes gegangen, um ein Dokument für seine Heirat abzuholen, aber nicht wieder herausgekommen. Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach von einem "politischen Mord", der Tage im Voraus von einem aus Saudi-Arabien angereisten Kommando geplant worden sei. Unter internationalem Druck gestand Riad nach wochenlangen Dementis die Tötung des Journalisten ein.

31. Oktober 2018, 12:19 Uhr: Die Türkei hat Zweifel an der Kooperationsbereitschaft Saudi-Arabiens bei den Ermittlungen zur Tötung von Jamal Khashoggi geäußert. "Die saudiarabischen Vertreter scheinen vorwiegend daran interessiert herauszufinden, was für Beweise die türkischen Behörden gegen die Täter haben", sagte ein türkischer Regierungsvertreter am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben nicht den Eindruck gewonnen, dass sie tatsächlich bei den Ermittlungen kooperieren."

Der türkische Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, bezog sich auf den Besuch von Saudi-Arabiens Generalstaatsanwalt Saud bin Abdullah al-Muadschab in Istanbul. Nach Gesprächen mit dem leitenden türkischen Staatsanwalt in dem Fall am Montag und einem Besuch am Tatort im saudiarabischen Konsulat am Dienstag traf al-Muadschab am Mittwoch in Istanbul mit Vertretern des türkischen Geheimdienstes zusammen.

Die Türkei-News vom 30. Oktober: Erdogan droht mit neuer Kurden-Offensive

16.22 Uhr: Die zyprische Küstenwache hat 17 Migranten von einem Boot gerettet, das wegen starken Seegangs rund 40 Seemeilen südöstlich vor Zypern Gefahr zu kentern lief. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, waren an Bord auch fünf Minderjährige im Alter zwischen drei und 15 Jahren.

Die Migranten gaben an, sie seien am 29. Oktober vom Libanon aus in See gestochen und hätten an Schleuser im Libanon 1000 Euro pro Kopf bezahlt. Aus welchen Staaten sie stammen, blieb zunächst unklar.

In den vergangenen Wochen haben die zyprischen Behörden eine erhöhte Anzahl ankommender Migranten registriert. Diese setzen überwiegend aus Syrien, der Türkei oder dem Libanon über. Die libanesische Küste liegt von Zypern aus rund 170 Kilometer entfernt, die türkische nur etwa 70 Kilometer.

14.54 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mit einer neuen Offensive auf die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien gedroht. "Wir werden die Terrorstrukturen östlich des Euphrat zerstören. Wir haben dazu unsere Vorbereitungen, unsere Pläne und Programme abgeschlossen", sagte Erdogan am Dienstag vor der Fraktion der Regierungspartei AKP in Ankara mit Blick auf die von den USA unterstützte Kurdenmiliz.

News aus Erdogans Türkei: Erdogan fordert vollständige Aufklärung im Fall Khashoggi

14.06 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den saudiarabischen Generalstaatsanwalt während dessen Besuch in Istanbul zur vollständigen Aufklärung des Falls Jamal Khashoggi aufgerufen. Als Generalstaatsanwalt müsse er die Frage klären, wer in Saudi-Arabien die 15 Mitglieder des Killer-Kommandos zur Tötung des Journalisten in die Türkei entsandt habe, sagte Erdogan am Dienstag. Khashoggis Verlobte warnte derweil US-Präsident Donald Trump davor, eine Vertuschung der Tat hinzunehmen.

Erdogan nahm den Generalstaatsanwalt aus Riad direkt in die Verantwortung: "Wer hat die 15 Leute entsandt? Als saudiarabischer Generalstaatsanwalt müssen Sie dies fragen, müssen Sie dies klären", sagte Erdogan vor Journalisten in Ankara mit Blick auf Saud bin Abdullah al-Muadschab, der am Montag zu Gesprächen über den Fall nach Istanbul gereist war.

"Dieser Fall muss nun aufgeklärt werden", sagte der Präsident weiter. "Es ist sinnlos auszuweichen. Es macht keinen Sinn zu versuchen, gewisse Leute zu schützen."

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14.05 Uhr: Die Hamburger Ausländerbehörde hat Berichte über eine angebliche Ausweisung des türkischen Journalisten Adil Yigit dementiert. Für Yigit sei keine Ausweisung angeordnet worden, auch eine Abschiebung des Manns sei nicht geplant, erklärte die Behörde am Montag. Am Wochenende hatte die Zeitung "taz", für die der Kritiker des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan schreibt, darüber berichtet.

Nach Angaben der Hamburger Ausländerbehörde wurde Yigits Antrag auf eine Verlängerung seiner befristeten Aufenthaltsgenehmigung abgelehnt, weil die gesetzlichen Voraussetzungen nicht mehr erfüllt seien. Diese Ablehnung sei "standardmäßig" auch mit einer Ausreiseaufforderung verbunden. In dem Bescheid werde ihm aber "gleichzeitig schriftlich zugesichert", dass ihm "nach Eintritt der Bestandskraft eine andere Aufenthaltserlaubnis erteilt wird".

Der türkische Journalist und Erdogan-Kritiker Adil Yigit.

"Diese Vorgehensweise hat die zuständige Ausländerbehörde mit Herrn Y. und seinem Rechtsanwalt im Vorfeld so abgesprochen. Herr Y. hat somit keine Ausweisung erhalten, und auch eine Abschiebung ist nicht vorgesehen", teilte die Behörde mit. "Die Ablehnung der Verlängerung der bisherigen Aufenthaltserlaubnis steht in keinem Zusammenhang mit den politischen Ansichten oder Tätigkeiten des Herrn Y."

Yigit lebt seit Jahren in Hamburg und gibt von dort aus eine Onlinezeitung heraus. Bekannt wurde er Ende September während Erdogans Staatsbesuch in Deutschland, als er sich bei einer Pressekonferenz in einem T-Shirt zeigte, mit dem er die Freilassung von Journalisten in der Türkei forderte. Er wurde daraufhin von Sicherheitsleuten aus dem Saal im Bundeskanzleramt geführt.

14.00 Uhr: Herzlich Willkommen zu unserem neuen News-Ticker aus der Türkei.

News aus Erdogans Türkei: Erdogan weiht neuen Flughafen in Istanbul ein

Zum türkischen Nationalfeiertag am Montag hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den neuen Istanbuler Airport am offiziell einweiht. Wenn er einmal komplett fertiggestellt ist, soll der Flughafen am Schwarzen Meew der größte der Welt sein. Zwei Terminals, sechs Startbahnen und eine Kapazität von 200 Millionen Passagieren im Jahr soll er erreichen. 

Für Erdogan ist es ein wichtiger Schritt zur Schaffung einer „neuen Türkei“. "Dieses Projekt ist einzigartig", sagte er am Montag im Beisein der Regierungschefs aus Serbien, Bulgarien und Albanien. "Der Flughafen ist ein Dienst an der Welt." 

Der türkische Präsident Erdogan bei der Eröffnung des neuen Flughafens in Istanbul.

Bis Ende Dezember wird Turkish Airlines nur fünf Ziele anfliegen, dann der große Umzug und ab Januar wird der reguläre Flugbetrieb starten. 

Mit dem Airport, der den kleineren Atatürk-Flughafen am Marmarameer ersetzen wird, soll Istanbul zu einem Luftdrehkreuz zwischen Europa und Asien werden. Zunächst sollen dort 90 Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt werden, nach Fertigstellung der letzten Baustufe 2028 soll diese Zahl auf 200 Millionen steigen.

Nur drei Jahre hat der Bau des neuen Mega-Airports gedauert, doch am Ende gab es einige Verzögerungen. Proteste der Arbeiter gegen die miserablen Unterkünfte, die schlechten Arbeitsbedingungen und den hohen Zeitdruck, der immer wieder zu tödlichen Unfällen führte, sorgten im September für Unruhe. Die Polizei nahm hunderte protestierende Arbeiter fest, dann verschob die Flughafenleitung die Inbetriebnahme um zwei Monate.

News aus Erdogans Türkei: Syrien-Gipfel in Istanbul - Waffenruhe in Idlib soll bewahrt werden

Die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Russlands, Frankreichs und der Türkei haben bei ihrem Syrien-Gipfel in Istanbul am Samstag die Notwendigkeit betont, die Waffenruhe in der syrischen Provinz Idlib zu bewahren. Der Gipfel "betone die Bedeutung einer dauerhaften Waffenruhe und unterstreiche die Notwendigkeit, den Kampf gegen den Terror fortzuführen", hieß es in der vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verlesenen Abschlusserklärung des Gipfels.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach bei der Pressekonferenz von einer "großen Verpflichtung, dass weitere humanitäre Katastrophen nicht passieren". Bei dem Gipfel hätten sie sich verpflichtet, dass die bisherige Feuerpause zu eine "nachhaltigen dauerhaften Waffenstillstand" werde. Es seien bereits "wichtige Fortschritte" bei der Schaffung einer demilitarisierten Zonen um Idlib erreicht worden, sagte Merkel.

News aus Erdogans Türkei: So verlief Altmaiers Besuch in der Türkei

Begleitet von Kritik der Opposition ist Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in die Türkei gereist, um sich für den Ausbau der Handelsbeziehungen einzusetzen. Es habe zuletzt "schwierige Momente" gegeben, doch seien die Handelsbeziehungen trotz aller Probleme stabil geblieben, sagte Altmaier am Donnerstag nach einem Gespräch mit seinem Kollegen Berat Albayrak. 

Bundeswirtschaftsminister Altmaier in der Türkei.

Die Bundesregierung habe ein hohes Interesse am Ausbau der Zusammenarbeit, "denn die Türkei ist ein Land, das Deutschland seit vielen Jahrzehnten freundschaftlich verbunden ist", sagte Altmaier. Er sprach von einer "großartigen Erfolgsgeschichte" in der 15-jährigen Regierungszeit von Präsident Recep Tayyip Erdogan und begrüßte, dass sich nach dem dramatischen Verfall der Lira im August die Währung zuletzt wieder gefangen habe.

Altmaier sprach von einer "Stabilisierung" der Situation und sagte, die "Maßnahmen der türkischen Regierung haben gewirkt". Sein Kollege Albayrak äußerte die Hoffnung auf eine gute Zusammenarbeit nach dem "Win-Win-Prinzip". Deutschland sei als größter Handelspartner der Türkei von besonderer Bedeutung. Seit seinem Besuch und dem Besuch Erdogans in Deutschland im September gebe es einen "neuen Prozess", sagte er.

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fm/afp

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