Parlamentspräsident zu Besuch

Pikantes Treffen im Exil: Kehrt Puigdemont nach Spanien zurück?

+
Carles Puigdemont äußerte sich in seinem belgischen Exil.

Die Ungewissheit über die Bildung einer Regierung in der Konfliktregion Katalonien geht auch nach einem Treffen des katalanischen Parlamentspräsidenten Roger Torrent mit dem Separatisten-Chef Carles Puigdemont in Brüssel weiter.

Brüssel/Barcelona - Torrent besuchte am Mittwoch den in Belgien im Exil lebenden Separatisten-Chef, den er am Montag zum Kandidaten für das Amt des Regionalpräsidenten ernannt hatte. Ob Puigdemont trotz einer drohenden Inhaftierung nach Spanien zurückkehren und sich der Wahl im Parlament von Barcelona stellen wird, konnte keiner der beiden separatistischen Politiker nach dem Treffen sagen.

„Unser Wille ist es, die Parlamentsdebatte über die Bildung einer Regierung bei demokratischer Normalität zu führen“, sagte Torrent nach dem Treffen vor Journalisten. Der Kandidat schließe eine Rückkehr nach Spanien nicht aus. Auf der Pressekonferenz wiederholte Puigdemont derweil seine bisherigen Aussagen. Er forderte die spanische Regierung dazu auf, „alle Hindernisse für die normale Abhaltung der Sitzung“ aus dem Weg zu räumen. „Wir werden bis zum letzten Augenblick alles versuchen“, sagte er.

Madrid weist „absurde Möglichkeit“ zurück

Die Debatte über den vorgeschlagenen Kandidaten und dessen Programm muss spätestens bis zum 31. Januar beginnen. Anschließend wird gewählt. Puigdemont hatte vorgeschlagen, dass er dem Parlament sein Regierungsprogramm via Skype präsentiert. Madrid wies diese Möglichkeit aber als „absurd“ zurück und kündigte eine Anfechtung an, falls Puigdemont in Abwesenheit gewählt wird.

Madrid hatte Puigdemont nach einem illegalen Referendum über die Unabhängigkeit Ende Oktober als Regionalpräsidenten abgesetzt. Bei einer Neuwahl errangen die Separatisten aber im Dezember zusammen erneut die absolute Mehrheit. Zuvor hatte sich Puigdemont unmittelbar nach seiner Amtsenthebung nach Belgien abgesetzt, um einer Festnahme zu entgehen. Ihm und mehreren Mitstreitern werden Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Mittel vorgeworfen. Den Politikern drohen lange Haftstrafen.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Missbrauchs-Gutachten: Rücktrittsangebot an Papst Franziskus? Kardinal Marx mit detaillierter Stellungnahme
Politik

Missbrauchs-Gutachten: Rücktrittsangebot an Papst Franziskus? Kardinal Marx mit detaillierter Stellungnahme

Eine Woche nach dem erschütternden Missbrauchsgutachten für die Erzdiözese München und Freising gibt Kardinal Marx eine Pressekonferenz.
Missbrauchs-Gutachten: Rücktrittsangebot an Papst Franziskus? Kardinal Marx mit detaillierter Stellungnahme
Mehrheit der Deutschen gegen Waffenlieferungen an Ukraine
Politik

Mehrheit der Deutschen gegen Waffenlieferungen an Ukraine

Das klare Nein Deutschlands zu Waffenlieferungen an die Ukraine kommt vor allem bei den östlichen Bündnispartnern nicht gut an. In der Bevölkerung hat die …
Mehrheit der Deutschen gegen Waffenlieferungen an Ukraine
Ukraine-Konflikt: Russland droht mit „Vergeltungsmaßnahmen“ und setzt Truppenaufmarsch in hohem Tempo fort
Politik

Ukraine-Konflikt: Russland droht mit „Vergeltungsmaßnahmen“ und setzt Truppenaufmarsch in hohem Tempo fort

Im Ukraine-Konflikt fahren die USA härtere Geschütze gegen Putin auf. Russland zeigt sich unbeeindruckt und startet neue Militärmanöver an der Grenze. Der News-Ticker.
Ukraine-Konflikt: Russland droht mit „Vergeltungsmaßnahmen“ und setzt Truppenaufmarsch in hohem Tempo fort
Markus Lanz: Deutscher Top-Virologe Streeck zerreißt Corona-Regel - „Überhaupt nicht sinnvoll“
Politik

Markus Lanz: Deutscher Top-Virologe Streeck zerreißt Corona-Regel - „Überhaupt nicht sinnvoll“

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck war am Donnerstagabend zu Gast in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. Er sprach unter anderem über die Corona-Maßnahmen der Politik.
Markus Lanz: Deutscher Top-Virologe Streeck zerreißt Corona-Regel - „Überhaupt nicht sinnvoll“

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.