"KiföG trotz massiver Kritik durchgepeitscht"

+
Lothar Quanz. Foto: Privat

Karina Fissmann und Lothar Quanz kritisieren die Landesregierung heftigWerra-Meißner/Wiesbaden. Mit massiver Kritik reagierten die Vorsitzende der SP

Karina Fissmann und Lothar Quanz kritisieren die Landesregierung heftig

Werra-Meißner/Wiesbaden. Mit massiver Kritik reagierten die Vorsitzende der SPD im Werra-Meißner-Kreis, Karina Fissmann, und der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Lothar Quanz, auf die Verabschiedung des sog. "Kinderförderungsgesetzes" (KiföG) durch die Mehrheit von CDU und FDP im Hessischen Landtag.

Im Plenum des Hessischen Landtags in der letzten Woche hätte die SPD-Fraktion beantragt, die Beratung und Beschlussfassung über das KiföG von der Tagesordnung der Plenarwoche abzusetzen, da sich mit­tler­wei­le in einer Petition 140.000 hessische Bürgerinnen und Bürger dagegen ausgesprochen hatten.

"Für uns ist es eine Frage des Respekts und der Einhaltung demokratischer Rechte, erst im zuständigen Ausschuss über die Petition zu beraten und dann abschließend die Ge­setzes­än­derungen zu behandeln. CDU und FDP haben dies abgelehnt und das höchst umstrittene KiföG in 3. Lesung beschlossen," kritisieren Fissmann und Quanz. Die neuen gesetzlichen Regelungen verschlechterten die Rah­men­be­dingungen für die Kitas, und es steige der Druck, die Gruppen größer zu machen und die Öffnungszeiten einzuschränken. Die Inklusion von Kindern mit Behinderung werde er­schwert.

Weitere wesentliche Kritikpunkte seien u.a. die Anhebung der U3-Gruppengröße von bisher 8-10 Kindern auf nun 12 Kinder, der Mangel an Anreizen zum Ausbau des Ganztagsangebots, sowie die fehlende Förderung des Hort-Bereichs.

"Die Schwarz-Gelben Korrekturen haben an unserem Gesamturteil nichts geändert: Es ist und bleibt einfach ein schlechtes Gesetz!"

Das Gesetz sei ein Rückschritt für die frühkindliche Bildung. Darüber hinaus hätten die Träger keine Planungssicherheit, da die Finanzierung sich nach der Anzahl der Kinder zu ei­nem bestimmten Stichtag richte. Damit würde die bisher verlässliche Gruppenfinanzierung ab­ge­löst. Das wiederum werde die Flexibilität von An- und Abmeldungen erschweren und zu mehr Teilzeitverträgen im Personalbereich führen. "Die SPD wird nach gewonnener Land­tags­wahl das Gesetz zurückziehen und mit allen Beteiligten neue Regelungen verabreden. Intensive Gespräche wird die SPD-Fraktion noch vor den Sommerferien dazu beginnen, " verdeutlichte Quanz die Position der Hessen-SPD.

"Etwas scherzhaft stelle ich abschießend fest, die 4. Lesung des Gesetzentwurfs findet am 22. September 2013 mit der Abstimmung in der Landtagswahl statt, " ergänzte Karina Fissmann.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

News-Ticker: Deutsche sterben bei Anschlag - Weitere Festnahme

In Barcelona ist ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast - mehrere Menschen wurden verletzt, mindestens 13 starben. Die Polizei bestätigte zwei Festnahmen.
News-Ticker: Deutsche sterben bei Anschlag - Weitere Festnahme

Pietätloser Tweet: Trump vergreift sich nach Barcelona-Anschlag im Ton

Donald Trump hat sich nach dem Anschlag in Barcelona mal wieder zu einem absurden Vergleich auf Twitter verstiegen. Der US-Präsident erinnerte an eine erwiesenermaßen …
Pietätloser Tweet: Trump vergreift sich nach Barcelona-Anschlag im Ton

Merkel bei Wahlkampfauftritten beschimpft

Sachsen bleibt für Politiker ein heikles Pflaster, die "Wutbürger" pöbeln weiter. Wahlkampfauftritte der Kanzlerin werden genutzt, um Stimmung gegen "die da oben" zu …
Merkel bei Wahlkampfauftritten beschimpft

Terror in Barcelona: Was wir wissen und was nicht

Ein weißer Lieferwagen rast auf der Flaniermeile Las Ramblas mitten in Barcelona in Passanten. Es gibt Tote und Verletzte, der Täter lässt den Wagen stehen und flüchtet …
Terror in Barcelona: Was wir wissen und was nicht

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.