Dritte China-Reise seit März

Kim und Xi demonstrieren nach Singapur-Eklat Geschlossenheit

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Auf einem riesigen Bildschirm in Peking wird die Begrüßung von Kim Jong Un und Xi Jinping übertragen. Foto: Andy Wong/AP

Vor einer Woche schüttelte der nordkoreanische Machthaber noch Donald Trump in Singapur die Hand, nun ist er in Peking und macht dort gut Wetter. Was erhofft sich Kim Jong Un von den Chinesen?

Peking (dpa) - Eine Woche nach seinem historischen Treffen mit US-Präsident Donald Trump hat Kim Jong Un die Nähe zu China gesucht. Bereits zum dritten Mal seit März reiste Nordkoreas Machthaber ins Nachbarland und demonstrierte dort große Geschlossenheit mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

Er hoffe, gemeinsam mit China und anderen Parteien "einen dauerhaften Frieden auf der koreanischen Halbinsel zu erreichen", sagte Kim Jong Un dem chinesischem Staatssender CCTV zufolge. Xi Jinping stärkte seinem Gast den Rücken. Egal, wie sich die regionale oder internationale Lage entwickele: An Chinas Unterstützung für Nordkorea werde sich nichts ändern, sagte der chinesische Präsident und bot seinem Gast Unterstützung bei wirtschaftlichen Reformen an.

Das Fernsehen zeigte Bilder der beiden Staatsführer bei einer offiziellen Begrüßungszeremonie in Pekings Großer Halle des Volkes. Kim Jong Un wurde dabei von seiner Frau Ri Sol Ju begleitet.

Der Nordkoreaner unterrichtete die chinesische Führung über die Ergebnisse seines Treffens mit Trump und besprach mit den Chinesen das weitere Vorgehen. Xi Jinping lobte die Ergebnisse des Gipfels in Singapur und wünschte sich, dass die gegenseitigen Versprechen in die Tat umgesetzt werden können.

Kim Jong Un wiederum bedankte sich für Chinas Hilfe. Er weiß, dass er mit der Unterstützung der Chinesen im Rücken entschiedener gegenüber Washington auftreten kann. Nordkorea hofft darauf, dass die internationalen Sanktionen gegen das Land so schnell wie möglich aufgehoben werden. Während die USA nach dem Treffen in Singapur verdeutlichten, dass dies erst nach einer vollständigen Denuklearisierung geschehen könne, hatte China dafür geworben, die Sanktionen schon früher zu lockern.

China galt als großer Gewinner des Gipfels zwischen den USA und Nordkorea, da Kim Jong Un bekräftigte, die atomare Abrüstung voranzutreiben zu wollen und Trump ankündigte, gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea in der Region einstellen zu wollen. Beides sind auch wichtige Forderungen Pekings.

Peking hatte bereits einen symbolischen Sieg errungen, bevor Trump und Kim Jong Un am vergangenen Dienstag zu ihrem historischen Handschlag ansetzten. Der nordkoreanische Führer und seine Delegation waren mit Sondermaschinen der chinesischen Fluggesellschaft Air China nach Singapur gereist. Mit den chinesischen Flugzeugen ging es für Kim dann auch zurück Richtung Heimat, was unterstreicht, wie sehr er Peking wieder vertraut.

Im Zuge seiner Charmeoffensive seit Jahresanfang hatte Kim Jong Un Ende März zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt 2011 überraschend China besucht und die alte Freundschaft wiederbelebt. Wenige Wochen später folgte ein weiteres Treffen mit Xi Jinping in der chinesischen Hafenstadt Dalian.

Nach Jahren der frostigen Beziehungen wegen seiner Atom- und Raketentests und der von China als größtem Handelspartner umgesetzten internationalen Sanktionen hatten sich beide Seiten dabei wieder angenähert und eine enge Abstimmung verabredet.

Kurz vor dem Besuch von Kim in Peking teilten die USA mit, alle Planungen für ein größeres gemeinsames Militärmanöver mit Südkorea im August gestoppt zu haben. Auch das südkoreanische Verteidigungsministerium bestätigte die Entscheidung, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Pentagon-Sprecherin Dana White erklärte, die Planungen für das Manöver mit dem Namen "Ulchi Freedom Guardian" seien suspendiert worden. Man sei noch dabei, weitere Schritte zu koordinieren. Über spätere Militärübungen sei noch nicht entschieden worden.

Trump hatte die Manöver provokant genannt. Er liegt mit dieser Einschätzung auf der Linie Nordkoreas. Das Pentagon hatte stets betont, die Übungen seien rein defensiver Natur. Der Stopp der Planungen gilt als Konzession sowohl an Nordkorea als auch an China.

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