Ägypten

Nach Mord an Bischof: Zwei Mönche zum Tode verurteilt

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Mord in der Koptischen Kirche (Symbolbild)

Ein koptischer Abt-Bischof wird tot in einem ägyptischen Wüstenkloster gefunden. Nicht nur die Kirchengemeinde fragt sich nun: Wer ist für diese grausame Tat verantwortlich?

Kairo - Diese Bluttat entsetzt nicht nur Mitglieder der koptischen Kirche. Bereits im Sommer wurde der Abt-Bischof Anba Epiphanios ermordet im Makarios-Kloster nordwestlich von Kairo aufgefunden. Nun scheint das Verbrechen aufgeklärt werden zu können.

Laut BBC sollen zwei koptische Mönche dafür verantwortlich sein. Einer der beiden Angeklagten hatte bereits im Verhör gestanden, Epiphanios mit einem Eisenrohr erschlagen zu haben. Später soll er seine Aussage allerdings zurückgezogen haben, weil er sie angeblich unter Druck und Missbrauch durch die Beamten getätigt habe.

Jetzt wurde er gemeinsam mit einem Mittäter, einem aus dem Mönchsstand entlassenen Mann, vom Strafgericht in Damanhur zum Tode verurteilt.

Mord in der Koptischen Kirche: Was war das Motiv?

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, soll ein internes Zerwürfnis das Motiv für die Gräueltat gewesen sein. So heißt es, Epiphanius habe seinen späteren Mörder aus dem Kloster verbannen wollen, weil der wiederholt mit den Oberen in Konflikt geraten sei, Arbeiten verweigert und Stimmung gegen die Ordensleitung gemacht habe.

Dies soll dabei keineswegs ein Einzelfall gewesen sein. Wie die Stuttgarter Nachrichten weiter ausführen, soll die Koptische Kirche bereits seit einigen Jahren mit inneren Streitigkeiten zu kämpfen haben, die sie nach außen hin allerdings zu verschweigen versuche.

Die koptische Kirche verkörpert mit rund zehn Millionen Gläubigen die größte christliche Konfession in Ägypten. An ihrer Spitze steht gar ein eigener Papst; seit 2012 ist das Tawadros II.

Letzterer versucht nun, die Ordnung innerhalb der Kirchengemeinde durch verschiedene Maßnahmen wiederherzustellen.

Anschlag auf Koptische Christen

Neben dem brutalen Mord an Epiphanios trauern hunderte Ägypter außerdem um die Opfer eines Terroranschlags auf Kopten im vergangenen Jahr. 

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