Kleine Anfrage - Große Auswirkung

Werra-Meißner/Darmstadt. Die "kleine Anfrage" der Grünen-Bundestagsabgeordneten Daniela Wagner, Mitglied im Verkehrsausschuß des Deutsche

Werra-Meißner/Darmstadt. Die "kleine Anfrage" der Grünen-Bundestagsabgeordneten Daniela Wagner, Mitglied im Verkehrsausschuß des Deutschen Bundestages sowie den Abgeordneten Nicole Maisch und Stephan Kühn sorgt bei vielen Politikern im Kreis für Unmut.

Wagner, Maisch und Kühn fordert den Bau, der noch nicht begonnenen Teilstücke der A 44 von Waldkappel bis Wommen, nicht zu realisieren. Somit sollen Baukosten von rund 766 Millionen Euro eingespart werden.

Der Grund für die 23 Fragen umfassende "kleine Anfrage" ist eine aktuelle Verkehrszählung des BUND, auf die sie sich bezieht. Laut der Zählung soll sich das Verkehrsaufkommen im Werra-Meißner-Kreis "erheblich verringert haben".

Die Bundesregierung hält jedoch an der bisherigen Planung fest, so heißt es in der Antwort: Der Entlastungsbedarf hat sich verringert, besteht aber nach wie vor, zumal mit der Verkehrsverlagerung auf die Autobahn auch eine erhebliche Steigerung der Verkehrssicherheit erreicht wird."

"Schlag ins Gesicht"

Bundestagsabgeordneter Helmut Heiderich (CDU) betitelt in seiner Presseerklärung die Anfrage als eine "unverschämte Attacke".

"Der Vorwurf, bei der A44 handele es sich um ein Projekt mit 20 Jahre alten Planungsgrundlagen, sei ein Schlag ins Gesicht aller Bürger des Werra-Meißner-Kreises", so Heiderich.

Bei Lichtenaus Bürgermeister Jürgen Herwig (SPD) staue sich nach dessen Angaben "die Wut in seinem Bauch": "Die immensen Kosten für den Bau der A 44 entstehen zu einem erheblichen Teil aufgrund der umfangreichen Berücksichtigung aller erdenklichen ökologischen und naturschutzrechtlichen Belange und der weit über das Notwendige hinausgehenden Maßnahmen zur Verträglichkeit mit Landschaftsgefüge, Natur und Umwelt."

Und Herwig weiter: "Wenn neben den ständigen Klagen des BUND nun auch Abgeordnete wie Frau Wagner den Komplettausbau der A 44 in Frage stellen, macht dies aus Sicht von Bürgermeister Herwig ein noch engeres Zusammenrücken der Bürgerinnen und Bürger Nordhessens und insbesondere des Werra-Meißner-Kreises notwendig, um hier entschiedenen Widerstand gegen eine mögliche Aufgabe des Weiterbaus der A 44 zu leisten."

Derzeit geht die Bundesregierung von Gesamtkosten in Höhe von rund 1,8 Mrd. Euro für die Realisierung der A 44 aus.

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