Bei Demonstration in Moskau

Kreml-Kritiker Nawalny festgenommen

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Polizisten verhaften eine Teilnehmerin einer Demonstration in Moskau.

Proteste gegen den Kreml sind in Russland selten geworden. Doch der Oppositionelle Nawalny hat landesweit junge Leute auf die Straße gebracht. Sie ließen sich auch von der Polizei nicht abschrecken.

Moskau - In Russland sind Tausende Menschen am Sonntag einem Aufruf des Oppositionellen Alexej Nawalny gefolgt und haben gegen Korruption in der Staatsspitze demonstriert. Nawalny selbst wurde gleich zu Beginn einer nicht genehmigten Kundgebung im Zentrum von Moskau festgenommen, wie die Agentur Tass meldete.

Auch mehr als 100 seiner Anhänger wurden nach inoffiziellen Behördenangaben in Gewahrsam genommen, als die Polizei versuchte, die Hauptverkehrsstraße Twerskaja für den Verkehr zu räumen. Überall in der Hauptstadt wurden massiv Sicherheitskräfte eingesetzt.

In St. Petersburg versammelten sich nach Augenzeugenberichten mehrere Tausend Demonstranten. Kundgebungen gab es auch in den Städten Saratow, Nowosibirsk, Krasnojarsk und Wladiwostok. Meist engagierten sich junge Leute.

Zuletzt hatten Unzufriedene in Russland im Winter 2011/12 gegen Wahlfälschungen demonstriert, diese Bewegung hatte Präsident Wladimir Putin niederschlagen lassen. Gedenkkundgebungen gab es auch zu den Jahrestagen der Ermordung des Oppositionspolitikers Boris Nemzow.

Nawalny hatte zu Protesten in 100 russischen Städten gegen Korruption aufgerufen. Die Demonstration im Zentrum Moskaus wurde von der Stadtverwaltung nicht genehmigt. Die Organisatoren hätten alternative Orte am Stadtrand abgelehnt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die Behörden hatten Nawalnys Anhängern für den Fall unerlaubten Demonstrationen mit hartem Durchgreifen gedroht. „Versucht nicht, mich rauszuhauen! Geht die Twerskaja entlang! Unser Thema heute ist die Korruption“, twitterte Nawalny nach der Festnahme an seine Anhänger.

Nawalny hatte Anfang März in einem Video dem Regierungschef Dmitri Medwedew Korruption in großem Umfang vorgeworfen. Mit seinem Fonds zur Bekämpfung der Korruption veröffentlicht er regelmäßig Belege für die angebliche Bestechlichkeit ranghoher Staatsdiener.

Zugleich will Nawalny bei der Präsidentenwahl 2018 gegen Putin kandidieren, der wahrscheinlich zur Wiederwahl antritt. Ein Gericht hat ihn allerdings zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Nawalny wirft den Behörden vor, ihn an der Kandidatur hindern zu wollen.

dpa

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