Lage wird immer dramatischer

Fünf Dinge, die jeder tun kann, um Aleppo zu helfen

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Die Teilnehmer an einer Lichterkette für die Opfer von Aleppo zeigen in Amsterdam Solidarität. 

Aleppo - Viele fühlen sich hilflos und ohnmächtig angesichts der grausamen Bilder aus Syrien, die uns erreichen. Doch jeder kann etwas tun, um den Menschen in Aleppo zu helfen.

1. Unterstützen Sie die Weißhelme

Die syrische Organisation „Weißhelme“ besteht aus 3000 Freiwilligen, die Verschüttete nach den unzähligen Bombenangriffen in Syrien aus den Trümmern befreien. 73.530 Menschen haben sie schon vor dem Tod bewahrt, berichten die Weißhelme auf ihrer Homepage. Die Retter riskieren ihr Leben, weil auf die Trümmer oft neue Bomben fallen -  viele starben bereits bei ihren Einsätzen.

Die rund 3000 Ehrenamtlichen hatten in Friedenszeiten alltägliche Berufe wie Verkäufer oder Lehrer und ließen sich dann als Feuerwehrleute, Sanitäter oder Suchkräfte ausbilden, um ihren Mitmenschen zu helfen. In diesem Jahr ging der Alternative Nobelpreis an die syrische Organisation.

2. Unterstützen Sie „Ärzte ohne Grenzen“

„Ärzte ohne Grenzen“ behandelt und versorgt Menschen medizinisch - egal, welcher Herkunft, Religion oder politischen Überzeugung sie sind. Gleichzeitig informiert sie die Öffentlichkeit über die Not der Menschen. 

In Syrien ist die Arbeit der „Ärzte ohne Grenzen“ denkbar schwierig: Viele Krankenhäuser sind nach Bombenangriffen nur noch Schutt und Asche, das Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps. Die Organisation gibt aber nicht auf und unterstützt in Ost-Aleppo alle acht verbliebenen Krankenhäuser und landesweit mehr als 150 Gesundheitszentren und Kliniken. Im Norden Syriens betreibt „Ärzte ohne Grenzen“ selbst sechs medizinische Einrichtungen. Zu den von der syrischen Regierung kontrollierten Gebieten einschließlich West-Aleppo erhält die Organisation keinen Zugang.

3. Unterstützen Sie Flüchtlingshelfer

Viele Syrer fliehen aus ihrem zerbombten Land und landen in Flüchtlingslagern an den Grenzen der EU. Dort ist ihre Situation oft dramatisch, es fehlt an den lebensnotwendigsten Dingen. Eine Organisation, die direkt in den Flüchtlingslagern hilft, ist die „InterEuropean Human Aid Association Germany“ - kurz IHA. Gegründet wurde sie vom Münchner Daniel Überall. Mittlerweile ist daraus ein Netzwerk von Freiwilligen aus ganz Europa geworden.

Die Freiwilligen der IHA helfen in den Flüchtlingslagern beim Aufbau einer sinnvollen Infrastruktur, leisten Nothilfe und koordinieren die Verteilung von Nahrung, Kleidung, Zelten, Schlafsäcken oder Notstrom-Aggregaten in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen. 

Unterstützen kann man die IHA mit Geld. Oder mit Zeit - und zwar mit einem Einsatz in einem Flüchtlingslager in Europa, sei es eine Woche, einen Monat oder ein Jahr.

München: Demonstranten zeigen Solidarität mit Aleppo

Bei einer Aktion vor der Oper in München solidarisierten sich am Donnerstag Demonstranten mit den Menschen in Aleppo.

4. Stumpfen Sie nicht ab

Der Krieg in Syrien schwelt seit Jahren, immer neue Bilder von Zerstörung, Tod und Leid erreichen uns aus dem Land. Viele verstehen gar nicht mehr, wer gegen wen kämpft und um was es eigentlich geht. Durch die vielen Katastrophenbilder besteht die Gefahr, dass wir abstumpfen, fürchtet der deutsche Fotograf F.C. Gundlach in einem Artikel der Welt. Damit nimmt auch die Spendenbereitschaft ab. Auch der Berliner Psychologie-Professor Hansjörg Znoj beschreibt diesen Effekt: Wenn man etwas oft sehe, verliere es an Relevanz, man gewöhne sich daran. Der Fachbegriff dafür lautet Habituation - ein unbewusst ablaufender Abwehrmechanismus des Körpers, teilweise auch als Selbstschutz. 

Was man gegen das Abstumpfen tun kann? Hinsehen, hinhören, und sich immer wieder in die Lage der notleidenden Menschen versetzen. Auch wenn es unangenehm ist.

5. Nehmen Sie an Veranstaltungen teil

Die Lage der Menschen in Aleppo lässt Sie nicht kalt, Sie möchten etwas tun, aber wissen nicht was? Zeigen sie sich solidarisch mit den notleidenden Syrern und gehen Sie zu einer Kundgebung oder Veranstaltung. In München gibt es beispielsweise die am Donnerstag um 16.30 Uhr vor der Bayerischen Staatsoper eine Kundgebung unter dem Motto „Stand up for Aleppo“.

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