Kritik vom SPD-Kanzlerkandidaten

Schulz kontert “Reisewarnung“ der Türkei

Zur „Reisewarnung“ der Türkei findet SPD-Kanzlerkandidat Martin Schult deutliche Worte.
+
Zur „Reisewarnung“ der Türkei findet SPD-Kanzlerkandidat Martin Schult deutliche Worte.

Deutschland sei zunehmend von einem „rechtsextremen, gar rassistischen Diskurs“ geprägt - so begründet das türkische Außenministerium seine „Reisewarnung“ für Deutschland. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz schießt umgehend zurück.

Mainz - SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat die türkische Regierung für ihre „Reisewarnung“ für Deutschland scharf kritisiert. Er sei bestürzt über diese Entwicklung, sagte er am Rande einer Wahlkampfveranstaltung am Samstag in Mainz. „Die Regierung in Ankara verliert das Maß. Die Beziehungen zwischen der Türkei und der Bundesrepublik Deutschland dürfen sich nicht so entwickeln, wie das offensichtlich systematisch in Ankara vorangetrieben wird“, sagte Schulz. Wenn es so weitergehe, müsse man im Klartext sagen: „Deutschland ist kein Land, das jede Demütigung aus der Türkei akzeptieren kann.“

Das türkische Außenministerium hatte am Samstag eine „Reisewarnung“ für die Bundesrepublik Deutschland ausgesprochen und in Deutschland lebende Türken und türkische Bürger, die dorthin reisen wollen, generell zur „Vorsicht“ ermahnt. Insbesondere sollten sich Türken in Deutschland „nicht auf politische Debatten einlassen“, „sich von Wahlkampfveranstaltungen politischer Parteien und von Plätzen fernhalten“, wo Kundgebungen oder Demonstrationen stattfinden, die von „Terrororganisationen“ organisiert oder unterstützt und von den deutschen Behörden geduldet werden.

Schulz: Türkei entfernt sich von den Prinzipien Europas

Die Türkei entferne sich in einer nicht hinnehmbaren und gefährlichen Art und Weise von allen Prinzipien der internationalen Beziehungen und von den Prinzipien Europas, sagte Schulz. Er könne nur an die türkische Regierung appellieren, diesen Weg zu stoppen und zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zurückzukehren. Mit diesem Vorgehen beeindrucke der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Leute in Deutschland sicher nicht.

Altmaier kritisiert türkische „Reisewarnung“ als „schlechten Witz“

Kanzleramts-Chef Peter Altmaier hat die von der Türkei für Deutschland veröffentliche „Reisewarnung“ als schlechten Witz bezeichnet. „Reisewarnung der Türkei gegen Deutschland ist ein schlechter Witz! Grundlose Haft für viele Deutsche ist Unrecht! Nazivergleiche verletzen unsere Ehre!“, schrieb der CDU-Politiker am Sonntag auf Twitter. 

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Grünen-Votum zur Ampel - Scholz stellt SPD-Minister vor
Politik

Grünen-Votum zur Ampel - Scholz stellt SPD-Minister vor

Läuft alles nach Plan, ist der Weg für eine neue Bundesregierung frei. Voraussetzung ist die Zustimmung der Grünen-Basis. Auch steht das Ende des Rätselratens über die …
Grünen-Votum zur Ampel - Scholz stellt SPD-Minister vor
Grüne lassen über Koalitionsvertrag abstimmen: Habeck und Baerbock stellen sich den Mitgliedern - ein Risiko?
Politik

Grüne lassen über Koalitionsvertrag abstimmen: Habeck und Baerbock stellen sich den Mitgliedern - ein Risiko?

Die Grünen lassen ihre Mitglieder über den Koalitionsvertrag abstimmen. Die Ampel steht damit vor eine ihrer letzten Hürden.
Grüne lassen über Koalitionsvertrag abstimmen: Habeck und Baerbock stellen sich den Mitgliedern - ein Risiko?
Ampel-Knall: SPD will Lindner Finanzministerium wohl doch noch entreißen - „systematische Gefahr“
Politik

Ampel-Knall: SPD will Lindner Finanzministerium wohl doch noch entreißen - „systematische Gefahr“

Die Ampel hat sich bereits über Ministerposten geeinigt, doch nun schalten sich offenbar SPD-Mitglieder ein und wollen das Finanzministerium nicht bei der FDP sehen.
Ampel-Knall: SPD will Lindner Finanzministerium wohl doch noch entreißen - „systematische Gefahr“
Russland-Konflikt: Hunderttausende Putin-Soldaten an Ukraine-Grenze? Zwischenfall im Luftraum
Politik

Russland-Konflikt: Hunderttausende Putin-Soldaten an Ukraine-Grenze? Zwischenfall im Luftraum

Politiker zeigen sich besorgt über die Lage zwischen der Ukraine und Russland. Plant Putin einen Angriff? Biden und der Kreml-Chef sprechen am Dienstag miteinander.
Russland-Konflikt: Hunderttausende Putin-Soldaten an Ukraine-Grenze? Zwischenfall im Luftraum

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.