BMW will Werk trotzdem in Mexiko bauen

Das sind die Reaktionen auf Trumps Schock-Aussagen

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Drohungen ausgesprochen und für Verwirrung gesorgt: Donald Trump (l) beim Interview mit Kai Diekmann, Herausgeber der Bild-Gruppe.

Washington - Donald Trump hat kurz vor seinem Amtsantritt in Interviews viel Staub aufgewirbelt. So sieht er die NATO als obsolet an und drohte unter anderem BMW. Jetzt gibt es Reaktionen.

Die jüngsten  Interview-Äußerungen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump haben bei der Nato für Irritationen gesorgt. Die Organisation habe die Erklärung, dass sie "obsolet" sei, "mit Besorgnis aufgenommen", sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Montagmorgen nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. Generell hätten Trumps Interview-Aussagen zu EU und Nato nicht nur in Brüssel "für Verwunderung und Aufregung gesorgt". Ein Nato-Sprecher verwies am Montag lediglich auf Äußerungen von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg vom Dezember. Er hatte damals gesagt, er sei "vollkommen zuversichtlich", "dass die USA ihr starkes Engagement gegenüber der Nato" und den "Sicherheitsgarantien in Europa beibehalten".

"Wir müssen sehen, was daraus folgt“

Steinmeier, der am Montag am Treffen der EU-Außenminister teilnahm, geht davon aus, dass Trumps Interview den Tag in Brüssel "vermutlich beeinflusst, wenn nicht bestimmt". Mit Blick auf Trumps Äußerung zur Nato verwies er darauf, dass diese den Angaben des designierten US-Verteidigungsministers James Mattis bei seiner Anhörung vor dem Kongress widersprächen. "Wir müssen sehen, was daraus für die amerikanische Politik folgt."

Vorerst kein Kommentar von Merkel

Auch die Bundesregierung will erst einmal abwarten. Trump habe in dem Interview mit der "Bild"-Zeitung "deutlich seine Sicht dargelegt", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe das Interview "mit Interesse gelesen". Die Bundesregierung wolle jetzt aber nicht "Einzelaspekte des Interviews kommentieren".

In seinem Interview mit der Bild hatte Trump offen deutschen Autobauern mit krassen Strafzöllen gedroht - vor allem BMW. Die Münchner, die  2019 eine Fabrik in Mexiko eröffnen wollen, legte Trump nahe, die Fabrik in den USA zu bauen. „Wenn sie in Mexiko eine Fabrik bauen und Autos in die USA verkaufen wollen ohne eine 35-Prozent-Steuer, dann können sie das vergessen“, so der designierte US-Präsident.

Gabriel mahnt zur Gelassenheit

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat angesichts Trumps Aussagen zur Gelassenheit gemahnt. „Ich kann nur raten aufgrund solcher Positionen nicht hektisch zu werden, sondern abzuwarten, was passiert“, sagte der SPD-Chef am Montag. Deutschland sei nicht unterlegen, es sei ein starkes Land und müsse jetzt selbstbewusst sein. Gabriel sagte zu möglichen Strafzöllen auf importierte Autos: „Die amerikanische Autoindustrie wird dadurch schlechter, schwächer und teurer.“ Außerdem würden sich die USA ziemlich umgucken, wenn Trump auch die Zulieferteile mit Strafzöllen belege.

BMW hält an Werk in Mexiko fest

BMW zeigt sich unbeeindruckt von der Trumps markigen Drohungen und hält an seinen Plänen für ein Werk in Mexiko fest. „Die BMW Group ist in den USA zuhause“, erklärte das Unternehmen am Montag. In dem Werk in San Luis Potosí in Mexiko werde von 2019 an die BMW 3er Limousine gebaut. „Die Produktion ist für den Weltmarkt bestimmt. Somit wird das Werk in Mexiko die bisherigen 3er-Prouktionsstätten in Deutschland und China ersetzen“, erklärte das Unternehmen.

dpa/AFP/snacktv

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