CSU auch in Bayern im Umfragetief

Schaden Seehofer und Spahn der Union? Parteien verlieren nach Islam-Gepolter

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Horst Seehofer im Bundestag - mit Blick auf die AfD-Fraktionschefs Alexander Gauland und Alice Weidel

Die Union ist mit hartem Tonfall in die neue GroKo gestartet. Beim Wähler kommt das augenscheinlich nicht gut an: Die Demoskopen ziehen eine für die CSU pikante Schlussfolgerung.

Berlin - Die neue Regierung polterte sich mit kräftigen Paukenschlägen ins Amt. Genauer gesagt: Die neuen Bundesminister Horst Seehofer (CSU) und Jens Spahn (CDU) waren es, die mit markigen Ansagen zum Thema Islam, Hartz IV und Abtreibung für Schlagzeilen sorgten.

Der neue, rabiate Tonfall schlägt sich aber augenscheinlich nicht in wachsender Beliebtheit der Unionsparteien nieder. Ganz im Gegenteil. In einer neuen Forsa-Umfrage im Auftrag der Fernsehsender RTL und n-tv verlieren CDU und CSU kräftig an Zustimmung. Der Erhebung zufolge würde die Union aktuell nur noch 31 Prozent der Wählerstimmen erhalten.

Das wäre ein herber Rückschlag. Noch in der Vorwoche lagen die beiden Parteien im „Trendbarometer“ der beiden TV-Kanäle drei Prozentpunkte höher, bei 34 Prozent. Auch bei der Bundestagswahl hatten CDU und CSU besser abgeschnitten. Damals hatten sie 32,9 Prozent der Wählerstimmen erhalten - selbst das war gleichwohl ein unbefriedigendes Ergebnis für die Konservativen.

Oppositionsparteien gewinnen hinzu - Umfrage-Pleite für Nahles

Allerdings kann der Koalitionspartner SPD in der Umfrage nicht von der Schwäche der Union profitieren. Die Sozialdemokraten verharren in der sogenannten Sonntagsfrage bei 19 Prozent.

Stattdessen sammeln offenbar die Oppositionsparteien unzufriedene Wähler ein. Laut der Umfrage gewinnen FDP, Linke, Grüne und AfD aktuell jeweils einen Prozentpunkt. Die AfD bliebe mit 14 Prozent stärkste Oppositionspartei, gefolgt von Grünen (12 Prozent), Linke (11) und FDP (9).

Lesen Sie auch: Petition fordert: Jens Spahn soll einen Monat von Hartz IV leben

Bittere Randnotiz für die Sozialdemokraten: Dem Institut Forsa zufolge ist Angela Merkel (CDU) selbst in der SPD als Kanzlerin gefragter als Parteichefin Andrea Nahles. 34 Prozent der SPD-Wähler würden Merkel bevorzugen, nur 33 Prozent für Nahles votieren.

Wahlforscher warnen: CSU stärkt die AfD

Wenig Grund zur Freude hat auch die CSU, die Seehofer explizit den Rücken gestärkt hatte. Fänden am Sonntag die Bundestagswahlen statt, käme die Partei unter ihrem neuen Chef Markus Söder laut RTL/n-tv-“Trendbarometer“ in Bayern auf 37 Prozent. Dafür würde derzeit die AfD im Freistaat satte 14 Prozent erhalten.

Die Analyse der Umfrage-Macher fällt dementsprechend frappierend aus: "Anders als von Politikern der CSU behauptet, schwächt die Übernahme von Positionen der AfD also die AfD nicht, sondern stärkt sie" zitiert n-tv das Institut Forsa.

Erst Anfang der Woche waren Seehofer und Spahn wegen ihrer heftigen Äußerungen auch parteiintern in die Kritik geraten. Berichten zufolge kam es bei einer CDU-Präsidiumssitzung zu einer offenen Konfrontation.

Für die Umfrage waren von 19. bis 23. März insgesamt 2.502 Menschen befragt worden.

Lesen Sie auch: „Identität Deutschlands“: Seehofer rechtfertigt umstrittene Islam-Aussage

fn

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