Medienberichte

Lahmer Gaul: Ist der Bundes-Trojaner „weitgehend unbrauchbar“?

Der „Bundestrojaner“ des BKA sorgte einst für heftige Diskussionen. Medienberichten zufolge ist das gefürchtete Programm aber kaum zu etwas zu gebrauchen.

Berlin/Wiesbaden - Die vom Bundeskriminalamt (BKA) entwickelte Spionagesoftware soll nach Medieninformationen weitgehend unbrauchbar sein. Wie die Welt unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, kam der sogenannte Bundestrojaner bislang noch in keinem Ermittlungsverfahren zum Einsatz, obwohl die Software vom Bundesinnenministerium bereits im Februar 2016 offiziell freigegeben worden war.

Eine Sprecherin des BKA wollte die Vorwürfe am Freitag nicht kommentieren. Aus ermittlungstaktischen Gründen sei es nicht möglich, Einzelheiten zu nennen, sagte sie.

Nur für Skype brauchbar - und auch das nur auf Windows-Rechnern

Die Entwicklung der Software habe rund 5,8 Millionen Euro gekostet, heißt es in dem Bericht. Hinzu kämen weitere 190.000 Euro für ein TÜV-Gutachten. Der sogenannte Bundestrojaner sei lediglich in der Lage, das Internet-Telefonprogramm „Skype“ auf Windows-Computern zu überwachen. Sowohl bei Mobiltelefone, Laptops als auch Tablets sei die Software nicht einsatzfähig. Auch andere Kommunikationsprogramme wie „WhatsApp“ oder den Messenger von Facebook könnten damit nicht überwacht werden.

Das Bundeskriminalamt arbeitet dem Bericht zufolge bereits an einer neuen Version, deren Fertigstellung noch in diesem Jahr geplant ist. Mit dieser Version soll die Überwachung von Messengerdiensten auf Handys und Tablets möglich sein.

dpa

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