Landau: Waldverkauf keine gute Idee

Dirk Landau. Foto: Archiv
+
Dirk Landau. Foto: Archiv

Bad Sooden-Allendorf. Der CDU-Landtagsabgeordnete Dirk Landau, der im Wiesbadener Landtag sowohl Mitglied des Haushalts- als auch des Umwelt- und Ener

Bad Sooden-Allendorf. Der CDU-Landtagsabgeordnete Dirk Landau, der im Wiesbadener Landtag sowohl Mitglied des Haushalts- als auch des Umwelt- und Energieausschusses ist, schaltet sich in die Diskussion seiner Heimatstadt Bad Sooden-Allendorf um den Verkauf von Kommunalwald ein.

"Beim Wald denkt man in Generationen", bemerkt dieser, "und nicht an eine kurzfristige Entlastung des defizitären Stadthaushaltes." Der städtische Wald überstand bei den Allendorfer und Söder Vorfahren Wirtschaftskrisen, Weltkriege und Hungersnöte, die sämtlich von größerer Auswirkung waren als die heutige Schuldensituation der Stadt. "Bad Sooden-Allendorf hat zwar in den letzten 3 Jahren die traurige Spitzenposition der höchstverschuldeten Kommune des Werra-Meißner-Kreises eingenommen", so der CDU-Politiker, der 13 Jahre Stadtverordneter war, "was aber nicht bedeuten darf, daß die Stadt im Bereich des Forstes ökonomische Nachhaltigkeit unbeachtet läßt!"

Denn der 506 Hektar große Teil des Stadtwaldes, für den ein Kaufangebot vorliegt, ist der lukrativste der insgesamt 1.951 Hektar umfassenden Forstfläche. "Hier hatten zu DDR-Zeiten die Bäume im Sperrgebiet der innerdeutschen Grenze gelegen 40 Jahre lang Zeit einen außerordentlichen Bestand hervorzubringen", führt Landau an, "der trotz bereits erfolgten Einschlag noch über Jahre hinaus überdurchschnittliche Einnahmen aus Holzverkauf verspricht."

Der Landespolitiker weist zudem auf klar steigende Verwertungspreise für Holz hin. Landau: "Holz erhält als Energieträger und Werkstoff in Zukunft eine immer stärkere Bedeutung mit entsprechend steigenden Erlösen." Angesichts dieser Fakten kann seiner Auffassung nach ein Verkauf von Wald nicht in Frage kommen. "Der Forst ist neben der Verkehrsüberwachung, wo die Bußgelder der Verkehrssünder verbucht werden, der einzige Haushaltsbereich der Stadt Bad Sooden-Allendorf, der keine Schulden macht", stellt Dirk Landau fest. 2011 wurden mit der thüringischen und nun von einem Privatinvestor aus gutem Grund ins Auge gefaßten Waldfläche der Stadt bei einem 25%igen Flächenanteil am Gesamtstadtwald 75% der Erträge erwirtschaftet.

Der Abgeordnete fährt fort: "Ein Verkaufserlös von 7 Mio. € liegt ohne Frage über dem derzeitigen Marktpreis und ist deshalb verführerisch, aber er deckt nicht einmal das jahresbezogene Defizit von 12 Mio. € für 2012." Landau sieht erhebliche Einsparpotentiale in Verwaltungsprozessen und –strukturen sowie dem unwirtschaftlichen Sportinternat. "Meine Empfehlung an die Stadtverordneten lautet daher, eine Sanierung des Haushaltes nicht über den Einmalverkauf des Stadtwaldes anzugehen", und mahnt an: "Der Teilverkauf des Kommunalwaldes wird die Veräußerung des restlichen und weniger ertragreichen Waldes nach sich ziehen!"

Lesen Sie auch den Kommentar zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Steuerreform: Das versprechen die Parteien den Deutschen
Politik

Steuerreform: Das versprechen die Parteien den Deutschen

Steuern rauf oder runter? Alle Parteien ziehen mit einer klaren Position in den Wahlkampf. Doch wer sind die Gewinner? Und wer die Verlierer? Hier ein Überblick.
Steuerreform: Das versprechen die Parteien den Deutschen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.