Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen

Wer regiert zukünftig in NRW? Diese Koalitionen sind möglich

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Mögliche Bündnispartner in einer schwarz-gelben Koalition: Armin Laschet (CDU) und Christian Lindner (FDP).

Düsseldorf - Nach dem politischen Erdbeben in Nordrhein-Westfalen blicken die Parteien nach vorne und treffen erste Aussagen zu möglichen Bündnissen.

Der CDU-Wahlsieger Armin Laschet will für eine mögliche Regierungskoalition im NRW-Landtag mit allen „demokratischen Parteien“ sprechen. „Mit allen Demokraten werde ich das Gespräch suchen“, sagte Laschet am Sonntagabend in Düsseldorf. Dann werde man sehen, mit welchen Parteien es die größten Gemeinsamkeiten gebe. 

Nach der Wahl rückt die Möglichkeit einer schwarz-gelben Koalition in den Fokus. Union und FDP haben in Bund und Ländern schon mehrfach zusammen regiert. Zuletzt gab es eine solche Zweier-Koalition aber nicht mehr.

Kraft will keine Empfehlung für ihre SPD abgeben

Nach ihrer Niederlage bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gibt die bisherige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) keine Empfehlungen für die Regierungsbildung. Da sie mit sofortiger Wirkung als Landesvorsitzende zurückgetreten sei, „wird meine Partei darüber entscheiden, wie sie dann am Ende mit dem Ergebnis umgeht“, sagte Kraft am Sonntagabend im ZDF auf die Frage, ob sie der SPD die Beteiligung an einer großen Koalition empfehle. Die SPD hat Hochrechnungen zufolge ihr bisher schlechtestes Ergebnis im Land erzielt. Hier finden Sie alle Ergebnisse aus den Gemeinden in Nordrhein-Westfalen auf einer Karte.

Dafür hat sich SPD-Generalsekretärin Katarina Barley zu einer möglichen Koalition im Bund geäußert. Sie schließt eine Koalition mit Grünen und Linken im Bund nicht grundsätzlich aus. Trotz der schweren Niederlage der SPD in Nordrhein-Westfalen sei eine erfolgreiche Bundestagswahl noch möglich, sagte sie am Sonntagabend in der ARD. „Vier Monate vor der Wahl kann man weder zu den Prognosen etwas sagen noch zu den möglichen Koalitionsoptionen“, betonte sie.

Lindner: Schwarz-gelbe Mehrheit heißt nicht schwarz-gelbe Regierung

Für den FDP-Spitzenkandidaten Christian Lindner bedeutet eine Mehrheit von CDU und FDP nicht zwangsläufig auch eine Koalition dieser beiden Parteien. „Es könnte sein, dass es eine schwarz-gelbe Mehrheit gibt. Eine schwarz-gelbe Mehrheit heißt aber nicht, dass es eine schwarz-gelbe Regierung gibt“, sagte der Parteichef der Liberalen am Sonntagabend nach der Landtagswahl in Düsseldorf. „Ich bin nämlich nicht der Wunsch-Koalitionspartner von Herrn Laschet und er nicht meiner“, fügte er hinzu.

In den vergangenen Wochen habe die CDU mehr Wahlkampf gegen die FDP als gegen die SPD gemacht. „Ich nehme das aber sportlich“, sagte Lindner: „Wir sind aus eigener Kraft gewählt worden und entsprechend eigenständig gehen wir in die Wahlperiode.“

Grüne schließen Jamaika-Koalition aus

Die nordrhein-westfälische Grünen-Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann hat nach der Abwahl von Rot-Grün eine sogenannte Jamaika-Koalition mit CDU und FDP ausgeschlossen. „Für uns stellt sich diese Frage nicht“, sagte Löhrmann am Sonntagabend in Düsseldorf. 

Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen

Es bleibe bei dem Parteitagsbeschluss, ein solches Bündnis nicht einzugehen. Sie sehe zudem „eigentlich keine Arbeitsgrundlage“ für Schwarz-Gelb-Grün. „Da soll sich niemand Illusionen machen“, sagte Löhrmann. Die bislang an der Regierung beteiligten Grünen stürzen nach den ersten Hochrechnungen auf 6,0 Prozent in NRW ab.

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