„Wir brauchen eine Debatte“

Las-Vegas-Angriff: Senatoren für schärfere Waffengesetze

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Nach dem Anschlag in Las Vegas scheint in den USA die Debatte über schärfere Waffengesetze neu entfacht zu sein. 

Während nach dem grausamen und blutigen Anschlag von Las Vegas bereits einige Senatoren schärfere Waffengesetze in den USA fordern, scheint das Weiße Haus bei diesem Thema noch keinen Redebedarf zu haben. 

Washington/Las Vegas - Nach dem Massaker von Las Vegas mit mehr als 50 Todesopfern mehren sich die Forderungen nach schärferen Waffengesetzen in den USA. „Wir dürfen nicht taub sein bei solchen Massakern, die so viele Leben in so kurzer Zeit auslöschen können“, teilte am Montag die Senatorin des Bundesstaats Kalifornien, Dianne Feinstein mit. „Es sollte jeden Amerikaner schocken, dass jedes Individuum mit leichtem Zugang zu Waffen und Munition, solche Verwüstungen auslösen kann.“

Die Demokratin rief zum „tiefen Nachdenken“ über die Umstände auf und forderte, Konsequenzen zu ziehen. Auch weitere Demokraten forderten härtere Waffengesetze. Elizabeth Warren, Senatorin des Bundesstaats Massachusetts, betonte: „Gedanken und Gebete sind nicht genug.“ Tragödien wie in Las Vegas seien viel zu oft passiert. „Wir brauchen eine Debatte, wie die Waffengewalt zu stoppen ist.“ Ein 64 Jahre alter Mann soll aus dem 32. Stock eines Hotels zahlreiche Schüsse auf die Besucher eines Countrymusikfestivals in der Vergnügungsmetropole Las Vegas abgegeben haben. Dabei starben mindestens 58 Menschen.

Die Gewalttat ließ die Aktien von Waffenherstellern steigen. Die Papiere von Sturm, Ruger & Co und American Outdoor Brands - dem Mutterkonzern von Smith & Wesson - legten zwischenzeitlich um fast vier Prozent zu. Dass Waffenaktien mit Kursgewinnen auf Amokläufe und Attentate reagieren, ist nicht ungewöhnlich. Die blutigen Ereignisse lassen die Nachfrage nach Waffen in den USA oft kurzfristig anziehen, weil verschärfte Waffengesetze als Konsequenz befürchtet werden.

Schießerei in Las Vegas: Tote und Verletzte bei Festival

Weißes Haus: Diskussion über Waffengesetze verfrüht

Ein Diskussion über schärfere Waffengesetze nach den Todesschüssen von Las Vegas ist nach Darstellung des Weißen Haues verfrüht. „Es wäre voreilig, politische Maßnahmen zu diskutieren, solange wir nicht vollständig wissen, was gestern Abend passiert ist“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, am Montag.

Präsident Donald Trump habe aber mehrmals deutlich gemacht, dass er ein Befürworter des zweiten Verfassungszusatzes sei. Dort ist das grundsätzliche Recht auf den Besitz von Schusswaffen für US-Bürger festgeschrieben.

Am Sonntagabend (Ortszeit) hatte ein Schütze in der Glücksspieler-Hochburg Las Vegas mindestens 58 Menschen getötet, verdächtig ist ein 64 Jahre alter Mann aus der Nähe von Las Vegas. Unmittelbar nach der Tat waren Forderungen laut geworden, die Regelungen für Waffenbesitz zu reformieren. Der Bundesstaat Nevada gilt als besonders großzügig bei der Zulassung von Schusswaffen.

Trump kam am Nachmittag gemeinsam mit seinem Vizepräsidenten Mike Pence sowie den Ehefrauen der beiden Politiker, Melania Trump und Karen Pence, in Gedenken an die Opfer und die Hinterbliebenen zu einer Schweigeminute vor dem Weißen Haus zusammen.

Alle Informationen zum Angriff in Las Vegas finden sie in unserem News-Ticker

dpa

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