USA und EU kritisieren die Wahl

Lateinamerikanische Länder fordern Überprüfung der Wahl in Venezuela

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Bei der Gouverneurswahl am Sonntag hatten sich die regierenden Sozialisten in den meisten Bundesstaaten durchgesetzt.

Venezuela steckt in einer tiefen Krise, viele sind unzufrieden mit der Regierung. Trotzdem wollen die regierenden Sozialisten bei der Gouverneurswahl am Sonntag einen klaren Sieg eingefahren haben. Die Opposition und viele Nachbarländer melden Zweifel an.

Caracas - Eine Reihe lateinamerikanischer Länder und Kanada haben eine Überprüfung der umstrittenen Regionalwahl in Venezuela verlangt. „Angesichts der Hindernisse, Einschüchterungen, Manipulationen und Unregelmäßigkeiten fordern wir dringend eine unabhängige Überprüfung der Wahl“, hieß es am Dienstag in einer Stellungnahme der sogenannten Lima-Gruppe. Zu der Gruppe, die Venezuela zur Rückkehr zu Demokratie drängen will, gehören Argentinien, Brasilien, Kanada, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Guatemala, Honduras, Mexiko, Panama, Paraguay und Peru.

Bei der Gouverneurswahl am Sonntag hatten sich die regierenden Sozialisten den offiziellen Ergebnissen zufolge in den meisten Bundesstaaten durchgesetzt. Die Opposition spricht von Betrug und erkennt das Ergebnis nicht an. Zuvor waren Kandidaten der Regierungsgegner von der Wahl ausgeschlossen worden und Wahllokale kurzfristig verlegt worden.

Der kolumbianische Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos forderte Neuwahlen in dem krisengeplagten Nachbarland. „Die Lösung ist: allgemeine Wahlen, ausländische Beobachter und eine unabhängige Wahlbehörde“, schrieb Santos am Dienstag auf Twitter.

Der kolumbianische Staatschef hatte Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro bereits zuvor vorgeworfen, bei den Wahlen „nicht sauber zu spielen“. Wegen der schweren politischen und wirtschaftlichen Krise in Venezuela sind bereits Zehntausende ins Nachbarland Kolumbien geflohen.

Auch die USA und die EU kritisierten die Wahl und forderten mehr Transparenz. Die venezolanische Regierung wies dies als Einmischung in innere Angelegenheiten zurück. Die Abstimmung galt auch als Stimmungstest für Maduro. Bei Protesten gegen die Regierung kamen in diesem Jahr bereits über hundert Menschen ums Leben.

dpa

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