Seit Bundestagswahl unter Druck

Umfrage: Mehrheit gegen Seehofers Kandidatur als Ministerpräsident

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Neigt sich seine Zeit als bayerischer Landesvater dem Ende zu: CSU-Chef Horst Seehofer verliert mehr und mehr an Rückhalt - auch in der Bevölkerung.

Horst Seehofer gerät nach der Bundestagswahl nicht nur in der CSU unter Druck. In einer Umfrage spricht sich die Mehrheit gegen eine erneute Kandidatur des bayerischen Ministerpräsidenten aus.

München - CSU-Chef Horst Seehofer verliert einer Umfrage zufolge in der Bevölkerung deutlich an Rückhalt. Demnach haben sich zwei Drittel der Befragten gegen eine erneute Spitzenkandidatur des 68-Jährigen bei der Landtagswahl 2018 ausgesprochen. Zudem geht aus der repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Augsburger Allgemeinen (Samstag) hervor, dass 57,7 Prozent der Befragten mit der Arbeit Seehofers als Ministerpräsident nicht zufrieden sind. Vor fünf Monaten sah das noch ganz anders aus: Anfang Mai sagten in einer Umfrage noch 60 Prozent, dass sie mit Seehofers Arbeit zufrieden seien.

Bei der Bundestagswahl war die CSU auf einen historischen Tiefstwert von 38,8 Prozent gefallen. Seitdem steht Parteichef Seehofer intern massiv unter Druck. In der Partei machen viele Seehofer und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Wahlschlappe verantwortlich. Die CSU-Bezirksverbände Oberfranken und Oberpfalz haben bereits einen personellen Neuanfang gefordert, auch aus anderen Regionen meldeten sich immer wieder Kritiker zu Wort und forderten Seehofers Rücktritt.

Kommentar zur Debatte um Seehofer: Riskante Nadelstiche

Einigung mit CDU bei Zuwanderung sorgt nicht für Beruhigung

Dass CDU und CSU ihren Dauerstreit am vergangenen Wochenende beigelegt und sich für die Einführung eines Richtwerts von maximal 200.000 Zuwanderern ausgesprochen haben, konnte die Situation bislang nicht beruhigen. Seehofer selbst lehnt aber einen Rücktritt von seinen Ämtern als Ministerpräsident und Parteichef sowie eine Personaldebatte vor den anstehenden Koalitionsverhandlungen für ein Jamaika-Bündnis in Berlin ab.

Nach der Civey-Umfrage würde die CSU auch bei der Landtagswahl 2018 herbe Verluste einfahren. Wenn schon am Sonntag Wahl wäre, würden demnach 40,7 Prozent der Bayern die CSU wählen. Das wären zwar knapp zwei Prozentpunkte mehr als bei der Bundestagswahl. Im Vergleich zur Landtagswahl 2013 würde die CSU aber 7 Prozentpunkte verlieren.

Spannend wird laut der Umfrage der Kampf um Platz zwei: Die SPD käme auf 14,1 Prozent, die Grünen auf 12,4 Prozent und die AfD auf 11,3 Prozent. Die FDP würde mit 7,1 Prozent und die Freien Wähler würden mit 7 Prozent wieder in den Landtag einziehen, die Linke dagegen mit 3,4 Prozent den Einzug verpassen.

dpa

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