Nach Boykottaufruf

„Letztes Aufgebot“: FPÖ kritisiert Aufruf  zum Boykott von Ministern der Partei

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Der Generalsekretär der FPÖ, Harald Vilmsky, bezeichnete den Aufruf als „letztes Aufgebot der Linken“.

Lange mussten die Unterzeichner nicht warten: FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky reagierte nur einen Tag nach dem Aufruf zum Boykott von Ministern der FPÖ mit deutlichen Worten. Er messe diesem Beitrag allerdings keine Bedeutung zu.

Wien - Die rechtspopulistische Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) hat einen Aufruf internationaler Persönlichkeiten zum Boykott ihrer Minister als "durchschaubares Manöver" kritisiert. Es handele sich um ein "letztes Aufgebot der vereinigten Linken", erklärte der FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky am Freitag. Vilimsky, der die Partei im Europaparlament vertritt, fügte hinzu, kein ernst zu nehmender Politiker werde diesem "Zuruf aus der politischen Vergangenheit eine Bedeutung beimessen".

Zu den Unterzeichnern gehören der ehemalige französische Außenminister Bernard Kouchner, das als Nazijäger bekannt gewordene Ehepaar Serge und Beate Klarsfeld, der spanische Ex-Außenminister Miguel-Angel Moratinos, Kanadas ehemalige Premierministerin Kim Campbell und der Friedensnobelpreisträger José Ramos-Horta.

In dem am Donnerstag unter anderem auf der Internetseite der französischen Zeitung Le Monde veröffentlichten Aufruf wird eine Ächtung der neuen Regierung in Wien und ihrer im zweiten Halbjahr 2018 beginnenden EU-Präsidentschaft gefordert. In dem Text heißt es: "Wir wenden den Blick nicht ab: Dies sind die Erben des Nationalsozialismus, die in der neuen österreichischen Regierung an die Macht gekommen sind." 

Juncker warnt vor Vorverurteilung

Der ÖVP-Kanzleramtsminister Gernot Blümel sagte am Donnerstagabend im ORF-Fernsehen zu dem Aufruf, er lade alle Kritiker ein, "uns an den Taten zu messen" und "uns dabei zu beobachten, wie wir versuchen werden, dieses Land zu regieren und zu gestalten". Die Regierung aus konservativer Volkspartei (ÖVP) und FPÖ hatte ihr Amt am 18. Dezember angetreten - begleitet von vergleichsweise schwachen Protesten und Kritik. Die rechtspopulistische FPÖ besetzt sechs Ministerposten, darunter die Schlüsselressorts Inneres, Verteidigung und Äußeres. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte erklärt, er werde die neue Regierung "an ihren Taten messen".

Er begrüßte deren Ankündigung, einen proeuropäischen Kurs zu verfolgen und wandte sich gegen "Vorverurteilungen" wegen der Beteiligung der FPÖ. Eine erste Koalition von ÖVP und FPÖ hatte im Jahr 2000 noch für einen vorübergehenden Protest der anderen EU-Staaten gesorgt. Sie schränkten ihre Beziehungen zu Wien damals stark ein.

afp

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