Bundestagswahl

Lindner zweifelt weiter an Jamaika-Bündnis

Der FDP-Chef Lindner distanziert sich von einem Jamaika-Bündnis. Er sieht keine Zukunft in der Zusammenarbeit mit den Grünen und hofft auf eine schwarz-gelbe Koalition. 

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat eine Jamaika-Koalition mit Union und Grünen nach eigener Darstellung abgeschrieben. "Ich glaube nicht mehr an ein Jamaika-Bündnis", sagte Lindner der Berliner Zeitung vom Montag und verschärfte damit seinen Ton gegenüber den Grünen. 

Vergangene Woche hatte er gesagt, für ein Jamaika-Bündnis fehle ihm die "Fantasie". Erneut kritisierte Lindner die Einwanderungspolitik der Grünen, die vor der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 stehen geblieben sei. "Ich sehe nicht, wie es mit den Grünen gelingen könnte, eine humanitäre, aber zugleich rationale Zuwanderungsstrategie umzusetzen", sagte der FDP-Chef. So weigerten sich die Grünen weiterhin, die Maghreb-Staaten zu sicheren Herkunftsländern zu erklären. 

Lindner geht davon aus, dass die Grünen eine Koalition allein mit der Union anstrebten. "Die Grünen setzen alles auf Schwarz-Grün. Sonst gehen die in die Opposition, prognostiziere ich", sagte er der "Berliner Zeitung". Wer Schwarz-Gelb wolle, sollte daher die FDP wählen

Lindner kündigte zudem an, im Falle einer Beteiligung an einer Koalitionsregierung Vertreter aus der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kultur in die Regierung zu entsenden. Es solle zum Markenzeichen der FDP werden, kluge Köpfe aus diesen Bereichen in politische Verantwortung zu bringen. "Ein wenig Durchlüften tut der Berliner Republik gut", sagte der FDP-Chef. 

Auch die Grünen waren auf Distanz zu einem Jamaika-Bündnis gegangen. Die Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir hatten ebenfalls gesagt, dass ihnen dafür die "Fantasie" fehle. Eine Jamaika-Koalition ist nach den meisten aktuellen Umfragen das einzige Bündnis neben der großen Koalition mit einer Mehrheit nach der Bundestagswahl am 24. September.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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