FDP-Chef im Interview

Lindner verrät sein politisches Vorbild – und es ist nicht Macron

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Der 38-jährige Christian Lindner.

Mehrere Beobachter des Bundestagswahlkampfes und der jetzt gescheiterten Jamaika-Sondierungen haben Christian Lindner unterstellt, er fühle sich wie der deutsche Emmanuel Macron. Dabei verrät Lindner jetzt, er habe ein anderes politisches Vorbild.  

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau (rechts) begrüßt am 13.11.2017 in Manila (Philippinen) Menschen.

Berlin - Der 38-jährige Christian Lindner nannte im Gespräch mit der Bild am Sonntag den kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau als politisches Vorbild. „Wenn ich einen Politiker spannend finde, dann den kanadischen Premier Justin Trudeau. Zum Beispiel wegen seiner liberalen, toleranten und weltoffenen, aber klar geregelten Einwanderungspolitik“, sagte der FDP-Chef.

Nach dem Scheitern der Jamaika-Sondierungen rechnet FDP-Chef Christian Lindner mit einer Neuauflage der großen Koalition. „Ich gehe davon aus, dass die SPD sich bewegt. Die Hürde ist geringer als bei uns“, sagte Lindner der „Bild am Sonntag“. Die SPD-Minister säßen noch auf der Regierungsbank, „sie müssten die große Koalition einfach nur fortsetzen“.

Für unwahrscheinlich hält der FDP-Chef eine Minderheitsregierung. Die Liberalen blieben aber in jedem Fall konstruktiv und würden jedes Vorhaben einer neuen Regierung sachlich prüfen und gegebenenfalls unterstützen.

Die FDP hatte die Sondierungsgespräche mit Union und Grünen abgebrochen. „Jamaika wäre binnen Monaten in 1000 Trümmerteile zerfallen, vermutlich wegen der Europapolitik“, sagte Lindner.

In unserem News-Ticker lesen Sie alle Entwicklungen nach dem Jamaika-Aus

Lesen Sie hier: Slomka vs. Lindner: So nimmt die ZDF-Moderatorin den FDP-Chef auseinander.

dpa

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