FDP-Chef fordert „Ordnung“

„Bewegt die Bürger am meisten“: Lindner will weiter bei Migration punkten

+
Christian Lindner steht hinter Angela Merkel - zumindest auf diesem Foto aus einer Pause der Sondierungsgespräche in Berlin

Im Wahlkampf hat es ja gut geklappt... Die FDP will weiter mit dem Thema Flüchtlinge punkten. Parteichef Christian Lindner fordert „Ordnung“. Und hat einen Seitenhieb für die Grünen parat.

Berlin - Bei den Jamaika-Sondierungsgesprächen bewegt die Bürger nach Ansicht von FDP-Chef Christian Lindner kein Thema so stark wie die Zuwanderung. Wenn man die Bevölkerung fragen würde, käme nach seiner Einschätzung folgende Prioritätenliste heraus: „Ordnung bei der Einwanderung“, bessere Bildung, eine Balance zwischen Ökologie und Wirtschaft, eine Entlastung der Mitte der Gesellschaft und an fünfter Stelle „mehr Sicherheit durch europäische Zusammenarbeit“. 

Wenn sich die vier Sondierungspartner an diesen Prioritäten orientierten, könne „aus der Expedition nach Jamaika vielleicht etwas werden“, sagte der FDP-Vorsitzende dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

„Quasi-religiös“: Seitenhieb auf die Grünen

Weiter sagte Lindner: „Es wäre nicht wünschenswert, wenn eine Jamaikakoalition als Kombination einer als quasireligiös empfundenen Klimawende, der Verwaltung des sozialdemokratischen Status quo und einer Entlastung von Einkommensmillionären denunziert würde.“ 

An die Adresse von CDU, CSU und Grünen sagte er: „Niemand darf die Augen davor verschließen, dass wir mit der AfD einen neuen Faktor haben.“ Eine künftige Regierung müsse Antworten auf die „drängenden Fragen der verantwortungsbewussten, ungeduldig gewordenen Mitte“ geben.

Auch die Grünen hatten am Wochenende gegen die Verhandlungspartner ausgeteilt - und FDP und Union „Verhaltensstarre“ vorgeworfen. Baden-Württembergs Grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach unterdessen über die bevorzugten Ministerien seiner Partei.

Lesen Sie auch: Jamaika in Not - Umfrage brechen ein, 62 Prozent haben Seehofer satt

dpa/fn

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Lange Haftstrafen für führende "Cumhuriyet"-Mitarbeiter

Die Zeitung "Cumhuriyet" ist der türkischen Regierung schon lange ein Dorn im Auge. Nun werden zahlreiche Mitarbeiter zu harten Strafen verurteilt. Die Journalisten …
Lange Haftstrafen für führende "Cumhuriyet"-Mitarbeiter

BAMF-Skandal: Tausende Asyl-Entscheidungen werden überprüft

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wird viel kritisiert. Zuletzt machte das Amt mit fragwürdigen Asylentscheidungen in der Außenstelle in Bremen Schlagzeilen. …
BAMF-Skandal: Tausende Asyl-Entscheidungen werden überprüft

Mehrere große Kundgebungen gegen Antisemitismus - Mini-Demo in Berlin abgebrochen

In Berlin und anderen deutschen Städten haben sich zahlreiche Menschen mit den Juden in Deutschland solidarisiert und dem Antisemitismus den Kampf angesagt.
Mehrere große Kundgebungen gegen Antisemitismus - Mini-Demo in Berlin abgebrochen

Türkei: Mehrjährige Haftstrafen für führende „Cumhuriyet“-Mitarbeiter

Im Prozess gegen die regierungskritische Zeitung "Cumhuriyet" in Istanbul sind am Mittwoch mehrere der angeklagten Mitarbeiter zu langen Haftstrafen verurteilt worden.
Türkei: Mehrjährige Haftstrafen für führende „Cumhuriyet“-Mitarbeiter

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.