Atommüll

Hendricks: Stellen Endlager-Suche vom Kopf auf die Füße

Wohin damit? Seit Jahrzehnten ist die Suche nach einem Endlager-Standort äußerst umstritten. Foto: Jens Wolf
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Wohin damit? Seit Jahrzehnten ist die Suche nach einem Endlager-Standort äußerst umstritten. Foto: Jens Wolf
Reaktoren und Dampferzeuger aus rückgebauten Atomkraftwerken im Zwischenlager in Lubmin. Foto: Jens Büttner
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Reaktoren und Dampferzeuger aus rückgebauten Atomkraftwerken im Zwischenlager in Lubmin. Foto: Jens Büttner
Ein Castor-Behälter wird vor dem AKW Obrigheim mit Hilfe eines Lastwagens auf ein Schiff geschoben. Wo der Atommüll einmal lagern wird, ist weiterhin offen. Foto: Uwe Anspach
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Ein Castor-Behälter wird vor dem AKW Obrigheim mit Hilfe eines Lastwagens auf ein Schiff geschoben. Wo der Atommüll einmal lagern wird, ist weiterhin offen. Foto: Uwe Anspach
Bis 2031 soll ein Ort gefunden werden, an dem der strahlende Abfall eine Million Jahre lang sicher lagern kann. Foto: Stefan Sauer
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Bis 2031 soll ein Ort gefunden werden, an dem der strahlende Abfall eine Million Jahre lang sicher lagern kann. Foto: Stefan Sauer
In der Steuerwarte des AKW Rheinsberg, in der noch die Restbetriebssysteme überwacht werden, kontrolliert ein Mitarbeiter den Strahlenschutz, die Energierversorgung, Brandwarnanlagen und Kommunikationssysteme. Foto: Jens Kalaene
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In der Steuerwarte des AKW Rheinsberg, in der noch die Restbetriebssysteme überwacht werden, kontrolliert ein Mitarbeiter den Strahlenschutz, die Energierversorgung, Brandwarnanlagen und Kommunikationssysteme. Foto: Jens Kalaene
Seit Jahrzehnten Sinnbild der Atommüll-Problematik: Das Gelände des Erkundungsbergwerks in Gorleben. Foto: Philipp Schulze
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Seit Jahrzehnten Sinnbild der Atommüll-Problematik: Das Gelände des Erkundungsbergwerks in Gorleben. Foto: Philipp Schulze
Anti-Atom-Dorf in Gorleben im Juni 1980: Das Thema Endlager ist seit Jahrzehnten äußerst umstritten - im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen stand der Salzstock Gorleben. Foto: Dieter Klar
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Anti-Atom-Dorf in Gorleben im Juni 1980: Das Thema Endlager ist seit Jahrzehnten äußerst umstritten - im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen stand der Salzstock Gorleben. Foto: Dieter Klar
Mitarbeiter des Zwischenlagers Lubmin zerlegen einen Dampferzeuger aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Obrigheim. Foto: Stefan Sauer
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Mitarbeiter des Zwischenlagers Lubmin zerlegen einen Dampferzeuger aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Obrigheim. Foto: Stefan Sauer

Um den Entwurf für das Standortauswahlgesetz ist jahrelang gerungen worden. Doch das war vielleicht nur ein Vorgeschmack auf den Streit, der eines Tages entbrennen wird, wenn die Wissenschaftler konkrete Vorschläge für das Atommüll-Endlager machen.

Berlin (dpa) - Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat das geplante Gesetz für die Suche nach einem Ort für das deutsche Atommüll-Endlager als "Startschuss für eine neue, offene und transparente Suche" gelobt.

Der Entwurf, den Union, SPD und Grüne gemeinsam vorstellten, stelle den Prozess "vom Kopf auf die Füße", sagte die SPD-Politikerin in Berlin. Sie betonte: "Wir beenden heute die politische Vorfestlegung auf Gorleben." Die Öffentlichkeit werde in jeder Stufe des Auswahlverfahrens mit einbezogen, es gelte das Prinzip der "weißen Landkarte". Das bedeutet, dass kein Ort von vornherein ausgeschlossen wird.

Auf Grundlage des Gesetzes soll bis 2031 ein Ort bestimmt werden, an dem hoch radioaktiver Atommüll eine Million Jahre lang lagern kann. Politik, Experten und interessierte Bürger haben jahrelang über Auswahlkriterien und Verfahren debattiert.

Der Bund hatte einen Neustart für die Endlagersuche beschlossen, weil es um den ursprünglich als Endlager vorgesehenen Salzstock Gorleben in Niedersachsen jahrzehntelang heftigen Streit gegeben hatte. Nun sollen Fachleute nach wissenschaftlichen Kriterien den besten Standort auswählen. Seitdem klar ist, dass Deutschland bis 2022 aus der Atomkraft aussteigt, haben sie eine genauere Vorstellung davon, welche Mengen radioaktiver Abfälle gelagert werden müssen. 

Bundestag und Bundesrat sollen dem Gesetz in den kommenden Wochen zustimmen. Die Linke hat zwar mit daran gearbeitet, trägt das Ergebnis aber nicht mit. Die Fraktion kritisiert unter anderem, dass Gorleben nicht ganz aus dem Rennen genommen wurde. Zudem blieben die aktuellen Probleme an den Zwischenlager-Standorten weitgehend ausgeblendet. Selbst beim Exportverbot für hoch radioaktiven Atommüll, etwa dem aus Jülich in die USA, bleiben Schlupflöcher, sagte der Sprecher der Fraktion für den Atomausstieg, Hubertus Zdebel.

Hendricks betonte, sie halte an dem nun vorgesehenen Zeitplan fest, auch wenn dieser durchaus "ehrgeizig" sei. Den Planungen zufolge, soll der Bau des Endlagers 2050 abgeschlossen sein. "Dann bin ich vielleicht 98, dann komm ich mal gucken", sagte die Ministerin.

Bundeamt für Strahlenschutz zur Endlagersuche

Standortauswahlgesetz

Bundesamt für Strahlenschutz zur Geologie möglicher Wirtsgesteine für Endlager

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe zu Endlagerstandorten

Bundesumweltministerium zum Auswahlverfahren

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