Ermittler stehen vor Rätsel

Tod auf Terrasse: Wer erschoss Regierungspräsident Lübcke?

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Walter Lübcke war mit einer tödlichen Schusswunde auf der Terasse seines Hauses gefunden worden. Foto: Uwe Zucchi

Ein hoher politischer Beamter in Nordhessen stirbt nach einem Kopfschuss. Der Tod von Walter Lübcke stellt die Ermittler vor viele Rätsel. Sie suchen fieberhaft nach Motiv und Täter.

Update vom 17. Juni 2019: Die Bundesanwaltschaft will aktuell über die neuen Erkenntnisse zum Tod des Regierungspräsidenten informieren. Wir fassen die wichtigen Informationen für Sie im News-Ticker zum Fall Walter Lübcke zusammen. Es gilt als möglich, dass Walter Lübcke vom Rechtsextremen Stephan E. ermordet wurde.

Kassel (dpa) - Nach dem tödlichen Schuss auf den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke gehen die Ermittlungen heute weiter. Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten nach den bisherigen Erkenntnissen ein Verbrechen, haben aber noch keine konkreten Hinweise auf das Motiv und den Täter.

Der 65-jährige CDU-Politiker Lübcke war in der Nacht zum Sonntag mit einer Schusswunde auf der Terrasse seines Wohnhauses in dem Dorf Wolfhagen-Istha gefunden worden.

Ersten Ermittlungen zufolge starb er an einem Schuss in den Kopf, der aus nächster Nähe abgefeuert wurde. Hinweise auf einen Suizid haben Polizei und Staatsanwaltschaft nicht gefunden. Eine Sonderkommission unter Leitung des hessischen Landeskriminalamts wurde eingesetzt, um die Tat aufzuklären. Auch das Bundeskriminalamt hilft bei der Auswertung von Spuren am Tatort.

Ermittelt wird wegen eine Tötungsdelikts in alle Richtungen, eine heiße Spur gibt es bislang noch nicht. Oberstaatsanwalt Horst Streiff sagte bei einer Pressekonferenz am Montagabend auf die Frage, ob die Tat in Zusammenhang mit früheren Morddrohungen gegen Lübcke wegen dessen Haltung zu Flüchtlingen stehen könnte, dass es dazu bislang keine Erkenntnisse gebe. Mögliche Zeugen wurden gebeten, sich mit Hinweisen per Mail oder Telefon bei der Polizei zu melden.

2015 hatte sich der Regierungspräsident gegen Schmährufe zur Aufnahme von Flüchtlingen gewehrt und gesagt, wer gewisse Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne das Land verlassen. Lübcke hatte als politische Spitzenbeamter zehn Jahre lang das Regierungspräsidium Kassel geleitet, eine Verwaltungsbehörde auf mittlerer Ebene zwischen dem Land Hessen und seinen Gemeinden. Sein Tod hat in Hessen für große Bestürzung gesorgt.

Alle neuen Entwicklungen lesen Sie in unserem aktuellen News-Ticker zum Fall Lübcke.

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