Khalid Masood

London-Attentäter schon 2010 unter Verdacht?

+
Khalid Masood war mit einem Wagen gezielt in Passanten auf der Westminster-Brücke in London gefahren. Er tötete drei Menschen, anschließend erstach er einen Polizisten vor dem Parlament. Foto: Stefan Rousseau

London (dpa) - Der Attentäter von London soll den Behörden bereits 2010 als potenzieller Extremist bekannt gewesen sein.

Gegen den 52-jährigen Khalid Masood sei damals im Zusammenhang mit einem geplanten Anschlag auf einen Armeestandort in Luton nördlich von London ermittelt worden, berichtete der "Daily Telegraph" unter Berufung auf den britischen Inlandsgeheimdienst MI5.

Er habe möglicherweise Kontakte zu vier von dem Terrornetzwerk Al-Kaida inspirierten Männern gehabt, die 2013 für den Komplott verhaftet worden seien. Danach habe man ihn aus den Augen verloren.

Masood war am Mittwoch mit einem Wagen gezielt in Passanten auf der Westminster-Brücke in London gefahren. Er tötete drei Menschen, anschließend erstach er einen Polizisten vor dem Parlament. Der Attentäter wurde von Sicherheitskräften erschossen. 50 Menschen wurden teils schwer verletzt.

Unterdessen wurden weitere Details über die Vergangenheit Masoods bekannt. So soll ihn seine zweite Frau nur drei Monate nach ihrer Hochzeit 2004 verlassen haben. Er habe Gewalt gegen sie angewendet und sie kontrollieren wollen, sagte ein Verwandter britischen Medien.

Zwei weitere Verdächtige im Zusammenhang mit dem Anschlag waren am Montag noch in Haft. Ein 30-Jähriger wurde am Sonntag in Birmingham festgenommen, ein 58-Jähriger war bereits am Donnerstag bei Razzien in Englands zweitgrößter Stadt gefasst worden. Neun weitere Menschen, die nach dem Anschlag zeitweise festgehalten worden waren, sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Eine in Manchester gefasste Frau ist auf Kaution bis Ende März wieder frei.

Bericht "Daily Telegraph" (englisch)

Bericht "The Guardian" (englisch)

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

CDU, CSU und FDP sehen erstes Jamaika-Treffen positiv

Freundliche Worte, guter Wille und Hinweise auf erwartete Schwierigkeiten bei den Jamaika-Verhandlungen: Nach einem ersten Abtasten haben sich Union, FDP und Grüne am …
CDU, CSU und FDP sehen erstes Jamaika-Treffen positiv

Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin

Bei der Bundestagswahl jubelte die AfD in Sachsen - und löste die CDU als stärkste Kraft im Freistaat ab. Nun zieht Regierungschef Tillich persönliche Konsequenzen. …
Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin

Trump attackiert NFL im Streit um Protestgesten

US-Präsident Donald Trump hat den Streit um die angeblich mangelnde patriotische Gesinnung von Sportstars erneut angeheizt. Jetzt nimmt der Präsident die NFL ins Visier.
Trump attackiert NFL im Streit um Protestgesten

Trumps Einreisestopp wieder blockiert

So verschieden die Gründe sind, so sehr liegen beide Projekte Trump am Herzen: die Zukunft von "Obamacare" und ein Einreisestopp in die USA. Während das Thema Einreise …
Trumps Einreisestopp wieder blockiert

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.