Nach einer Krisensitzung

Flüchtlinge im Ärmelkanal: Mutmaßliche Schleuser festgenommen

+
Sajid Javid, Innenminister von Großbritannien, spricht im Innenministerium über die Frage der Überquerung des Ärmelkanals.

Bereits am Freitag wurde die Lage als „schwerwiegendes Ereignis“ eingestuft. Nun wurden zwei Schiffe aus dem Mittelmeer zurückgerufen. 

Update vom 03. Januar 2019: Die britische Polizei hat zwei mutmaßliche Menschenschmuggler festgenommen, die die illegale Einreise von Migranten über den Ärmelkanal organisiert haben sollen. Es handele sich um einen 33 Jahre alten Iraner und einen 24-jährigen Briten, teilte die Ermittlungsbehörde National Crime Agency (NCA) in London mit.

Die beiden Männer waren am Mittwochabend in Manchester festgenommen worden. Details wollte die NCA auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag nicht nennen.

Die Zahl der Migranten, die über Frankreich illegal nach Großbritannien kommen, ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen. 539 Menschen versuchten 2018 dem britischen Innenministerium zufolge, die Meeresenge in kleinen Booten zu überqueren - 80 Prozent von ihnen allein seit Anfang Oktober.

Erstmeldung: Flüchtlinge im Ärmelkanal: London ruft Schiffe aus Mittelmeer zurück

London/Dover - Die britische Regierung hat zwei Schiffe für Patrouillenfahrten im Ärmelkanal aus dem Mittelmeer abberufen. Das teilte der britische Innenminister Sajid Javid am Montagabend in London nach einer Krisensitzung mit. Eines der beiden Schiffe ist bislang in humanitärer Mission für die europäische Grenzschutzagentur Frontex im Einsatz.

Grund für den Schritt ist die steigende Zahl der Flüchtlinge, die versuchen mit kleinen Booten von Frankreich nach Großbritannien zu gelangen. „Es geht darum, Menschenleben zu schützen, aber auch um den Schutz unserer Grenzen“, sagte Javid.

Lage bereits am Freitag als „Schwerwiegendes Ereignis“ eingestuft worden

Im Jahr 2018 haben dem britischen Innenministerium zufolge 539 Menschen versucht, die Meeresenge in kleinen Booten zu überqueren, 434 davon allein seit Anfang Oktober. 227 Migranten seien noch von den französischen Behörden gestoppt worden.

Javid hatte die Lage bereits am Freitag als „schwerwiegendes Ereignis“ eingestuft und seinen Familienurlaub abgebrochen. Der Innenminister steht wegen des Themas zunehmend unter Druck.

London wolle weiterhin zu seiner Verpflichtung im Rahmen der humanitären Frontex-Mission im Mittelmeer stehen, hieß es in einer Mitteilung des Innenministeriums. Ein weiteres Schiff verleibe daher im Mittelmeer.

Lesen Sie auchBrexit: London vergibt Notauftrag an Reederei ohne Schiffe

dpa

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

„Hart aber fair“: CDU-Frau geht Moderator Plasberg in ARD-Sendung an

Bei „Hart aber fair“ diskutierte Frank Plasberg mit Experten über Extrem-Wetter und Klimawandel in Deutschland. Dabei kam es zu einem heftigen Schlagabtausch mit …
„Hart aber fair“: CDU-Frau geht Moderator Plasberg in ARD-Sendung an

Kramp-Karrenbauer neue Verteidigungsministerin - Merkel überrascht mit irrer Wende

Mit dieser Personalie hat wohl niemand gerechnet: Die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer soll neue Verteidigungsministerin werden. Das ist durchaus ein Risiko für sie.
Kramp-Karrenbauer neue Verteidigungsministerin - Merkel überrascht mit irrer Wende

Trump muss schwere Rüge nach Twitter-Attacken einstecken

Donald Trump behauptet, seine umstrittenen Tweets gegen vier dunkelhäutige Abgeordnete seien „nicht rassistisch“. Das US-Repräsentantenhaus sieht das mit der Mehrheit …
Trump muss schwere Rüge nach Twitter-Attacken einstecken

„Masernschutzgesetz“: Impfen wird Pflicht - Das droht bei einem Verstoß

Masern haben sich wieder stärker ausgebreitet. Zwar sind die meisten geimpft, aber die Quote ist laut Regierung zu niedrig, um die Krankheit zu stoppen. Jetzt wird …
„Masernschutzgesetz“: Impfen wird Pflicht - Das droht bei einem Verstoß

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.