Ehe für alle

Maas: Homophobie in der Gesellschaft muss verschwinden

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BuBundesjustizminister Heiko Maas mahnt: "Homophobie darf überhaupt keine Chance haben in unserer Gesellschaft." Foto: Daniel Naupold

Mit dem Jawort zur Ehe für alle ist eine konservative Bastion gefallen - so die Sicht von Betroffenen und Befürwortern. Doch die Diskriminierung hat damit noch lange kein Ende.

Berlin (dpa) - Bundesjustizminister Heiko Maas hofft nach der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben auch auf einen gesellschaftlichen Wandel. "Es ist beschämend, dass die Zahl der homophoben Straftaten in Deutschland zuletzt gestiegen ist", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Das zeigt: Es bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dass wir nicht nur rechtlich gleichstellen, sondern dass sich das auch im tatsächlichen Leben niederschlägt." Er mahnte: "Homophobie darf überhaupt keine Chance haben in unserer Gesellschaft." Das könne die Politik nicht einfach verordnen. "Gleichstellung muss gelebt werden in Deutschland."

Der Bundestag hatte kurz vor der parlamentarischen Sommerpause beschlossen, dass Schwule und Lesben künftig in Deutschland heiraten und gemeinsam Kinder adoptieren dürfen. Die Debatte hatte plötzlich rasant Tempo aufgenommen, nachdem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) überraschend vom klaren Nein der CDU in dieser Frage abgerückt war. Homosexuelle haben jahrzehntelang für diesen Schritt gekämpft.

"Die Entscheidung des Bundestags zur Ehe für alle war eine wichtige politische Zäsur", sagte Maas. "Die rechtliche Anerkennung hilft denjenigen, die darauf lange gewartet haben. Und es ist auch ein klares staatliches Bekenntnis, dass Gleiches nicht länger unterschiedlich behandelt wird." Er betonte aber: "Ich würde mir wünschen, dass nach der rechtlichen Gleichstellung auch die gesellschaftliche Anerkennung damit einhergeht."

Feindseligkeit gegenüber Schwulen und Lesben ist nach wie vor ein Problem. Nach Zahlen des Bundesinnenministeriums wurden in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres 205 politisch motivierte Straftaten im Zusammenhang mit der "sexuellen Orientierung" registriert. Im gleichen Zeitraum 2015 waren es 171 Fälle gewesen.

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