Bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe

Maas will Wohnungseinbrecher härter bestrafen

Berlin - Um die hohe Zahl von Wohnungseinbrüchen zu senken, fordert Justizminister Maas härtere Strafen. Zur Debatte stehen bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe.

Mit härteren Strafen, besseren Aufklärungsquoten und mehr Prävention will die Bundesregierung die enorm hohe Zahl der Wohnungseinbrüche deutlich senken. Es gehe um einen „klugen Mix“ von Maßnahmen, um die Menschen vor dem „Eindringen in ihre absolute Intimsphäre“ und vor materiellen Schäden zu schützen, sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) am Freitag bei der ersten Lesung seines Gesetzentwurfs im Bundestag. Sonst verstärke sich in der Bevölkerung das Gefühl, „nicht einmal in den eigenen vier Wänden sicher“ zu sein.

Nach den Reformplänen der Koalition soll Wohnungseinbruchsdiebstahl künftig mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren geahndet werden. Bislang sind sechs Monate bis zehn Jahre vorgesehen, in „minder schweren Fällen“ drei Monate bis fünf Jahre. Solche minder schweren Fälle soll es bei Einbrüchen in Privatwohnungen künftig aber nicht mehr geben.

Union und SPD erhoffen sich neben der abschreckenden Wirkung durch höhere Strafen auch mehr Aufklärung durch eine bessere Ausstattung und zusätzliche Ermittlungsinstrumente für die Polizei. Die Aufklärungsquote lag im Vorjahr bei 16,9 Prozent. Bisher könnten also „mehr als 80 Prozent der Täter ihr Unwesen weitertreiben“, sagte Maas. So soll auch die Abfrage von Handy-Standortdaten möglich sein, um die oft bandenmäßig organisierten Einbrecher zu erwischen. Der Minister appellierte zudem an Hauseigentümer und Vermieter, ihre Gebäude und Mieter besser durch vorbeugende Maßnahmen gegen Einbruch zu schützen.

Rubriklistenbild: © dpa

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Demokraten untermauern Vorwürfe gegen Trump

Muss US-Präsident Trump des Amtes enthoben werden? Die Demokraten bemühen sich darum, die Republikaner im Senat davon zu überzeugen. Nichts deutet bislang darauf hin, …
Demokraten untermauern Vorwürfe gegen Trump

Merkel: Deutschland will türkische Küstenwache stärken

Beim Treffen von Angela Merkel mit dem türkischen Präsidenten Erdogan in Istanbul ist es um eine ganze Serie strittiger Themen gegangen - allen voran um die …
Merkel: Deutschland will türkische Küstenwache stärken

Kampf gegen Abtreibung: Donald Trump spricht als erster US-Präsident beim „Marsch fürs Leben“

Lebensschützer sind beglückt: US-Präsident Trump persönlich will am „March for Life" teilnehmen. Das Thema Abtreibung soll im Wahlkampf mobilisieren. Und zwar bei beiden …
Kampf gegen Abtreibung: Donald Trump spricht als erster US-Präsident beim „Marsch fürs Leben“

Nach Lanz‘ Entgleisung im ZDF: Albanischer Premierminister sauer - „Schändliche Verurteilung“

Heftiges Wortgefecht im ZDF-Talk von Markus Lanz: Der albanische Premierminister Edi Rama ist nach Lanz‘ „Hütchenspieler“-Aussage sauer. 
Nach Lanz‘ Entgleisung im ZDF: Albanischer Premierminister sauer - „Schändliche Verurteilung“

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.