Trotz freundschaftlichem Staatsbesuch 

Macron pessimistisch: Trump will Iran-Abkommen wohl aufkündigen 

Französischer Präsident zu Besuch in den USA
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Politik ist nicht immer wie Champagner-Empfänge: Emmanuel Macron zeigt sich pessimistisch. 

Es bleiben nur gut zwei Wochen Zeit, bis US-Präsident Donald Trump sich entschieden haben muss: Will er aus dem Iran-Abkommen aussteigen? Emmanuel Macron befürchtet das.

Washington - Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sich zum Abschluss seines USA-Besuchs äußerst pessimistisch zur Zukunft des Iran-Abkommens gezeigt. Macron machte am Mittwoch in Washington deutlich, dass er mit einer Aufkündigung der Vereinbarung durch US-Präsident Donald Trump rechnet: "Die rationale Analyse aller seiner Aussagen lässt mich nicht glauben, dass er alles dafür tun wird, es beizubehalten."

"Ich habe keinerlei Insider-Information", beteuerte Macron nach seinen Gesprächen mit Trump. Er habe aber den Eindruck, dass der US-Präsident "nicht besonders erpicht darauf ist, es zu verteidigen", sagte Macron mit Blick auf das Abkommen. Auf die Frage, ob er eine solche Entscheidung als persönliche Niederlage empfinden würde, sagte Macron, es sei nicht seine Aufgabe, Trump davon zu überzeugen, seine Versprechen einzuhalten. "Ich versuche zu zeigen, dass dieses Abkommen Sinn ergibt." US-Medien hatten Macron zuvor mit den Worten zitiert, Trump werde das Abkommen "aus innenpolitischen Gründen" aufkündigen.

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Entscheidung bis zum 12. Mai

Trump droht mit dem Ausstieg aus dem Atomabkommens mit dem Iran, sollte die Besorgnis über das iranische Raketenprogramm und die Rolle des Landes in regionalen Konflikten nicht stärker thematisiert werden. Er muss bis zum 12. Mai aufgrund der Vorgaben eines US-Gesetzes entscheiden, ob er die im Rahmen der Atom-Vereinbarung ausgesetzten Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft setzt oder nicht.

Zwar versuchen die Europäer, Trump davon zu überzeugen, die Vereinbarung beizubehalten. Macron signalisierte Trump während seines dreitägigen Staatsbesuchs in den USA aber Entgegenkommen. Beide plädierten am Dienstag dafür, mit dem Iran ein "neues Abkommen" auszuarbeiten, welches die derzeitige Vereinbarung beinhalten würde. Das 2015 beschlossene Atomabkommen wäre demnach der erste von insgesamt vier Pfeilern eines künftigen Abkommens mit dem Iran. "Für mich ist das ein Fortschritt", sagte Macron. Dies würde einen "Fall in völlige Ungewissheit" verhindern, falls die USA einen Austritt vollziehen würden, sagte der französische Präsident. Der Iran und auch Russland lehnen ein neues Abkommen strikt ab.

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Pomp, Pathos und Multilaterismus 

Macron äußerte sich zum Abschluss seines dreitägigen Staatsbesuchs in den USA. Während er und Trump an den ersten beiden Tagen des mit viel Pomp und Pathos gestalteten Staatsbesuchs ihre persönliche Verbundenheit ausgiebig zelebriert hatten, machte der französische Gast am Mittwoch mit einer Rede vor dem Kongress seine politischen Grenzlinien zum US-Präsidenten deutlich. Darin plädierte er für eine Erneuerung des Multilateralismus.

Der SPD-Europaabgeordnete Jo Leinen forderte am Donnerstag ein Festhalten Europas am Atomabkommen mit dem Iran. "Die Europäer wären gut beraten, an diesem Abkommen wirklich festzuhalten, so wie es auch vereinbart wurde, und nicht zu wackeln", sagte Leinen dem SWR. "Wir wären töricht, nachdem das Jahre gedauert hat, mit dem Iran einen Deal zu bekommen, das jetzt in den Mülleimer zu werfen."

Auch Merkel reist nach Washington 

Das Atomabkommen mit dem Iran dürfte auch ein wichtiges Thema bei der USA-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werden. Merkel trifft Trump am Freitag im Weißen Haus.

Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer (CDU), sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Donnerstag, Merkel und Macron könnten bei Trump "im Tandem" am meisten erreichen. "Macron ist auf der persönlichen Ebene etwas näher an Trump dran." Merkel wiederum könne mit ihrer Beharrlichkeit und ihrer pragmatischen Art besonders gut die Sachthemen vorantreiben.

AFP

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