Klimagipfel

Macron warnt vor Scheitern des Pariser Klimaabkommens

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (r) bei seinem Treffen mit Michael Bloomberg (l), Bill Gates, Sir Richard Branson und anderen auf dem Klimagipfel in Paris.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat eindringlich vor einem Scheitern des Pariser Weltklimaabkommens gewarnt - er fordert eine „viel stärkere Mobilisierung“.

Paris - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat eindringlich vor einem Scheitern des Pariser Weltklimaabkommens gewarnt. Ohne eine "viel stärkere Mobilisierung" werde das vor zwei Jahren vereinbarte Ziel verfehlt, die Erderwärmung nach Möglichkeit auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, sagte er der Zeitung "Le Monde" (Mittwochsausgabe) anlässlich eines Klimagipfels in der französischen Hauptstadt. 

Klimagipfel ohne den US-Präsidenten

Auf dem "One Planet Summit" (Gipfel Eine Welt) berieten am Dienstag auf Einladung Macrons rund 4000 Teilnehmer über Klimaschutz-Maßnahmen und insbesondere die Finanzierung von Projekten. Mitveranstaltet wird das Treffen von UNO und Weltbank. 

Mit dem Gipfel will der Staatschef ein Zeichen setzen gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump, der aus dem Pariser Klimavertrag aussteigen will. Macron erinnerte Trump in einem Interview mit dem US-Sender CBS an seine "historische Verantwortung". Die USA sind auf dem Gipfel nur mit einem Botschaftsangehörigen vertreten. Der frühere US-Außenminister John Kerry nannte dies in Paris "sehr enttäuschend" und eine "Schande". 

Frankreich erteilt einem schnellen Atomausstieg erneut Absage

Macron warf anderen Ländern zudem vor, zu stark auf Energieträger wie Schiefergas oder Kohle zu vertrauen. "Das passt nicht zu unseren Verpflichtungen", betonte er. Für Frankreich erteilte er einem schnellen Atomausstieg erneut eine Absage. Das deutsche Beispiel zeige, dass der Abschied von der Nuklearenergie eine Abhängigkeit von Kohle oder Erdgas aus dem Ausland nach sich ziehe. 

Die Weltbank kündigte auf dem Gipfel an, ab 2019 keine Projekte zur Ausbeutung von Öl und Erdgas mehr zu fördern. Für Länder, die von diesen Energieformen abhängig sind, soll es aber Ausnahmen geben. Umweltschützer rufen die Weltbank schon seit langem auf, auch Kohleprojekten den Geldhahn abzudrehen. 

Als Signal an Trump empfing Macron im Élysée-Palast eine Gruppe von Vertretern aus US-Wirtschaft und -Politik, die sich anders als der Präsident für den Klimaschutz einsetzen - darunter Microsoft-Gründer Bill Gates, der eine einflussreiche Stiftung unterhält, und den früheren New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der UN-Sonderbeauftragter für Städte und Klima ist. 

Pro-Klima-Koalition der USA gewachsen

Bloomberg sagte, er sei Trump in gewisser Weise "dankbar" für seine Bemerkung, dass der Klimaschutz ein "Schwindel" sei. Die Pro-Klima-Koalition aus Kommunalvertretern, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Gruppen in den USA sei deutlich gewachsen. Inzwischen werde sie von 1700 Unternehmen unterstützt. Der frühere kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger sagte in Paris, es sei eine Art Klima-Subkultur in den USA entstanden. Am Rande des Gipfels beriet Macron mit rund 60 Staats- und Regierungschefs über Klimaschutz-Maßnahmen. Allerdings waren die Vertreter aus Industriestaaten in der Minderheit. Auch die großen Treibhausgas-Emittenten wie China, Indien, Brasilien und Russland entsandten kein Spitzenpersonal. 

Barbara Hendricks (SPD): Einhaltung des Klima-Ziels wird für Deutschland schwierig

Deutschland ist bei dem Gipfel durch Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vertreten. Sie räumte im SWR-Radio ein, dass es für Deutschland "ganz schwierig" werde, sein selbst gestecktes Klimaziel einzuhalten. Die Bundesregierung hatte sich verpflichtet, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Dafür müsse die künftige Regierung einen "Ausstieg aus der Kohleverstromung" auf den Weg bringen, sagte Hendricks. 

Eines der Hauptthemen des eintägigen Treffens ist der Ausbau der Finanzmittel für den Klimaschutz. Dafür setzt Macron vor allem auf die Initiative von "Philanthropen" wie Bill Gates oder privaten Unternehmen. Umwelt- und Hilfsorganisationen werfen den Industriestaaten vor, zu wenig Geld zur Verfügung zu stellen.

AFP

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