Treffen in Brüssel

Macron: Fester Händedruck mit Trump sollte Zeichen setzen

US-Präsident Trump beim Nato-Gipfel
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Kräftemessen beim Handschlag? US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beim Nato-Gipfel. 

War das lange und kräftige Händeschütteln zwischen Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump ein Machtspiel unter Politikern? Frankreichs neuer Präsident nahm nun dazu Stellung. 

Bei seinem ersten Treffen mit US-Präsident Donald Trump hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit einem langen Händedruck Eindruck gemacht - nun hat er die Geste als bewusstes Zeichen der Standfestigkeit bezeichnet. "Mein Händeschütteln mit ihm war nicht arglos", sagte der erst seit zwei Wochen amtierende Macron der Wochenzeitung "Journal du Dimanche". Eine Geste wie ein Händedruck sei zwar nicht "das A und O einer Politik, aber ein Moment der Wahrheit".

Trump und Macron waren sich am Donnerstag am Randes des Nato-Gipfels in der US-Botschaft in Brüssel erstmals persönlich begegnet. Dabei hielt Macron Trumps Händedruck, der als besonders fest bekannt ist, mehr als fünf Sekunden lang stand und schaute dem rechtspopulistischen US-Präsidenten dabei die ganze Zeit in die Augen.

Macron: „So verschafft man sich Respekt“ 

Einige Beobachter werteten die Szene als Machtspiel unter Männern. Später an dem Tag setzte Macron erneut ein Zeichen, als er beim Nato-Gipfel zuerst Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Umarmung begrüßte, bevor er sich Trump zuwandte.

Macron sagte in dem Interview, Trump ebenso wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der russische Staatschef Wladimir Putin folgten "einer Logik der Beziehungen der Stärke, was mich nicht stört". Allerdings glaube er nicht "an eine Diplomatie der öffentlichen Beschimpfungen, sondern an meine bilateralen Gespräche".

Dabei lasse er"nichts durchgehen, so verschafft man sich Respekt". "Man muss zeigen, dass man nicht die geringsten Zugeständnisse macht, seien sie auch nur symbolisch", hob Macron hervor.

Trump hatte sich in den vergangenen Tagen in einigen zentralen Fragen unnachgiebig gegenüber den traditionellen Verbündeten der USA gezeigt. Macron hatte bei der Präsidentschaftswahl die Rechtspopulistin Marine Le Pen unter anderem mit einem europafreundlichen Kurs besiegt. Am Montag stand ein Treffen des 39-jährigen Staatschefs mit seinem russischen Kollegen Putin in Versailles auf dem Programm.

AFP

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