US-Präsident gegen den Rest der Welt?

Maischberger-Talk: „Trump ist ein Molotowcocktail“

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Zu Gast bei Sandra Maischberger waren unter anderem Sandra Navidi, Thilo Sarrazin und Norbert Röttgen.

München - US-Präsident Donald Trump und seine Regierung sorgen schon jetzt für viel Aufsehen. Auch die Gäste des Maischbergerg-Talks sind besorgt über die Konflikte im Weißen Haus.

US-Präsident Donald Trump ist seit nun mehr vier Wochen offiziell im Amt. Zeit, sich seine bisherigen Taten einmal genauer anzusehen und womöglich eine Zukunftsprognose zu wagen. Passend dazu hat Sandra Maischberger in ihrem Talk am Mittwochabend gefragt: „Trump gegen den Rest der Welt?“ 

Zu Gast bei Sandra Maischberger waren unter anderem Sandra Navidi, Thilo Sarrazin und Norbert Röttgen.

Diskutiert haben der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen, Provokateur und Buchautor Thilo Sarrazin sowie der ehemalige ARD-Korrespondent Ulrich Kienzle. Des Weiteren waren die Juristin und Finanzexpertin Sandra Navidi und der Historiker Michael Wolffsohn zu Gast. 

„Krise der Inkomptenz und der Täuschung“

Gleich zu Beginn hält Finanzexpertin Navadi fest, dass in den USA derzeit eine Krise der Inkompetenz und der Täuschung herrsche. Die gleiche einem Spionagethriller, so Navadi. Mit dieser Bemerkung spielt die Juristin auf die zahlreichen Beziehungen zu Russland an, die in der Regierung von Trump existieren. Erst vor ein paar Tagen trat deswegen Trumps nationaler Sicherheitsberater zurück

Der Historiker Wolffsohn warnt jedoch vor historischen Vergleichen und erinnert an die Anfangszeit von US-Präsident John F. Kennedy. Auch bei ihm hätten in den ersten Wochen zahlreiche Eskalationen stattgefunden. So beispielsweise der Bau der Mauer in Berlin, die Invasion auf Kuba sowie die Eskalation in Vietnam. Seine These: „Trump, so unsympathisch er ist - er hat nicht nur keine Bildung - er ist ein knallharter Verhandler und da werden wir alle noch eine Überraschung erleben.“

„Trump ist ein Molotowcocktail“

Der ehemalige ARD-Korrespondent Kienzle bezeichnet Donald Trump als Molotowcocktail, erklärt jedoch gleichzeitig, dass die derzeitige Hysterie um Trump und seine Regierung grauenvoll sei. 

Provokateur Thilo Sarazin ist überzeugt, Trump sei ein Narzist, doch wie man es in den vergangenen Wochen gesehen habe, grenze das demokratische System Trumps Handlungen ein. Damit spielt Sarrazin auf die Gerichtsentscheidung an, die das Einreiseverbot für Muslime gestoppt und für rechtswidrig erklärt hat. 

Norbert Röttgen war erst vor Kurzem zu Besuch in Washington und hat den Zwiespalt in der US-amerikanischen Politik gespürt. Nach zahlreichen Gesprächen mit Senatoren erklärt Röttgen in Bezug auf Trumps Vorhaben: „Im Kongress gibt es diesen Bazillus noch nicht. Es gibt zwei Gruppen, das ideologische Lager und das realpolitische Lager.“ Beide Lager würden sich gegenseitig bekämpfen, so Röttgen.

Europa muss abwarten und auf den Gewinner warten 

Außerdem betont er zu Trump: „Wir sollten ihn ernst nehmen, sehr ernst nehmen in dem was er sagt“ und Röttgen betont die Rolle von Vize-Präsident Mike Pence. „Vielleicht wird der Vizepräsident eine Art Ministerpräsident.“ Trump könne seine Schwerpunkte in Sachen Jobs und Immigration behandeln, die anderen Punkte könne er seinen Regierungsmitarbeitern überlassen. Historiker Wolffsohn sieht das jedoch anders, er erinnert an die außenpolitischen Aussagen Trumps aus den letzten Wochen in Bezug auf China und Russland. Wolffsohn bezweifelt, dass Trump sich zurückhalten werde. 

Röttgen wiederum verweist erneut auf den politischen Konflikt im Weißen Haus. So stellt er die These auf, das Diplomaten, Geheimdienste und die Reste der Obama-Regierung gegen Trump kämpfen. Sie würden etwas „sehr Gefährliches auf sich zukommen sehen“, so Röttgen. Die Europäer müssten nun abwarten, welches Lager sich schließlich durchsetzen werde.

 „Saudi-Arabien ist gefährlicher als der IS“

Während des weiteren Verlaufs wird über Trumps Plan des Mauerbaus an der Grenze zu Mexiko sowie über den verhängten Einreisestopp diskutiert, wirklich neue Erkenntnisse liefert jedoch keiner der Talk-Gäste. Lediglich Kienzle stellt in Bezug auf Terrorismus und Einreiseverbot für sich fest: „Saudi-Arabien ist gefährlicher als der IS“, obwohl dieses Land nicht auf der Bann-Liste von Trump stehe.

Thilo Sarrazin fährt seine übliche Provokationsschiene indem er erklärt, dass das Einreiseverbot in gewisser Weise nachvollziehbar sei, da die durchschnittliche Mehrheit der Muslime, die bei uns leben würden, nicht richtig bei uns angekommen seien. „Wenn wir Einwanderer wollen, müssen wir darauf achten, dass sie kulturell zu uns kompatibel sind.“

Wie die Zukunft für die USA und den Rest der Welt aussieht, bleibt auch nach der Sendung fraglich, sicher ist nur: US-Präsident Donald Trump ist sowohl innenpolitisch als auch außenpolitisch unberechenbar. Künftige Handlungen kann wohl niemand aus Europa voraussehen. Auch die Gäste von Sandra Maischberger nicht.

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