„Fall von Amtshaftung“

Manipulierte Amri-Akten: Jetzt fordert Opferanwalt Millionen-Entschädigung

+
Ein Mann steht am 18.05.2017 vor der Gedenkstelle für die Opfer des Anschlags auf dem Breitscheidplatz in Berlin und blickt auf ein Schild mit der Aufschrift "Warum?".

Berlin - Weil Akten zum Fall Amri offenbar manipuliert wurden, sieht Anwalt der Opfer des Anschlags am Berliner Weihnachtsmarkt das Amt in der Haftung. Er fordert eine Millionen-Entschädigung.

Nach Berichten der Berliner Landesregierung über manipulierte Polizeiakten zum Weihnachtsmarkt-Anschlag hat der Anwalt von Opfern eine Entschädigung von 100 Millionen Euro gefordert. „Wir haben es hier wohl mit einem glasklaren Fall von Amtshaftung zu tun“, sagte Rechtsanwalt Andreas Schulz dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Er bezieht sich unter anderem auf ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags. Falls Staatsdiener einen Schaden verursachten, führe dies zu einem Amtshaftungsanspruch, heißt es dem Bericht zufolge darin.

Die Kriminalpolizei hatte Amri in einem Vermerk vom 1. November 2016 als aktiven und gewerbsmäßigen Drogenhändler eingestuft. Das wäre möglicherweise ein Grund für einen Haftbefehl und Untersuchungshaft gewesen. Im Januar, vier Wochen nach dem Terroranschlag mit zwölf Toten, erstellte jemand ein neues, zurückdatiertes Dokument, nach dem Amri nur „möglicherweise Kleinsthandel“ mit Drogen betrieben hatte, was kein Haftgrund gewesen wäre.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Katalonien-Krise: Lage in Spanien bleibt angespannt

Die katalanischen Separatisten reagieren auf die von Madrid angekündigten Zwangsmaßnahmen. Am Donnerstag kommt das Regionalparlament zusammen. Über die Antwort der …
Katalonien-Krise: Lage in Spanien bleibt angespannt

Zeitung: 200 rechtsextreme Bundeswehrsoldaten seit 2008

Berlin - Der Militärische Abschirmdienst (MAD) hat einem Zeitungsbericht zufolge seit 2008 rund 200 Bundeswehrsoldaten als rechtsextrem eingestuft.
Zeitung: 200 rechtsextreme Bundeswehrsoldaten seit 2008

EU beklagt gestreute Informationen zum May-Besuch

Eigentlich war es nur ein vertrauliches Abendessen, das EU-Kommissionschef Juncker und Premierministerin May vor dem EU-Gipfel führen wollten. Doch das Brexit-Dinner hat …
EU beklagt gestreute Informationen zum May-Besuch

Lebenslange Haft für „Reichsbürger“ nach Todesschüssen auf Polizei

Im Morgengrauen schießt er auf Beamte einer Spezialeinheit. Ein Polizist stirbt, zwei weitere werden verletzt. Für seine Tat hat der „Reichsbürger“ aus Mittelfranken …
Lebenslange Haft für „Reichsbürger“ nach Todesschüssen auf Polizei

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.