Erst angriffslustig, dann versöhnlich

Söder macht bei Maybrit Illner bemerkenswertes Jamaika-Zugeständnis

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Die Runde bei „Maybrit Illner“ diskutierte über diverse Themen.

CSU-Politiker Markus Söder äußerte sich bei „Maybrit Illner“ kritisch zu Jamaika - machte dann aber ein beeindruckendes Zugeständnis. Unsere Nachlese.

Berlin - Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) ist ein Politiker, der gerne mal verbal dazwischen haut. So auch am Donnerstag bei „Maybrit Illner“. Opfer diesmal: FDP und Grüne - die designierten Koalitionspartner von CDU/CSU. Während die Sondierungsgespräche für die anvisierte Jamaika-Koalition langsam anlaufen, befand sich Söder offenbar noch immer im Wahlkampfmodus.

Jamaika passt nicht zu Deutschland

Immer wieder teilte er aus und machte deutlich, dass Jamaika nicht seine favorisierte Koalitionsoption ist. „Schon der Name macht mich unsicher, weil er nicht zu Deutschland passt", sagte er gleich zu Beginn der Sendung. Die anderen Politiker in der Runde, Ole von Beust (CDU, ehemaliger Bürgermeister Hamburgs), Simone Peter (Bundesvorsitzende der Grünen) und Alexander Graf Lambsdorff (FDP, Vizepräsident des Europäischen Parlaments) wunderten sich nicht schlecht über Söders Angriffslust. Nach Kompromissen sah der Auftritt des bayerischen Finanzministers nämlich so gar nicht auf. Lambsdorff zog bei Söders Äußerungen nicht nur einmal befremdet die Augenbrauen nach oben. Als Peter sich über die nicht vorhandene Vermögenssteuer für Superreiche echauffierte und sagte, diese würden sich vom Acker machen und es gebe Armut im Land, konterte Söder süffisant: „Und deswegen ist jetzt Steuern erhöhen eine gute Idee?"

Buntes Themen-Potpourri

Thematisch bewegte sich die Diskussion über einen bunten Themen-Mix hinweg. Viele Themen aus dem Wahlkampf wurden behandelt: Rechtsruck, Solidaritätszuschlag, Steuererhöhungen - und natürlich: Migration. Besonders da redete sich Söder in Rage: Deutschland bekomme Abschiebungen nicht hin, schimpfte der CSU-Politiker. "Wir sind das einzige Land der Welt, in das man ohne Pass hinein kann, aber nicht wieder hinaus.“ Einig präsentierten sich zwei andere anwesende Politiker: Lambsdorff und Peter. Auffallend dabei: Die thematischen Ähnlichkeiten zwischen FDP und Grünen scheinen eklatanter als die zwischen Union und den beiden Erstgenannten. "Wir lernen uns erst kennen, reden noch nicht über Posten", sagte Lambsdorff zwar, in der Runde ging es aber auch über einen möglichen Finanzminister-Posten für Grünen-Politikerin Peter. Sie könnte den scheidenden Wolfgang Schäuble (CDU) beerben

Nicht die Politiker glänzen

Wie so oft in Politik-Talkshows waren es nicht die Politiker, die für Aufsehen sorgten, sondern die anderen Gäste. Ebenfalls in der Runde: ZDF-Hauptstadtstudioleiterin Bettina Schausten und Politikwissenschaftlerin Ursula Münch. Die Einordnungen der beiden taten der Diskussion gut und halfen dem Zuschauer, die Zusammenhänge beim Abtasten der Polit-Größen zu verstehen. Besonders auf den Punkt brachte es Münch, als es um die Angst vor sozialem Abstieg geht, die viele Deutsche umtreibt: „Das sorgt dafür, dass man sich umschaut und sich fragt, woher kommt die nächste Konkurrenz", sagte die Politikwissenschaftlerin. "Das sorgt für Ängste. Die Menschen wechseln schneller ihre Meinung, sind leichter beeinflussbar, etwa über soziale Medien."

Klappt Jamaika? Ja!

Am Ende ließ sich Söder dann doch noch zu einer versöhnlichen Geste hinreißen. Moderatorin Illner fragte die anwesenden Gäste, ob es denn nun klappe mit Jamaika oder nicht. Peter enthielt sich. Lambsdorff und Beust taxierten die Chancen als ordentlich. Und Söder? Der dachte kurz nach und sagte dann: „Hmm, ja.“

mae

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