Schulz-Auftritt in Cuxhaven

SPD startet heiße Phase des Niedersachsen-Wahlkampfs

Der SPD-Chef greift in den Niedersachsen-Wahlkampf ein. Foto: Peter Steffen
+
Der SPD-Chef greift in den Niedersachsen-Wahlkampf ein. Foto: Peter Steffen

Kann der Verlierer der Bundestagswahl seiner Partei in Niedersachsen den nötigen Schub verleihen? In Cuxhaven starten die Genossen in die heiße Phase des Landtagswahlkampfs. Die Blicke richten sich aber vor allem auf den vom «Spiegel» als Zweifler beschriebenen Parteichef.

Hannover (dpa) - Die SPD startet heute in die heiße Phase des niedersächsischen Landtags-Wahlkampfs - und der Auftritt ihres Vorsitzenden Martin Schulz wird mit besonderer Spannung erwartet.

Denn es ist Schulz' erste Rede nach dem Erscheinen einer «Spiegel»-Reportage, in der er als Zweifler beschrieben wird, der die Bundestagswahl schon früh verloren gegeben hat. Schulz muss seiner in die Opposition gehenden Partei aber Kraft und Zuversicht vermitteln, will er auf dem Parteitag im Dezember im Vorsitzendenamt bestätigt werden. Nach der Niedersachsen-Wahl in knapp zwei Wochen dürfte Bewegung in die Debatte über seine Zukunft kommen - so oder so.

In Cuxhaven will er seiner Partei am Abend das Startsignal für die heiße Phase des Landtagswahlkampfs geben. Gemeinsam mit dem SPD-Landeschef, Ministerpräsident Stephan Weil, will er Stimmung machen, um den geschrumpften Rückstand zur Union ganz aufzuholen. Nach der jüngsten Meinungsumfrage liegt die SPD mit 34 Prozent nur einen Prozentpunkt hinter der bislang oppositionellen CDU von Herausforderer Bernd Althusmann.

Für Weil geht es um den Machterhalt. Für eine Fortsetzung seines rot-grünen Bündnisses stehen die Chancen nach der Umfrage derzeit eher schlecht. Im Amt halten könnte er sich aber an der Spitze einer großen Koalition mit der CDU oder wenn eine rechnerisch derzeit mögliche Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP zustande kommen sollte - die die FDP bisher allerdings ablehnt. Als dritte Koalitionsoption hätte zurzeit eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen theoretisch eine Mehrheit - eine Konstellation, der aber mit Blick auf die Grünen CDU wie FDP ablehnend gegenüberstehen.

Die Landtagswahl am 15. Oktober ist der erste Stimmungstest nach der Bundestagswahl drei Wochen zuvor. Die SPD hat dabei mit 20,5 Prozent ihr schlechtestes Nachkriegsergebnis eingefahren. Schulz hat den Gang in die Opposition angekündigt und vergangene Woche in einem Rundschreiben eine grundlegende Neuorientierung seiner Partei gefordert.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Schüsse auf Moschee: Nur einer der Festgenommenen verdächtig

Quebec - Die Gläubigen in der Moschee haben sich zum Abendgebet versammelt, als zwei Angreifer das Gotteshaus in Québec in Kanada stürmen. Die Attacke mit sechs Toten …
Schüsse auf Moschee: Nur einer der Festgenommenen verdächtig
US-Präsident Biden will US-Truppen nach Osteuropa verlegen
Politik

US-Präsident Biden will US-Truppen nach Osteuropa verlegen

Ukraine-Krise: US-Präsident Joe Biden trifft weitere Vorsichtsmaßnahmen und ordnet erhöhte Bereitschaft an, um Soldaten schnell in osteuropäischen Nato-Staaten verlegen …
US-Präsident Biden will US-Truppen nach Osteuropa verlegen
Ukraine-Konflikt: Selenskyj wegen Russland uneinig mit Biden - Telefonat „nicht gut gelaufen“
Politik

Ukraine-Konflikt: Selenskyj wegen Russland uneinig mit Biden - Telefonat „nicht gut gelaufen“

Die Ukraine-Krise spitzt sich weiter zu. Russland sorgt mit einer verkappten Kriegsdrohung für Aufmerksamkeit. Alle Informationen im News-Ticker.
Ukraine-Konflikt: Selenskyj wegen Russland uneinig mit Biden - Telefonat „nicht gut gelaufen“
Grünen-Parteitag: Habeck erwähnt „unangenehme“ Situation rund um Hausbau-Krach - und zieht über Union her
Politik

Grünen-Parteitag: Habeck erwähnt „unangenehme“ Situation rund um Hausbau-Krach - und zieht über Union her

Bei den Grünen treten Habeck und Baerbock ab. Beim Parteitag äußerten sich die Minister über ihre Arbeit als Vorsitzende, die Ampel-Koalition und Themen eigener …
Grünen-Parteitag: Habeck erwähnt „unangenehme“ Situation rund um Hausbau-Krach - und zieht über Union her

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.