Insel-Probleme

May in der Sackgasse: Kein Ausweg aus der Brexit-Blockade

+
Schwierige Brexit-Verhandlungen für Theresa May und Jean-Claude Juncker.

Bei den blockierten Brexit-Verhandlungen hat sich auch am Mittwoch keine Lösung angedeutet. Dabei liegen die Probleme nicht in Brüssel, sondern auf der Insel.

London - Die britische Premierministerin Theresa May bekräftigte in London lediglich, dass sie in den Gesprächen mit der Europäischen Union eine „harte Grenze“ zwischen Irland und Nordirland vermeiden und gleichzeitig die „verfassungsmäßige Integrität“ Großbritanniens wahren wolle. Wie dies geschehen soll, blieb offen.

May hatte am Montag versucht, mit der EU erste Verhandlungsergebnisse unter Dach und Fach zu bekommen, um ab Mitte Dezember mit Brüssel über ein Freihandelsabkommen für die Zeit nach dem EU-Austritt zu reden. Doch konnte May einem zwischen London und Brüssel ausgehandelten Kompromisspapier letztlich nicht zustimmen, weil sich ihr Partner im Parlament, die nordirische Partei DUP, querstellte.

Immer weniger Briten glauben an guten Ausgang der Brexit-Verhandlungen

Deren Chefin Arlene Foster hält die Lösungsvorschläge für inakzeptabel, weil sie aus ihrer Sicht Nordirland einen Sonderstatus zuweisen und somit teilweise vom Rest des Königreichs abkoppeln würden. Zudem beklagte sich Foster bitter darüber, dass ihr das Kompromisspapier zu spät vorgelegt worden sei. May telefonierte am Mittwoch mit Foster. Doch war auch danach keine Lösung erkennbar.

Dazu passt: Immer weniger Briten glauben einer Umfrage zufolge an einen guten Ausgang der Brexit-Verhandlungen. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Nationalen Zentrums für Sozialforschung zeigten sich 52 Prozent der Befragten überzeugt, dass Großbritannien mit einem schlechten Deal aus den Verhandlungen über den EU-Austritt gehen werde. Nur noch 19 Prozent glauben demnach an einen guten Ausgang für Großbritannien.

Die 2200 Umfrageteilnehmer wurden dreimal in diesem Jahr befragt: im Februar, im Juli und im Oktober. Noch im Februar glaubten nur 37 Prozent an eine schlechte Brexit-Vereinbarung.

Das könnte Sie auch interessieren: Sprengstoff-Plan: Attentat auf Premierministerin Theresa May verhindert

dpa, afp

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Donald Trump: US-Regierung verschärft Sanktionen gegen Russland

Stormy Daniels gibt in ihrem Buch pikante Details zu ihrer Liebesnacht mit US-Präsident Donald Trump preis. Das geht aus Vorabauszügen hervor. Die News im Live-Ticker.
Donald Trump: US-Regierung verschärft Sanktionen gegen Russland

Erdogan besucht Deutschland: mehrere Demonstrationen in Berlin angekündigt

Der türkische Präsident Erdogan besucht Ende September Angela Merkel. Nun überrascht er mit einem Rückzieher. Die Türkei steckt weiter in der Krise. Der News-Ticker.
Erdogan besucht Deutschland: mehrere Demonstrationen in Berlin angekündigt

SPD hadert mit der "GroKo" - und manche auch mit Nahles

Die Beförderung von Verfassungsschutzpräsident Maaßen sorgt in der SPD für eine brenzlige Lage. Der Druck wächst, das Ganze noch zu stoppen - droht ein Koalitionsbruch? …
SPD hadert mit der "GroKo" - und manche auch mit Nahles

Neue Umfrage prophezeit Neuwahlen - Schweiger nimmt Maaßen in Schutz

Offenbar stand die GroKo um Seehofer, Merkel und Nahles sehr am Abgrund. Laut einer Umfrage sind viele Deutsche für Neuwahlen. Derweil verteidigt Til Schweiger Maaßen. …
Neue Umfrage prophezeit Neuwahlen - Schweiger nimmt Maaßen in Schutz

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.