Nachfolger soll feststehen

Gibt Trump Tillerson den Laufpass? Außenministerium dementiert

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Ist ihre Zusammenarbeit bald beendet? US-Präsident Donald Trump (li.) und sein Außenminister Rex Tillerson

Nach einem Bericht der „New York Times“ will US-Präsident Donald Trump seinen Außenminister Rex Tillerson entlassen. Das US-Außenministerium dementiert.

Washington/New York - Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, hat die Berichte über eine baldige Ablösung von Außenminister Rex Tillerson als unzutreffend zurückgewiesen. Der Stabschef des Weißen Hauses, John Kelly, habe am Morgen seine Amtskollegin im Außenministerium, Margaret Peterlin, informiert, dass ein entsprechender Bericht der

New York Times

nicht zutreffe. In dem Bericht hatte es geheißen, Kelly habe einen Plan zur Ablösung Tillersons vorbereitet.

Tillerson habe die Berichte beiseite gewischt, sagte Nauert. Er werde in der nächsten Woche wie geplant nach Europa reisen, und in Brüssel mit den Nato-Außenministern sowie mit den 28 Außenministern der Europäischen Union zusammentreffen. Anschließend werde er in Wien am Treffen der OSZE-Außenminister teilnehmen, bevor er nach Paris weiterreise, um dort politische Gespräche zu führen, in denen es unter anderem um die Sahel-Zone, Syrien und Libyen sowie um Nordkorea gehen soll.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, wich einer Frage aus, ob Präsident Donald Trump noch Vertrauen in seinen Außenminister habe. Sie sagte, wenn der Präsident kein Vertrauen mehr hätte, wäre Tillerson nicht mehr im Amt. „Seine Zukunft besteht darin, seine harte Arbeit als Außenminister fortzusetzen“, sagte Sanders.

Laut New York Times hat das Weiße Haus den Plan gefasst, Außenminister Rex Tillerson innerhalb der kommenden Wochen aus dem Amt zu drängen. Sein Nachfolger soll demnach CIA-Direktor Mike Pompeo werden. Dieser soll wiederum durch den republikanischen Senator Tom Cotton ersetzt werden. Die Zeitung beruft sich auf hochrangige Regierungskreise.

Zwischen Trump und Tillerson herrscht schon seit längerem Uneinigkeit in zentralen Fragen, beispielsweise dem Atomwaffenabkommen mit dem Iran und den Umgang mit Nordkorea. Für Schlagzeilen sorgte Tillerson, als er den US-Präsidenten einen „Narren“ genannt haben soll. Trump forderte ihn daraufhin zu einem IQ-Test heraus- und ließ keinen Zweifel, wer seiner Meinung nach der schlauere ist. 

Über Tillersons Zukunft wird schon seit Wochen spekuliert

Um die Zukunft des Texaners Tillerson gibt es bereits seit längerer Zeit Spekulationen. Vor Wochen war bereits die UN-Botschafterin Nikki Haley als mögliche neue Außenministerin gehandelt worden. Haley erklärte jedoch, sie habe kein Interesse.

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel hat am Donnerstag nach einem Treffen mit Tillerson erklärt, die Beziehungen zu Nordkorea einzuschränken.

smu/dpa/fn

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